- Nordstern -

Durch den 'Golf von Riva'

Groß-Segel


Zufrieden beobachtet Jergan das Treiben an Bord. Er dreht das Steuer einige Grad, betrachtet die Ufer und den hinter dem Schiff zurückbleibenden Hafen. Einige Momente schaut er einfach so in die Ferne...

'Efferd ist uns heute wirklich wohlgesonnen!' schießt es ihm durch den Kopf.

Er korrigiert den Kurs noch einmal leicht, wobei er zum wiederholten Male die Leichtgängigkeit des reparierten Steuers bewundert. Dann brüllt er:


"Setzt das Groß-Segel!"



Babo will sich nach kurzer, aber anstrengender Arbeit gerade ein wenig ausruhen, da hört er den Befehl des Kapitäns "Setzt das Groß-Segel!". Also eilt er zum Großmast und packt an.



Nachdem das Großsegel gehißt ist, geht Babo nach Steuerbord zur Reling und lehnt sich darüber. 'Das Meer, Efferds Reich, meine Heimat...

Wozu brauchen wir auf diesem Schiff einen Medicus?!'



Sari


Als Sari sieht, daß sich die Mannschaft aufmacht, abzulegen, läßt sie sich schnell den Weg ins Mannschaftsquartier weisen. Flink kommt sie wieder herauf und stellt sich schließlich zögerlich an die Reling, faßt das Holz fest und blickt staunend zu dem sich langsam entfernenden Hafen. Sie scheint sich auf dem schwankenden Untergrund des Schiffes nicht sehr wohl zu fühlen.



Alrik in Nöten


Sollte er dem ersten Gast dieses Zimmers etwa beide Schlüssel übergeben haben? Ja, so muß es gewesen sein.

Der bunt gewandete Passagier schweigt, aber das mit Nachdruck. Aber was sollte er auch dazu sagen. Immerhin ist es Alriks Aufgabe, sich um den verschollenen Gegenstand zu kümmern. Und das möglichst eilig, bevor er den werten Herren noch durch seine Trödelei verärgert.

"Verzeiht. Aber der Schüssel. Ich gehe ihn rasch holen. Bin gleich zurück," stottert Alrik etwas durcheinander im entschuldigenden Tonfall.


In annähernd difarmäßiger Geschwindigkeit spurtet Alrik die Treppe zum Oberdeck hoch. Seine Augen suchen den Barden, der sich glücklicherweise noch an der gleichen Stelle, wie zuvor befindet. Er geht auf ihn zu und spricht ihn, ob der Störung vorsichtig an:

"Herr von Bidenfels?"



Als er die Stimme des Jungen vernimmt, wendet sich Elyagor um und schaut ihn fragend an.

"Ja?"



"Würdet Ihr Euch bitte mal vergewissern, ob Ihr einen oder zwei der Kabinenschlüssel bei Euch tragt. Der Zweitschlüssel fehlt nämlich und ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich Euch beide gab."

Alrik grinst verlegen und deutet mit dem Arm auf den Niedergang zum Unterdeck.

"Der andere Herr wartet derweil vor verschlossener Kabinentür."



Elyagor hebt erstaunt die Augenbrauen

"Natürlich habe ich nur einen Schlüssel. Ich weiß auch nicht wo der Zweitschlüssel hingekommen ist, aber ich werde mal mitkommen und das Problem fürs erste aus der Welt schaffen."

Zwinkernd hebt er eine Hand und bedeutet dem Jungen vorauszugehen.



Das halbherzige Grinsen im Gesicht des Jungen macht einer deutlich sichtbaren Zerknirschtheit Platz. Er zuckt leicht mit den Schultern.

"Ähm, ja, natürlich. Vielen Dank."


Indessen kreisen Alriks Gedanken um den verlorengegangenen Schlüssel und vor allem um eine halbwegs plausible Erklärung für dieses Mißgeschick, wenn er sich der Bootsfrau gegenüber erklären muß.


Dann wird seine Aufmerksamkeit auf die kleine Katze in Elyagors Hand gelenkt.

"Oh, Ihr habt schon Freundschaft mit TRAUMAUGE geschlossen. Er ist noch ganz klein und lieb," meint Alrik treuherzig, während er sich langsam in Bewegung setzt. In Gedanken fügt er hinzu: 'Was man von seiner Mutter nicht behaupten kann...'



Auf die Frage des Jungen, nach der Katze huscht ein fröhliches Lächeln über das glattrasierte Gesicht des jungen Barden.

"Ja, er ist ein netter Junge. Wie sagtest du, ist sein Name? TRAUMAUGE? Irgendwie passend, wie er gerade so auf meinem Arm träumt. Aber jetzt komm, wir wollen den guten Mann nicht vor der Kabine warten lassen."

Sachte schiebt er den Jungen vor sich her und beginnt zu seiner Kabine zu laufen.



"Nein, gewiß nicht," murmelt Alrik.

Nach dem kleinen Anschub von hinten, macht er sich auch ganz freiwillig auf den Weg und eilt voraus.


Neben der Tür zur zweiten Doppelkabine bleibt er in einem gewissen Abstand stehen, so daß Elyagor genug Platz hat, näher heranzutreten.

An Larian gerichtet:

"Der Herr von Bidenfels ist so freundlich..."



Mit einem freundlichen Kopfnicken in Richtung seines zukünftigen Zimmergenossen meint Elyagor:

"Wir scheinen hier ja ein kleines Problem zu haben. Ich hoffe das wird uns nicht die Freude an der Fahrt vermindern."

Er zieht den Schlüssel aus seiner Gürteltasche und öffnet die Tür, so daß man eintreten kann.

"Bitte sehr der Herr. Tretet ein und bringt Eure Habseligkeiten unter, während ich nach dem verlorenen Schlüssel suchen werde."

Sprachs und wartet nun, daß der andere zuerst eintritt.



Larian zieht einen Kreuzer aus der Tasche und reicht ihn Alrik.

"Hier hast du noch einen wegen der Umstände."

Dann wendet er sich an Elyagor und tritt gleichzeitig ein.

"Wieso denn? Ist der Zweitschlüssel verloren gegangen?"

Während er noch auf eine Antwort wartet nimmt er sich seinen Umhang von den Schultern und stopft ihn in seinen Rucksack, den er dann vor das noch freie Bett wirft. Seinen Hut legt er auf das Kopfende des Bettes. Er zögert kurz, entscheidet sich aber dann doch dafür, seinen Stab auf die Innenseite seines Bettes zu legen. Darauf, setzt er sich auf sein Bett und lauscht Elyagors Worten.



Elyagor folgt Larian in die Kabine wo er sogleich beginnt nach dem Schlüssel zu suchen, dabei wendet er sich auch an den Jungen:

"Junge, hilf doch mal beim Suchen. Der Zweitschlüssel muß doch hier irgendwo sein."


Sein Blick schweift weiter durch die Kabine. Bei Larians Frage meint er dann:

"Als ich die Kabine vorhin verlassen habe, verschloß ich die Tür und nahm den Schlüssel an mich. Ich schaute erst gar nicht, ob irgendwo ein Zweitschlüssel sei. Da Alrik ihn nicht hat, wird er wohl irgendwo herumliegen..."



Alrik nimmt Larians Geld entgegen und nickt eifrig. Eigentlich hatte er zwar mehr damit gerechnet, Maulschellen statt Kreuzer wegen dieser Umstände einstecken zu können, aber so gefällt es ihm schon besser..


Er betritt die Kabine nach den beiden Herren und hält sodann Ausschau nach dem vermißten Objekt. Mit den Augen sucht er den Boden des Raumes ab. Erst kann er nichts entdecken. Einer plötzlichen Eingebung nach, geht er zur inzwischen weit geöffneten Tür und schaut in dem Spalt zwischen Wand und Tür nach. Und tatsächlich, an dieser gut getarnten Stelle liegt der Schlüssel.


"Ich hab' ihn," ruft Alrik erleichtert. Er bückt sich danach und hebt den Schlüssel auf. Mit dem Schlüssel in der Hand geht er auf Larian zu.

"Bittesehr."



Larian nimmt den Schlüssel von Alrik entgegen und steckt ihn in seine Geldkatze, dann klopft er ihm aufmunternd auf die Schulter.

"Bist ein schlauer Junge, aus dir wird noch was."

Da knurrt Larians Magen.

"Ach ja, weis jemand hier wann es Essen gibt?"



Alrik grinst breit und kann sich ein "Aye" nicht verkneifen.


Der Junge überlegt und fährt sich mit der Hand durch sein Strubbelhaar. 'Hoffentlich haben wir den Koch nicht an Land vergessen, vorhin war die Kombüse ja leer.' Dieser eher abwegigen Befürchtung zum trotz gibt Alrik höflich Auskunft:


"Allzu lange wird's gewiß nicht mehr dauern. Es hat sich halt alles etwas verzögert durch die Verladearbeiten im Hafen. Außerdem haben wir 'nen neuen Smutje. Na, ich werde einfach mal schauen, wie weit er ist. Ich sag' Euch dann Bescheid, wenn das Mahl fertig ist."


Alrik nickt Larian und Elyagor zu.

"Falls Ihr noch ein Anliegen habt, so zögert nicht mich zu fragen, ansonsten werde ich mich mal mit um das Essen kümmern."

Fragend wandert sein Blick von Larian zu Elyagor.



Da der Junge, den Schlüssel bereits gefunden hat, steht Elyagor erstmal im Raum und hört zu. Auf die Frage des Jungen meint er:

"Also ich hätte nichts mehr für dich zu tun, und...", er fährt mit der Hand über seinen Bauch, der gerade ein vernehmliches grummeln von sich gibt, woraufhin er breit zu grinsen beginnt.

"...und ich hätte gewiß nichts dagegen, wenn Du dich mit ums Essen kümmern würdest."

Anschließend wendet er sich an Larian

"Was meint Ihr dazu? Sollen wir nicht an Deck gehen und die Wartezeit in frischer Luft zu verbringen?"



Das Wurf-Duell


Nach einer sehr langen Nachdenkpause meldet sich Igen wieder. Es scheint als habe er gerade in einer anderen Welt gelebt, und ist nun wieder auf Dere zurückgekehrt:

"Schehr gut, gehen wir hinauf. Wenn noch andere mitmachen, wird esch noch bescher. Hier nimm mal, und schau ob du damit umgehen kannscht."

Igen reicht Arve ein Wurfbeil, das natürlich für einen zwerg ausgelegt ist, und dementsprechend auch etwas kleiner. Gut lasch unsch nach oben gehen."



Arve nimmt das Wurfbeil von Igen entgegen und betrachtet es eingehend. Etwas zu klein aber dafür liegt es gut in Arves Hand. Plötzlich werden Erinnerungen an seine Kindheit wach und er wendet sich an Igen: "So ein ähnliches Beil hatte ich als Kind aus Holz. Ich hab damit oft mit meinem Bruder gespielt. Aber das man das auch werfen kann, darauf sind wir nicht gekommen. Na ja."


"Geh schon mal zur Rotze. Ich such schnell den Jäger und frag ihn, ob er Lust hat mitzuspielen." Arve steckt das Beil in seinen Gürtel und macht sich auf den Weg nach oben.



Oben angekommen blickt sich Arve um und entdeckt auch recht schnell den Jäger an der Reling. Irgendwie sieht er nachdenklich, verträumt und einsam aus.

"Da komm' ich genau richtig." murmelt Arve leise in seinen Bart. Er tritt auf den Jäger zu und spricht ihn an:


"Verzeiht Herr Jäger. Meine Name ist Arve Algirson. Ich habe mich gefragt, ob ihr mit mir und meinem Kabinengenossen ein Spielchen wagen wollt? Wir wollen ein Wurfduell machen. Habt ihr Lust?"



Aus seinen Gedanken gerissen sieht Firutin den Mann etwas überrascht an, fängt sich jedoch schnell wieder.


"Ein Wurfduell? Mit was denn? Und wo denn? Aber egal, natürlich mache ich mit. Sie können sich gar nicht vorstellen was für ein Zufall das ist. Ich habe gerade an etwas ähnliches gedacht. Nun, mein Name ist übrigens Firutin Fuxfell. Freut mich sie kennen zu lernen. Wollen wir gehen? "


Die Miene des Waldläufers wird deutlich besser. Ja, er sieht richtig gespannt aus.



Igen packt noch seine Sachen zusammen und verstaut alles wieder sorgfältigst. Danach begibt er sich nach oben zum vereinbarten Treffpunkt. Zur Rotze. Er schlendert gemütlich über das Oberdeck und mustert die herum schießenden Matrosen und die anderen Fahrgäste. Man weiß ja nie wer aller auf so ein Schiff kommt, und da ist es besser wenn man sich rechtzeitig informiert.



"Der Zwerg hat Wurfbeile. Er leiht sie uns. Komm, gehen wir zur Rotze."

Arve und Firutin haben nach kurzer Zeit die Rotze erreicht. Der Zwerg ist bereits da. An Igen und Firutin gewendet:

"Darf ich vorstellen: Igen, mein

Kabinengenosse und dies hier ist Firutin Fuxfell. Nach dem wir uns nun kennen, könnten wir doch anfangen. Wer wirft zuerst?"



"Nun, bevor wir anfangen, auf was werfen wir eigentlich? Und gibt es spezielle Regeln?"

Fragt Firutin, und schaut dabei besonders Igen an.



"Gute Frage. Igen, du bist in diesen Sachen der Experte."



Smirnoff wird neugierig ....


Der Norbarde sieht interessiert den drei ungleichen Gestalten nach, die sich zur Rotze begeben und anfangen, mit Wurfäxten herum zu hantieren.

'Was soll denn das werden?' denkt er sich und schlendert neugierig näher.



Das Wurf-Duell


Igen blickt die zwei an, und legt noch eine kurze Denkpause ein. Er liebt es wenn er im Mittelpunkt steht und alle auf sein Kommando warten. Er blickt sich kurz um, und geht dann in die Richtung von einer Kiste die etwa fünf Schritt von den dreien entfernt steht. Betrachtet sie kurz und macht dann mit seinem Wurfbeil ein Kreuz. Danach kehrt er zurück.

"Gut wir werfen auf die Kiste mit dem Kreuz. Wer dem Kreuz am nächsten kommt hat gewonnen. Ich fange gleich mal an."

Igen dreht sich um zielt nur kurz und wirft. Das Beil fliegt Richtung Kiste donnert aber daran vorbei und fliegt in Richtung des Mastes. Igen läuft im Gesicht rot an, und beginnt zu stammeln:

"oh ehm, ehrm, Ich glaube ich hätte doch etwas genauer zielen sollen. Hoffentlich ist dahinter niemand gestanden, wie kann man nur so danebenschießen. Ich muß mein Beil zurückholen. Bei Ingerimm wie kann das nur sein."

Mit einer Mischung aus Zorn und Unverständnis, läuft er weg in Richtung des Beils, wo er es vermutet. Immer noch dahin murrend, wie dies denn passieren konnte.




Der Pelzhändler schlendert gerade Richtung Rotze, als der Zwerg sein Beil meilenweit vom Ziel vorbei wirft.

Smirnoff nimmt einen Umweg, hebt das Beil auf und geht dann auf Igen zu.

"Vorsicht, Vorsicht, dabei könnte ja jemand verletzt werden. Ihr solltet Euch lieber ein Ziel suchen, das etwas abseits liegt."



Nirka bei der Arbeit


Die Bootsfrau gönnt sich kaum eine Pause. Kaum hat der Kapitän den Befehl gerufen, treibt sie ausreichend viele Matrosen zum Großmast und packt eigenhändig mit an, um das große Segel schnell in den Wind zu bekommen.


Schließlich ist das geschafft, und die NORDSTERN wird von ihren beiden großen Havena-Segeln vorangetrieben. Man könnte noch mehr Segel setzen - den Klüver, das Sprietsegel, ein Rahsegel unter dem Bugspriet) und die kleinen Marssegel oberhalb der großen Havena-Segel an beiden Masten.


Nirka weiß jedoch, daß der Kapitän das im flachen Golf von Riva wohl eher unterlassen wird - oder eine entsprechende Entscheidung frühestens weiter draußen fällen wird.



Fiana


Nachdem Fiana ihr Gebet beendet hat, geht sie in richtung de Kapitäns und sagt:

"Kapitän, bevor ich an Bord kam habe ich noch einen Wetterkundigen befragt, und es besteht die Möglichkeit das wir nachdem wir den Golf verlassen mit sehr starkem Seegang rechnen müssen, ich möchte daher vorschlagen nicht zu viele Segel zu setzen, bevor wir nicht genau wissen was uns erwartet."


Ein leicht sorgenvoller Blick in ihren Augen läßt erahnen das sie ihre Worte eher vorsichtig gewählt hat.



Jergan sieht seine erste Offizierin eine Weile an, dann sieht er zum Himmel.

"Es mag sein, daß dies zutrifft. Aber meinst du nicht auch, daß wir die Segel schnell wieder herunter bekommen? SO viel haben wir ja nicht gesetzt, und die Marssegel möchte ich im Golf ohnehin nicht setzen."



"Wenn das so ist, sollte es reichen, ich wollte nur verhindern das wir unter vollen Segeln den Golf verlassen."



Babo seufzt entspannt.

'Endlich weg aus diesem kalten Riva und ab gen Praios. Hoffentlich treffen wir vor Thorwal keine Piraten. Das würde gerade noch fehlen... Warum ist es denn jetzt so still? Es werden keine Segel weiter gesetzt? Bei dem guten Wind? Wo es Efferd doch gerade so gut mit uns meint! Naja, der Kapitän weiß schon, was er macht.'



Und wieder 'Traumauge'


Durch das laufen und das gerede erwacht selbst so ein begnadeter schläfer wie Traumauge aus seinem friedvollen schlummer. Langsam öffnen sich seine Augen und verträumt blicken sie in jene des Barden, gar so als wollen sie sagen

'Streichle mich wieder'



Während er auf die Antwort Larians wartet, bewegt sich das Kätzchen in Elyagors Arm auf einmal.

"Oh, mein Kleiner. Dich hatte ich ja fast vergessen.", sagt er freundlich und streicht mit seiner Hand über den Kopf der Katze. Wieder an Larian gerichtet meint er dann:

"Kennt Ihr eigentlich schon Traumauge, das Schiffskätzchen?"



Ein freudiges Schnurren entfleucht Traumauge als der Zweibeiner wieder mit dem Streicheln anfängt. Die Augen sind nach einem ersten öffnen wieder halb geschlossen, Halb zwischen der realen Welt und seinen Katzenträumen treiben Traumauges Gedanken umher. Bis er sich entschließt dem Menschen der ihn so lieb streichelt auch etwas Gutes zu tun, er schleckt mit seiner winzigen rauhen Zunge über die seinem Köpfchen nächstgelegene Hand des Barden. Die Blauen verträumten Augen wirken dabei nach wie vor etwas verschlafen.



An Alrik gerichtet sagt Larian:

"Ich glaube nicht, daß noch etwas brauche. Schau du nur nach dem Essen.“

Dann richtet er sich an Elyagor.

"Ihr habt recht, gehen wir nach oben. Ich denke schon, daß mir frische Luft gut tun würde."


"Oh das Kätzchen hatte ich gar nicht bemerkt. Ich hatte auch mal eine Katze, sie hieß Mischa. Aber ich habe sie einmal in Fasar aus den Augen verloren und sie nie wieder gesehen. Schade eigentlich, ich hatte sie sehr gerne."

Larian wirkt kurz traurig, er besinnt sich dann aber eines besseren und lächelt wieder fröhlich. Auf Traumauge deutend meint er:

"Kann ich es mal halten?"



Elyagor schaut einmal zu Traumauge, den er dann spielerisch fragt:

"Nun Traumauge, willst du einmal zu dem netten Mann dort? Ja? Dann sei auch recht lieb zu ihm."

Er hält Larian das Kätzchen entgegen und meint dann:

"Hier bitte."

Anschließend fällt ihm wieder ein, daß er ja hinaufgehen wollte.

"Also gehen wir dann nach oben.", sagt er und setzt sich in Richtung Tür in Bewegung.



Larian nimm Elyagor das Kätzchen ab und bettet es in seinen linken Arm um ihm mit der Rechten den Bauch zu kraulen. Traumauge noch immer streichelnd, folgt er dann Elyagor.



Traumauge ist zunächst etwas irritiert vom plötzlichen Wechsel des Zweibeiners, als er aber bemerkt das sein neuer Träger ihn auch nur streichelt fügt er sich in sein schicksal und kann sich sogar damit anfreunden. Zufrieden mit den Streicheleinheiten dreht es sich auf den Rücken und streckt da alle Viere und seinen Bauch nach oben, eine glatte Aufforderung ihn weiter am Bauch zu kraulen. All dies wird durch ein genüßliches Schnurren untermalt.



Ottam zieht sich zurück


Ottam geht weiter in Richtung seiner Kabine, dort angekommen vergewissert er sich das niemand versucht hat in seine Kabine einzudringen und schließt dann auf. Hinter sich verschließt er die Tür wieder.


Er wendet sich zu seinem Seesack und holt ein Buch hervor. Das Buch ist in schwarzes Leder gebunden, der Titel ist in seltsamen Runen geschrieben und darunter prangt der Kopf einer Kreatur. Das Buch ist durch zwei Metalleinbände gesichert, beide mit einem eigenen Schloß versehen. Ottam greift nach dem Schlüsselbund, den er am Leibe trägt. Er greift nach 2 kleinen silbernen Schlüsseln, diese steckt er in die Schlösser des Buches und öffnet dieses.


Er schlägt eine Seite im ersten Drittel auf und beginnt zu lesen.



Alrik's 'Kychendienst'


Da die Passagiere soweit keinen Wunsch mehr haben, wendet Alrik sich zum Gehen. Er schlendert den Gang herunter bis er vor der Küchentür ankommt.


Leise Geräusche dringen aus dem Raum heraus an Alriks Ohr. Offensichtlich tut sich dort was. Kurz entschlossen drückt der Junge die Klinke herunter und öffnet die Tür. Er bleibt in der Türöffnung

stehen und mustert den ihm unbekannten Mann.


"Zum Gruße! Schiffsjunge Alrik meldet sich zum Kychendienst!"



Als Alrik die Tür öffnet, sieht er den in der etwas beengten Kombüse werkenden Sören, der einen großen Eisentopf über die Herdflamme gehängt hat und gerade dabei ist, zwei Karotten gleichzeitig hinein zu schneiden. Er trägt übrigens keine Schürze.

Als Alrik ihn anspricht, blickt er sich überrascht um, ohne dabei das Schneiden einzustellen und mustert Alrik kurz verwirrt an, bis ihm klar wird, daß er jetzt Smutje auf einem Schiff ist und mithin ein gewisses Anrecht auf Unterstützung genießt. Er lächelt freundlich und weißt, nachdem die Karotten komplett im kochenden Wasser verschwunden sind, Alrik mit einer Geste der rechten Hand an, näherzukommen. Sodann greift er nach zwei weitere Karotten und hält sie ihm zusammen mit dem Messer entgegen.

"Du kannst hier'n bißchen weitermachen, während ich 'n paar Gewürze 'raussuche. Noch drei vier Stück müssen rein paß auf, daß du dich nicht schneidest, laß die Dinger nicht ganz reinfallen und halt die Hand nicht zu dicht über'n Topf, der Dampf ist heiß."

Nach einer kurzen Pause, in der er nachdenklich den Fußboden musterte, fragt er dann beiläufig:

"Sag mal, habt ihr hier Ratten?"



Alrik schließt die Tür hinter sich und geht zu Sören an die Kochstelle. Auf Sörens Anweisungen hin nickt er:

"Ay, Smutje."

Er nimmt die Karotten sowie das Messer entgegen und stellt sich an den Eisenkessel. Mit ausgestreckten Armen und einem entsprechendem Sicherheitsabstand zum Topf beginnt er mit dem Messer die Karotten zu

bearbeiten. Dabei stellt er sich gar nicht so ungeschickt an, denn er bringt einigermaßen gleichmäßige Scheiben zustande, die mit leisem Platschen in den Topf fallen. Offensichtlich ist der Junge nicht zum ersten Mal in der Kombüse tätig.

Dann stellt Sören seine Frage zu eventuellen Rattenproblemen.

Alrik hält inne und dreht sich zu Sören um.

"Ratten? Och, wir haben 'ne Katze an Bord, die nimmt sich der Ratten und Mäuse schon an. Aber geseh'n hab' ich schon mal eine, ist aber schon 'ne Weile..."


Er stockt als er mit den Augen Sörens Blick gen Fußboden folgt und im gleichen Moment wird er sich des vermutlichen Hintergrunds der Frage bewußt. Alrik merkt, wie ihm eine verräterische Röte ins Gesicht schießt.

"ähm, ja." Er stockt. Mit einem "Puh. Ganz schön warm hier am Feuer," versucht er den Gesichtsfarbenwechsel auf eine andere, unverfängliche Ursache zu schieben.



"Jaja, das läßt sich eben nicht ändern", murmelt Sören unkonzentriert, während er über die zu verwendenden Gewürze nachdenkt. Da das Thema für ihn ohnehin nicht besonders interessant ist, läßt er

es bis auf weiteres fallen. Mit zwei Dosen und einem Beutel in den Händen kehrt er dann zum Topf zurück.

"Hm, das geht ja schon ganz gut", murmelt er und lächelt Alrik aufmunternd zu, während er etwas Salz aus dem Beutel nimmt und in das Wasser streut. Dann klemmt er Dosen und Beutel unter den linken Arm, um mit der Rechten die große Kelle zu ergreifen und damit ein wenig in dem Eintopf herum zu rühren. Dann schöpft er etwas Eintopf heraus, bläst kurz darüber und probiert.

"Soweit schon ganz gut. Schneid noch zwei Karotten rein, dann lassen wir's noch'n bißchen kochen und dann ist gut", erklärt er, läßt dann die Kelle los und öffnet eine der Dosen, um noch etwas Pfeffer hinzuzufügen.

Während er zu dem Schrank zurückkehrt, aus dem er die Gewürze entnommen hat, kratzt er sich mit der Rechten am Kopf und überlegt, worüber er gerade noch gesprochen hat. Es fällt ihm wieder ein, als er die Dosen wieder zurückstellt.

"Keine Ratten also", murmelt er, um dann etwas lauter hinzuzufügen:

"Woher kamen denn dann diese Krümel? Frißt eure Katze Brot?"



"Die Graue frißt alles, was nicht größer oder schneller ist als sie selbst. Demnach fällt Brot wohl auch darunter," antwortet Alrik rasch und ausweichend. "Ich kann ja heute abend mal auf Rattenjagd gehen. Nur

für alle Fälle..." Alrik setzt ein gewinnendes Grinsen auf.

Dann wendet er sich wieder dem Kochtopf zu und schnippelt noch die restlichen beiden Karotten hinein. "So, fertig." Er legt das Messer zur Seite. "Und nun?"



"Na gut", murmelt Sören und vergißt damit die Krümel am Boden.

"Nun warten wir noch ein paar Minuten, und dann..." Unvermittelt stockt der Smutje, "Was denn eigentlich dann? Wo soll das Zeug hin, wenn es fertig ist?"

Fragend blickt er den Schiffsjungen an.



"Die Messe ist gegenüber, dort wird aufgetischt. Hier in der Kiste müßten auch drei oder vier große Schüsseln sein. Da können wir den Eintopf hinein füllen. Das geht besser und dann müssen wir nicht den großen Kessel hinüberschaffen. Teller und Besteck wäre auch hier vorne im Schrank. Ich kann alles schon mal hinüber bringen, wenn du willst. Bei so leichtem Seegang wie jetzt, ist das kein Problem. Wenn's

mal stürmischer wird, dann kommen die Leute direkt hier vorbei und holen sich ihre Mahlzeit so ab. Es würde dann sowieso nichts auf den Tischen stehenbleiben, ohne überzuschwappen oder umzukippen. Oder aber, wenn's hart auf hart kommt, ist eh keine Zeit zum Essen. Morgens und abends wird vor bzw. nach den Schichtwechseln gespeist, das gilt natürlich nur für die Mannschaft. Die Passagiere können sich dazu gesellen, wann immer sie wollen. Die ersten sind aber schon sehr ungeduldig," meint Alrik und denkt an Larian, Elyagor und Igor zurück, "man könnte fast meinen, daß sie seit Tagen nichts Vernünftiges mehr gegessen haben."


In der Zwischenzeit ist der Junge von der Herdstelle zurückgetreten und bekräftigt seine Rede mit entsprechenden Handzeichen und Armbewegungen in Richtung von Schränken, Kisten und auf die Tür, bzw. den Raum gegenüber.


Dann grinst er: "Darf ich auch mal probieren?"



Aufmerksam lauscht Sören Alriks Erklärungen und nickt Gelegentlich als Zeichen des Verständnisses. Auf die Frage des Schiffsjungen erwidert er dann freundlich lächelnd:

"Ja, nur zu, wenn du nicht rein spuckst. Aber paß..." auf, es ist heiß, wollte er hinzufügen, unterbricht sich dann jedoch ein wenig verlegen. Darauf müßte der Junge schon selbst kommen.

"Und dann bring den Kram doch rüber, ja? Was sind eigentlich hier sonst noch so deine Aufgaben?" fügt er mit einem offenen Lächeln hinzu.



"Hm, ja. Ich bring's gleich sofort rüber," entgegnet der Schiffsjunge und schaut sich suchend nach der Schöpfkelle um.

"Was ich hier sonst noch zu tun habe? Naja, so allerhand. Kychendienst vor und nach den Mahlzeiten. Um die Passagiere muß ich mich kümmern, wenn die irgendwelche Aufgaben und Arbeitsaufträge für mich haben. Das kann auch manchmal ganz schön lästig sein, auf der letzten Passage da hatten wir so 'nen schnöseligen..."


Alrik unterbricht sich, besser nichts Abfälliges über die Gäste sagen, wer weiß an welche Ohren sowas noch vordringt.

"... aber die neuen Passagiere scheinen alle recht freundlich zu sein, obwohl sie teilweise etwas seltsam ausschauen. Und spendabel sind sie, außerordentlich spendabel. Das habe ich schon lange nicht mehr so gehabt."


Nachdem er die Schöpfkelle gefunden hat, rührt der Junge noch einige Male in dem Eintopf herum. Währenddessen plaudert er weiter:

"Dann muß ich noch eingerissenes Segeltuch flicken, die Decks schrubben, Nirkas Rotze putzen. Alles, was so anfällt eben."


Alrik zieht die zu einem Viertel gefüllte Schöpfkelle aus dem Topf hervor und pustet einige Male über den dampfenden, heißen Eintopf.

"Riecht gut," bestätigt er schon mal vorab, dann probiert er, "hmhmm, und schmeckt noch besser. Viel besser als bei unserem letzten Smutje."


"Wie heißt du überhaupt?"



"Sören" entgegnet er abwesend, um nach einer kurzen Pause verwirrt hinzuzufügen:

"Nirkas was?"

Das Kompliment bezüglich seiner Kochkünste hat er wohl überhört.



Nun blickt Alrik leicht irritiert. "Rotze. Das Geschütz am Vordeck. Hast du das noch nicht gesehen? Unsere Bootsfrau Nirka ist die beste Richtschützin, die ich kenne."


Alrik macht sich inzwischen daran, vorhandene Teller und Löffel hervor zu kramen. Mit den Sachen in beiden Händen geht er auf die Kombüsentür zu.

"Wo bist du denn vorher gewesen, bevor du auf diesem Schiff angeheuert hast?" fragt er neugierig.



"Öhh, phh..." Sören zuckt die Schultern. "In Riva war ich. Das ist meine erste Schiffahrt.", antwortet er schließlich.

"Fährst du denn schon länger zur See?"

Die Sache mit dem Geschütz ist ihm noch nicht ganz klar, interessiert ihn aber auch kaum. Da er gerade zu sehr mit dem Gespräch beschäftigt ist und nebenbei noch darüber nachdenkt, ob er beim Eintopf auch wirklich nichts vergessen hat -schließlich soll nicht gleich seine erste Mahlzeit hier ein Reinfall sein- kommt er gar nicht auf die Idee, dem Schiffsjungen beim öffnen der Tür zu helfen. Im Gegenteil, er schlendert nachdenklich in Richtung Topf, um noch einmal zu kosten.



"So lange auch noch nicht. Insgesamt jetzt seit gut einem Jahr. Und auf der Nordstern bin ich seit Havena." Während er spricht, verlagert er das Gewicht der Teller auf den rechten Arm. Dabei drückt er seine Last dicht an den Oberkörper und versucht so die linke Hand frei zu bekommen, um die Tür zu öffnen. Das gelingt ihm auch nach einiger Herumhantiererei. Als er jedoch durch die Türöffnung tritt, fallen schließlich doch noch einige der Holzlöffel, die auf dem oberen Teller gelegen haben, zu Boden.

"Ah, verdammt!"



Während er sich Alriks Antwort anhört, kostet Sören noch einmal von dem Eintopf und nickt dann zufrieden.

"In Ordnung", murmelt er; damit ist er überzeugt, ein würdiges Exempel seiner Kunst geliefert zu haben. Auch als die Holzlöffel stürzen, wird der Smutje sich seines Versäumnisses nicht bewußt, zeigt sich jedoch wenigstens jetzt hilfsbereit.

"Laß liegen, heb ich gleich auf!" ruft er dem Schiffsjungen nach, um dann seine Aussage in die Realität umzusetzen. Etwas engagierter als bisher stapft er nun -noch nicht ganz an den Seegang gewöhnt- zur Tür, bückt sich vorsichtig und sammelt die Holzlöffel ein.



"Ja. Danke," ruft Alrik zurück, gleich darauf hört man ihn aus dem Raum gegenüber, wo er Teller und Löffel einfach erst mal so auf dem nächsten Tisch abstellt. Dann geht er zu Sören zurück.

"Ist noch was, oder soll ich auf Deck schon mal Bescheid sagen, daß du soweit bist? Kannst aber auch selbst gehen, wenn dir das lieber ist."



"Nee, ist in Ordnung, mach du", entgegnet Sören mit einer abwinkenden Handbewegung, doch dann ruft er Alrik doch noch einmal zurück:

"Halt, was passiert denn mit dem Topf? Ich weiß nicht, ob ich den allein da rüber bekomme..."



Alrik kommt noch einmal zurück und meint zweifelnd:

"Soll ich gerade mit anfassen? Gleich ist aber auch noch Zeit, wenn die anderen da sind. Da kannst du auch zwei von den Matrosen schicken..."

Er grinst in sich hinein. 'Besser, wenn die sich die Finger verbrennen, statt unsereins.'



Sören quittiert Alriks Worte mit einem wissenden Lächeln und den Worten:

"Hast recht, geh sie holen!"

'Nicht ungeschickt, der Junge...' denkt er.



Nirka und das Wurf-Duell


Nirka ist gerade auf dem Weg zum Vordeck, als sie sieht, was die Passagiere für ein Spiel treiben. Sie weicht dem Beil - das halbwegs in ihre Richtung fliegt, mit einem raschen Schritt zur Seite aus, dann geht

sie auf die Passagiere zu. Laut donnert ihre Stimme über das Schiff:

"Was soll das denn um Efferds Willen werden???"



Babo wird unsanft aus seinen Überlegungen gerissen, als er Nirkas alarmierende Schreie hört. 'Was ist denn los. Habe ich was falsch gemacht?'

Doch als er sich umdreht, sieht er, wohin die Bootsfrau wirklich schaut, zur Rotze. Also begibt er sich in eine Position, von der aus er die Rotze gut sehen kann. Er sieht den Zwerg und ein paar andere Leute.

''Der schon wieder.'

Dann sieht er das Wurfbeil, das ganz in der Nähe von Nirka liegt. Sofort begibt er sich zu Nirka und stellt sich schräg hinter sie. Er ist zwar nicht größer als sie, aber um einiges breiter, wie er sich so drohend aufbaut.



Firutin verfolgt das Geschehen mit staunenden Augen. Zuerst wirft der Zwerg, den er sich eher als großen Meister dieses Spiels vorgestellt hat, meilenweit daneben, und dann kommt auch noch diese bestimmt einen halben Schritt größere Frau auf ihre kleine Gruppe zu und schreit sie an.

Bevor er sich an diese neue Situation gewöhnen kann, kommt auch noch dieser stämmige Matrose der großen Matrosin zu Hilfe. Der Waldläufer lächelt ein wenig verlegen und hofft so die Stimmung der Matrosin etwas zu besänftigen, wobei er sich allerdings recht plump anstellt. Es ist eher ein Lächeln als wolle er sagen:

'Jetzt wird's lustig!'

Schließlich tritt er langsam aber sicher vor und sagt mit ruhiger, etwas ängstlicher Stimme, die er sich bei seiner Statur eigentlich nicht leisten brauchte:

"FIRUN zum Gruße! Entschuldigen sie, wir wollten nur ein kleines Spiel machen. Wir wollten keinen ärger machen, wir haben nicht erwartet das einer von uns so daneben werfen würde!"

Dabei wirft er dem Zwerg einen versteckten Blick zu und schaut dann der große Matrosin groß in die Augen.



Nirka registriert eher unbewußt, daß Babo hinter sie getreten ist. Sie stemmt die Hände in die Seite und hört sich die Erklärung des Jägers an, während der sie ein paar Mal den Kopf schüttelt. Noch sagt sie nichts, aber man sieht ihr an, daß sie die Entschuldigung nicht akzeptiert.


Fast lauernd gleitet der Blick der Bootsfrau zu den anderen, die beteiligt sind, und ganz besonders zu dem Werfer.



"Verzeiht uns, aber wie mein Freund der Jäger schon sagte, wir wollten nur ein bißchen spielen. Wir haben gar nicht daran gedacht, daß wir daneben werfen könnten oder sogar jemanden gefährden. Wir hören natürlich sofort auf."

Arve blickt Nirka mit einem schuldbewußten Lächeln an und scharrt verlegen mit den Füßen.

"Ist die Sache jetzt erledigt?"



Die Bootsfrau tritt noch einen Schritt vor.

"SPIELEN???"

Sie atmet heftig ein, verschluckt offenbar eine sehr böse Bemerkung, und sagt dann mit gefährlich ruhiger Stimme:

"Dies hier ist ein Schiff! Ihr habt offenbar überhaupt nicht darüber nachgedacht, was passiert, wenn Euer..."

Sie spuckt das Wort fast aus.

"... Spielzeug vielleicht eine der Wanten getroffen hätte? Keines dieser vielen Seile, die Ihr hier seht, ist überflüssig. Und sie alle sind wichtig für unser Leben! Wenn Ihr auf einem Marktplatz ein Seil zerstört, das zu einem Zelt gehört, kann das Zelt einstürzen - hier auf dem Meer bringt ihr uns alle in Gefahr."

Ihr Blick schweift zu Arve.

"Die Sache ist erledigt, wenn ich dieses Ding da..." sie zeigt auf das Wurfbeil "... dem Kapitän zur Verwahrung übergeben habe. Ihr erhaltet es selbstverständlich im Zielhafen zurück."

Nirka sieht anderen herausfordernd an, macht aber keinerlei Anstalten, die Waffe an sich zu bringen.



Der Waldläufer ist fasziniert von der Autorität dieser großen Frau. Er ist sich sicher das sie ihr Handwerk auf diesem Schiff versteht. Er bezweifelt jedoch das sie in seinem Element - dem Wald - lange ohne Hilfe überleben würde. Was allerdings hierbei leider nicht zur Debatte steht.

Er kneift seine Augen zu und beobachtet jede Bewegung Nirkas. Dann schaut er sie herausfordernd an grinst schief, und reicht der Bootsfrau sein Beil.

"Freut mich sie kennenzulernen"

Er sagt es in einem sehr merkwürdigen Ton. Sein Blick verändert sich keine Sekunde.Er hält ihr das Beil hin und wartet auf ihre Reaktion.



Smirnoff, der noch immer Igens Beil in der Hand hält, wendet sich Nirka zu, mit den Worten:

"Ich glaube, das gebe ich lieber Euch"

hält er der Bootsfrau das Wurfbeil hin.



Die Bootsfrau nimmt die beiden ihr angebotenen Beile kommentarlos entgegen. Allerdings ist sie sich nicht ganz sicher, ob sie die Waffen einfach so beschlagnahmen darf, denn schließlich ist das das Vorrecht des Kapitäns. Aber die Sicherheit der NORDSTERN war bedroht - und das zählt in ihren Augen mehr.


Noch immer sieht sie die Versammelten an und sagt nichts.



Alrik macht Meldung


Somit dreht sich Alrik um, verläßt die Kombüse und lenkt seine Schritte zum Oberdeck. Dort angekommen, hält er Ausschau nach dem Kapitän. Soll dieser doch entscheiden und einteilen, wer nun als erstes vom Eintopf kosten kann, und wer noch länger Dienst schieben muß. Heute, am Tag der Abfahrt scheint sowieso alles etwas drunter und drüber zu gehen. Nirkas lautstarken Worten zufolge, gibt es am Vordeck auch wieder irgendwelche Unannehmlichkeiten. Das ist Alrik jedoch vorerst egal. Er hat Hunger, und je eher das Essen auf den Tisch kommt, desto besser. Zügig steigt der Junge den Aufgang zum Brückendeck hoch. Dort tritt er auf Jergan zu. Mit aufrechter Haltung und erhobener Stimme, als überbringe er hiermit die wichtigste Meldung des Tages, verkündet er:


"Käpt'n! Das Essen ist soweit zubereitet! Der Smutje läßt fragen, wann die hungrigen Mäuler gestopft werden sollen!"



Jergan dreht das Steuer um einige Grad, um die Karavelle auf einen optimaleren Kurs zu bringen. Er tut dies mit der ruhigen Bedachtheit eines erfahrenen Menschen, der genau weiß, was er tut, und warum. Dann wendet er den Blick dem Schiffsjungen zu:

"Das ist gut."

Er schaut kurz auf den Stand der Segel, dann hinüber zu der sich immer weiter entfernenden Küste.


"Wir werden in wenigen Minuten essen. Gib den Passagieren und den Offizieren Bescheid, daß es in der Messe etwas zu essen geben wird. Nirka soll die Matrosen, die gerade nichts zu tun haben, ebenfalls in die Mannschaftsunterkunft zum Essen runter schicken."

Jergan ruft laut:


"FIANA!"



Wie von Jergan befohlen, macht Alrik sich auf dem Weg, um erstmal die Passagiere und dann auch die Besatzungsmitglieder zu Tisch zu bitten. Fiana, die ja sowieso bei Jergan auf dem Brückendeck steht, bedarf wohl keiner nochmaligen Einladung. Also steigt der Junge vom Brückendeck herab und überlegt gerade, ob Nirka im Moment ansprechbar ist, als Elyagor und Larian vorbeikommen. Mit freundlicher Miene geht er auf sie

zu:

"Das Essen wäre jetzt soweit fertig, werte Herren. Es gibt Eintopf. Gespeist wird in wenigen Minuten in der Messe, das ist der Raum gleich gegenüber von der Kombüse."



Der 'Bunte' und der 'Barde'


Gerade als Elyagor mit seinem Zimmergenossen nach oben kommt, spricht sie der Schiffsjunge an. Sofort beginnt sein Gesicht zu strahlen.

"In Travia's Namen: Essen!", meint er, "Danke mein Junge, dann werden wir wohl gleich wieder hinuntergehen."

Dabei wirft er Larian einen fragenden Blick zu, ob er ihn auch in sein 'wir' einbeziehen sollte.



Larian bemerkt den Schiffsjungen erst gar nicht, da er zu sehr mit dem Kätzchen beschäftigt ist. Als er aber das Wort Essen vernimmt schaut er erfreut auf.


"Ja ich denke mein Magen gibt euch recht, wir sollten hinunter gehen."

Dabei nickt er bekräftigend und reibt mit der Rechten symbolisch seinen Bauch. Dann wendet er sich in Richtung Messe, wartet darauf, daß Elyagor ihm folgt und krault Traumauge wieder den Bauch.



Befriedigt nickend folgt Elyagor dem Mann mit der Katze in Richtung Messe, wo er sich mit dem Rücken zur Schiffswand hinsetzt.



Sören wartet


Nachdem Alrik verschwunden ist, schlendert Sören nachdenklich zu der Feuerstelle zurück und beobachtet dann gedankenversunken den kochenden Eintopf, während er auf die versprochenen Hilfskräfte wartet.



Alrik zögert


Alrik nickt den beiden Männern von der Seite zu, dann setzt er seinen Rundgang fort. Sein Weg führt nun zum Vordeck. Vorsichtig nähert er sich der dort versammelten Gruppe. Sein Blick huscht von Nirka über Babo zu den anwesenden Passagieren. Eine ziemliche Anspannung liegt in der Luft und im gleichen Moment bereut es der Junge schon, sich dazu gesellt zu haben.

"Ähm, äh," entfährt es ihm. Dann beschließt er doch besser zu schweigen, bis man das Wort an ihn richtet.



Immernoch versucht Firutin die große Frau vor ihm herauszufordern Sein Blick hat sich in den letzten Augenblicken nicht verändert. Plötzlich tritt Alrik hinzu und scheint etwas sagen zu wollen. Noch einmal wirft der Waldläufer der Bootsfrau ein provozierendes Lächeln entgegen und wendet sich dann Alrik zu.

"Ja?"



Etwas verlegen erwidert Alrik den Blick des Waldläufers. Soll er jetzt oder soll er noch warten bis Nirka...


So richtig wohl in seiner Haut scheint er sich nicht zu fühlen, trotzdem richtet er jetzt das Wort laut und für alle vernehmbar an die Allgemeinheit:

"Nun, ähm, das Essen wäre jetzt fertig, ja. Eintopf. Unten in der Messe."



Der Jäger lächelt amüsiert über die Verwirrtheit des Jungen. Und schaut dann wieder in die Runde in der Immer noch Hochspannung herrscht.

Schließlich sagt er etwas von oben herab und die Augen auf Nirka gerichtet, um ihre Reaktion zu sehen:

"Also ich werde jetzt essen gehen, von dem vielen werfen wird man ja ganz hungrig, außerdem habe dem Barden versprochen ihm bei einem seiner Lieder zu helfen."


Sagt es und wendet sich dann dem gehen zu, dabei beobachtet er Nirka immer noch aus den Augenwinkeln. Er möchte anscheinend sicher gehen das er gleich nicht auf einmal eins von den Wurfbeilen im Schädel hat.

Dann ruft er noch Alrik zu:

"Danke, Junge! Viel Spaß noch mit der netten Gesellschaft."

Und mehr an die anderen gerichtet:

"Wollen sie nicht auch mitkommen?"

Und geht dann in Richtung Messe.



"Ja, ich komme mit. Hab einen Mordshunger." Man kann Arve deutlich ansehen, daß ihm die Situation mehr als peinlich ist. Wahrscheinlich hätte er jeden Vorschlag angenommen, um dieser Frau zu entkommen. Wie ein geprügelter Hund schleicht er hinter dem Jäger her.


"Eigentlich hat sie ja vollkommen recht. Beile auf einem Schiff werfen! Dieser Zwerg hat schon seltsame Vorschläge. Hätte ich doch ein bißchen überlegt. Aber trotzdem hat diese Person kein Recht mich so zu behandeln. Ich zahle ja schließlich. Vielleicht sollte ich mich beim Kapitän beschweren."


Den Jäger hat Arve schon lange aus den Augen verloren:

"Moment mal, wo bin ich eigentlich? Wo ist die Messe? Keine Ahnung."

Verwirrt blickt sich Arve um. Vollkommen in Gedanken hat er sich irgendwie verlaufen. Auf einem Schiff!!! Er kann absolut nichts hören, also begibt er sich zurück in Richtung Deck. Vielleicht findet er noch jemanden, der ihm den Weg zeigt.



"Ah, sehr schön. Mein Magen knurrt mich schon an. Na dann wollen wir mal."

Spricht's und begibt sich Richtung Messe.



Die Bootsfrau läßt sich durch den Schiffsjungen nicht sehr ablenken - sie nimmt seine Worte mit einem knappen

"Ist in Ordnung!"

zur Kenntnis.



Babo zürnt


Erst das Schiff und die Mannschaft gefährden und dann auch noch frech werden. Die Zornesröte steigt Babo beim Benehmen vor allem des Jägers ins Gesicht. Hätte er hier das Sagen, würde er dem Mann eins drüber ziehen, hah, und wie!



Von der Überheblichkeit der Passagiere nur noch mehr gereizt, nimmt Babos Gesicht einen leichten Rotton an, dazu verschränkt er die Arme <die angespannt so aussehen, als würden sie gleich platzen> vor der Brust.



Igen fassungslos


Igen steht noch immer wie angewurzelt beim Vordeck. Er starrt in der Gegend herum und weiß gar nicht wie ihm geschieht. Eigentlich kann er alles nicht ganz fassen. Zuerst wirft er meilenweit mit seinem Beil daneben. Er gerade er, der schon so viele Duelle gewonnen hat. Dann kommen massenweise Leute heran gelaufen und jeder will unbedingt seine Wurfbeile haben. Seine Beile, die er sich schwer erarbeiten hat müssen.

'Wollen die alle jetzt auf einmal mitspielen?'

Und jetzt auf einmal laufen seine Kumpanen wieder weg. Wohin eigentlich? Verdutzt blickt er sich um. Er entdeckt die Bootsfrau mit seinen Wurfbeilen.

Während er noch grübelt was hier alles passiert ist, meldet sich aus dem Unterbewußtsein wieder eine Stimme die er vernommen hat "...das Essen ist fertig..."

Er sieht zur Bootsfrau auf, etwas verdutzt und daher ungewöhnlich freundlich:

" Ähm, würden schie mir bitte meine Wurfbeile wieder geben, ich glaube das Esschen ischt bereit und ich möchte die Mahlzeit nicht verpasschen. Der leere Magen musch der Grund schein für meinen Fehlwurf."

Er streckt die Hand der Bootsfrau entgegen, blickt zu ihr auf mit einem freundlichen Grinser (soweit das durch seinen verwucherten Bart überhaupt zu entdecken ist), in Erwartung seine Beile entgegennehmen zu können.



Die Bootsfrau sieht den Zwerg scharf an.

'Hat er nicht mitbekommen, was ich gesagt habe???'

Sie ist nahe daran, ihn kurzerhand über Bord zu werfen, aber sie weiß genau, daß Jergan Efferdstreu ein solches Verhalten den Passagieren gegenüber niemals dulden würde. Vermutlich würde er sie hinterher werfen...

Sie bedauert, die Hände nicht in die Seite stemmen zu können, weil sie mit den Wurfbeilen beladen sind.


"Ihr werdet die Wurfbeile nachher vom Kapitän zurückbekommen."


Fast unwillkürlich geht ihr diese etwas veränderte Aussage über die Lippen - ihr ist inzwischen klar geworden, daß sie nicht das Recht hat, Eigentum der Passagiere ohne Rücksprache mit dem Kapitän für so lange zu beschlagnahmen.


"Jetzt werde ich sie erst einmal behalten, damit niemand damit Unfug anrichten kann. Ihr könnt nicht einfach auf einem Schiff mit Waffen umher werfen! Eine Bewegung des Schiffes, und Euer Wurf geht daneben - vielleicht trefft Ihr dann Menschen hier an Deck, oder fügt dem Schiff Schäden zu!"


Nirka holt ein paarmal tief Luft, und fährt dann etwas ruhiger fort:

"Ihr versteht sicher etwas von Mechanik - ich brauche Euch bestimmt nicht zu sagen, was geschieht, wenn man dieses Seil dort..."

- sie zeigt auf eine der Wanten -

"...durchgehackt!"



Igen folgt der ausgestreckten Hand der Bootsfrau mit seinem Blick.

"Diesschesch Scheil.....verbunden mit dem Masten .... dem Schegel .... wauw"

Igen steht mit offenen Mund voll Begeisterung vor der Bootsfrau und betrachtet die Tackelage.

"Dasch ischt interesschant. Wenn man angegriffen wird, dann mussch mal alscho verschuchen die Wanten desch gegnerischen Schiffesch zu kappen, und dann..." sein Blick erhellt sich,"...dann, schaun die anderen schön dumm ausch der Wäsche"

Plötzlich beginnen seine Augen zu leuchten und zu Nirka gewandt:

"Habt ihr schon viele Kämpfe auf Schee hinter euch? Erzählt mir. Welche Taktik schlagt ihr ein? Aber ich glaube dasch schollten wir beim Eschen und einem Krug Ferdoker beschprechen."



Die Bootsfrau wundert sich sehr über den Stimmungsumschwung des Zwergen. Sie bemüht sich, ihrer Stimme einen höflichen Klang zu geben - schließlich ist er ein zahlender Fahrgast.


"Wir würden auch... wie habt Ihr das gesagt? - dumm aus der Wäsche schauen, wenn jemand die Wanten durchhacken würde. Was Kämpfe auf See betrifft: Dies ist kein Kriegsschiff, sondern eine Handelskaravelle mit einer eher kleinen Mannschaft. Flucht ist die bessere Alternative zum Kampf. Und... dann haben wir neben unseren Handwaffen noch diese Vorrichtung dort."


Mit leicht leuchtenden Augen zeigt sie auf die Rotze.


Auf den Vorschlag des Zwergen, darüber beim Essen zu reden, geht sie erst einmal nicht ein, denn im Gegensatz zu diesem wird sie nicht in die Messe gehen - als Bootsfrau ist ihr Platz bei der Mannschaft, und nicht bei den Offizieren und Passagieren. Doch darauf wird sie ihn nicht aufmerksam machen.



"Ihr bedient diese Rotze, alscho da möchte ich mal gerne eine Vorführung sehen. Wischt ihr ich interessiere mich für Armbrüschte. Ischt die Rotze ählich zu bedienen?"

Igen ist ganz hin und her gerissen, daß er endlich jemanden gefunden hat mit dem er sich seinem Lieblingsthema, nämlich Kampfkunst widmen kann. Er bewegt sich mit seinen kurzen Beinen in Richtung Rotze, um diese dann genauer zu betrachten.

"Hm, tja, nicht schlecht"

Er schlendert von einer Seite auf die andere, wendet sich dann wieder an die Bootsfrau "Ob ich die wohl mal probieren kann?"



Die Bootsfrau wundert sich immer noch über den Stimmungsumschwung des Zwergen. Doch das Thema begeistert sie, und so antwortet sie fast unverzüglich:

"Eine Armbrust funktioniert anders. Sie nimmt ihre Kraft aus der Spannung einer Feder, während diese Rotze dazu die Spannung verdrehter Seile braucht."

Nirka zeigt von weitem auf das entsprechende Teil.

"Dazu kommt, daß eine Armbrust Bolzen verschießt, während diese Vorrichtung Kugeln oder ähnliches verschießt. Auch Brandsätze könnte man damit auf feindliche Decks schiessen."

Sie hält inne und überlegt kurz, was sie EIGENTLICH sagen wollte.

"Ich glaube nicht, daß der Kapitän Euch damit schiessen läßt... aber Ihr würdet ohnehin Hilfe benötigen - im Normalfall bedienen drei oder vier Mann dieses Geschütz. Was eine Vorführung betrifft: Ich bin NUR die Bootsfrau... ich DARF mit dieser Waffe nicht einfach schiessen, ohne daß der Kapitän es erlaubt. Wenn Ihr sie also im Einsatz sehen wollt, müßtet Ihr ihn schon fragen."


Sie hofft ein wenig, daß er das wirklich tut, denn sie mag diese Waffe und 'spielt' gerne damit.



Igen folgt aufmerksam den Ausführungen der Bootsfrau. Zwischendurch nickt er wissend und in seinem Gehirn rattern schon die Zahnräder wie er diese Technik für die Konstruktion einer neuen Waffe benutzen könnte. Zuhause würden seine Freunde schön schauen wenn er mit sowas anmarschiert. Ja er weiß jetzt, daß er diese Waffe im Einsatz sehen MUSS, nein, er selbst MUSS damit schießen können.

"Wo treff ich den Kapitän? Ich habe mit ihm einigesch zu bereden. Ach ja ich habe ganz vergesschen dasch ihr mir meine Beile zurückgeben wolltet nachdem wir mit dem Kapitän geschprochen haben. Dasch können wir gleich verbinden. Ich werde den Kapitän fragen ob es nicht gut wäre, wenn ihr mich an der Rotze einschult. Schließlich kann es nie schaden falls wir angegriffen werden. Und dabei wollt ihr schicher nicht auf scho einen erfahrenen Krieger wie mich Igen, Eisenhand verzichten."



Nirka antwortet nur auf die eine Frage, die der Zwerg explizit stellt:

"Ihr findet den Kapitän in der Messe, wo es momentan etwas zu essen für die Fahrgäste und die Offiziere gibt. Der Schiffsjunge hat ja vor kurzem dazu eingeladen."

Sie hält inne und fügt dann hinzu:

"Die Messe erreicht Ihr, wenn ihr dort hinunter geht, und dann rechts entlang. Die Tür sollte offen stehen."

Sie zeigt auf den hinteren Niedergang.



Babo beruhigt sich wieder


Kaum zu glauben, aber Babos Gesicht verfinstert sich noch mehr auf Igens Reden. Doch dann bringt Nirka die Rotze ins Spiel. Und als dann das lockere Gespräch zwischen den beiden beginnt, beruhigt sich Babo auch wieder, was allerdings einige Zeit dauert, in der er immer noch regungslos dasteht.



Weil Nirka und der Zwerg so friedlich miteinander schwatzen, macht sich Babo unauffällig aus dem Staub, auf direktestem Weg zur Messe.



Fiana reagiert


Ziemlich irritiert über die Lautstärke des Kapitäns und innerlich ein wenig kichernd :

''Da hat sich wohl jemand sehr weit weg geträumt'


"Stets zu Diensten Kapitän" sagt sie in normaler lautstärke, etwa einen Schritt hinter dem Kapitän, ein grinsen kann sich sich, zwar mühevoll, aber doch erfolgreich verkneifen.



Jergan sieht sich ein wenig verwundert um - irgendwie hat er überhaupt nicht mehr so richtig daran gedacht, daß die erste Offizierin hinter ihm steht.

Er wendet sich ihr zu und sagt:

"Ich werde jetzt in die Messe hinunter gehen, um zu essen. Übernimm du solange das Steuer und das Kommando!"

Er tritt sogleich einen Schritt zurück, um den Platz am Steuerrad frei zu machen.



"Jawohl Kapitän" Antwortet sie dem Kapitän kurz, aber nicht ohne Freude im Gesicht, sie mag es am Steuer zu stehen. Sogleich nimmt sie den freien Platz ein und nimmt das Steuer fest in die Hände. Ihr Gesicht wirkt freundlich und entspannt, ihre Blicke wandern vom Kapitän zur Praiosscheibe und von dort weit nach vorne hinaus auf das Meer, kehren aber immer wieder kurz zurück zum Schiff um nichts aus dem Auge zu verlieren. Da entdeckt sie auch die Bootsfrau die offenbar Äxte von den Passagieren einsammelt.



Der Kapitän nickt seiner ersten Offizierin noch einmal zu, dann macht auch er sich auf den Weg zur Messe.

Er tut dies langsam und bedächtig, und seine Augen schweifen dabei über vielerlei Details der Takelage, der Decks - und auch über die Menschen auf dem Schiff.

Falls er die Gruppe um Nirka bemerkt, so läßt er es sich jedenfalls nicht anmerken.



Fiana ist in ihrem Element, das dot unten etwas seltsames zwischen der Bootsfrau und den Passagieren vorfällt registriert sie zwar, denkt sich jedoch das es wohl nichts ernstes ist und konzentriert sich sofort wieder auf das Steuer, eine minimale Kurskorrektur sorgt dafür das die Nordstern wieder Optimal zum Wind steht und gute fahrt macht.



Arme Sari


Nirkas kurzangebundene Bemerkung genügt Alrik als Bestätigung dafür, daß seine Meldung zur Kenntnis genommen wurde und er sich nicht weiter aufhalten lassen sollte. Auch die ersten Gäste machen sich bereits daran, die Messe aufzusuchen.


Der Junge wendet sich ab und steigt hinter dem Jäger auf das Oberdeck herunter. An der Reling entdeckt Alrik noch eine junge Frau, die ihm vorher noch gar nicht aufgefallen ist. Von ihrer Kleidung her und auch ihrer angespannten Körperhaltung zufolge, kann es sich aber nur um eine Passagierin handeln. Der Junge tritt an die Nivesin heran.


"Efferd zum Gruße. Es gibt jetzt Essen unten in der Messe."

Er mustert die Frau von der Seite. Wirkt sie reichlich blaß oder täuscht ihn das helle Praioslicht? Alrik ist sich da nicht ganz sicher.

"Oder ist Euch nicht wohl? Wir können auch einen Tee für Euch zubereiten, wenn Ihr keinen Appetit auf Eintopf habt."



Alrik blickt die Nivesin etwas schief von der Seite an. Hat sie ihn überhaupt gehört oder schwebt sie mit ihren Gedanken ganz woanders?

"Nun, Ihr könnt es Euch ja noch überlegen. Ich..."

Alrik deutet mit der Hand auf den Niedergang zum Unterdeck "...muß mich sputen."


Eilig saust Alrik die Stufen herunter, um auch die beiden anderen Offiziere schon mal von der anstehenden Mahlzeit zu informieren. Mit knappen Worten weißt der Junge daraufhin, daß jetzt erst mal der Kapitän mit den Passagieren speist. Mit den Worten "... und der Smutje hätte gerne noch ein oder zwei Leute, die ihn bei der Essensausgabe unterstützen," endet Alrik. Einen Moment lang verharrt Alrik noch. Er zieht die Augenbrauen zusammen und überlegt angestrengt, ob er jetzt noch einen Auftrag oder sonst irgendwas vergessen hat.



In der Messe


Der Kapitän geht die wenigen Schritte, die ihn noch von seinem Ziel trennen, und betritt dann die Messe.

In dem Raum, der an zwei Seiten Regale hat, in denen einige Erinnerungsstücke aus der bisherigen Existenz des Schiffes sich den Platz mit einigen gut verstauten Bechern teilen, gibt es einen länglichen großen Tisch, an dessen einem Stirnende nun der Kapitän Platz nimmt - das ist sein angestammter Platz.

Jergan wird jetzt hier mit den Passagieren und dem Bordmagus speisen - die anderen beiden Offiziere werden dies später mit Fiana zusammen nachholen.

Jergan macht für die, die außer ihm auch schon in der Messe sind, eine einladende Handbewegung in Richtung der freien Stühle.



Der Norbarde kommt die Treppe herunter, betritt die Messe und blickt sich kurz um. Kurz entschlossen zieht er gegenüber dem Barden und dem Bunten einen Stuhl zurück und legt erstmal den Pelzmantel ab, den er über die Stuhllehne hängt. Darunter trägt er ein weites, rotes Leinenhemd, das an den ärmeln und am Kragen mit kunstvollen Stickereien verziert ist.


"Travia zum Gruße, meine Herren", spricht er die Sitzenden an. "Gestattet Ihr, daß ich mich zu Euch setze? Mein Name ist Agor Smirnoff, meines Zeichens Händler."



Larian setzt den kleinen Kater auf dem Boden ab. 'So mein kleiner, ich muß jetzt erst mal was essen.', denkt er sich, als ob die Katze seine Gedanken lesen könnte. Dann setzt er sich auf den freien Stuhl neben Elyagor. Er bemerkt den wartenden Waldläufer und meint:

"Na, wollt ihr euch nicht zu uns setzen?"

Erst dann nimmt er sich des Händlers an.

"Oh, ein Händler sagt ihr. Mit was handelt ihr denn und wohin wollt ihr denn mit eurer Wahre?"



Der Norbarde nickt dem hereintretenden Kaptitän zu und kommt der Aufforderung nach, sich zu setzen.


Smirnoff streichelt seinen über der Stuhllehne hängenden Mantel.

"Mit feinsten nordischen Pelzen. Ich habe eine Lieferung für einen guten Kunden in Gareth."



"Nun, danke!"
Firutin wandte sich zu seinem Fast-Zimmerkameraden und setzte sich dann
Gegenüber von ihm und dem Barden.

"Ein niedliches Kätzchen haben sie da!"



Arve irrt umher


Inzwischen ist Arve wieder an Deck angekommen. Hilfesuchend blickt er sich um. Da am Steuer steht doch jemand. Tatsächlich. Eine Frau. Schnell geht er zu ihr hinüber.


"Entschuldigen sie mich bitte. Ich hab Hunger und weiß aber nicht wo die Messe ist. Könnten sie mir den Weg sagen? Oder vielleicht sogar zeigen, wenn sie hier weg können."



"Weg kann ich hier nicht, sonst fahren wir wer weiß wo hin, aber es ist ganz einfach."

Sie deutet mit dem Zeigefinger auf den neben dem Fockmast liegenden Treppenabgang. und meint:

"Dort geht ihr hinab und geht dann so lange in Richtung Heck bis ihr vor einer Wand steht. In der Wand gibt es eine Tür, durch die geht ihr und seid in der Messe".

Freundlich blickt sie ihn an und wartet auf eine Reaktion die ihr zeigt das er alles verstanden hat.



"Vielen Dank!"

Arve macht sich auf den Weg und erreicht kurz darauf auch die Tür zur Messe. Er hält kurz inne und tritt ein. Er verschafft sich einen kurzen Überblick und setzt sich schließlich auf einen freien Platz.



Alrik verzieht sich


Immer noch grübelnd, wandert Alrik gemächlich von dannen. Vollkommen in Gedanken versunken, führt ihn sein Weg in die Richtung der Mannschaftsunterkünfte. Vor einer kleinen, bescheidenen Holzkiste kniet sich Alrik nieder. Doch ist sie groß genug, um die gesamten Habseligkeiten des Schiffsjungen aufzunehmen. Versonnen streicht Alrik über den Deckel der Kiste, sein Blick ist dabei nach innen gekehrt, ohne einen festen Punkt in der Umgebung zu fixieren, seine Gedanken schweifen ab...



In der Messe


Jergan läßt die Blicke über die Versammelten streichen. Irgendwie fehlen noch einige der Passagiere - und der Schiffsmagus. Da Alrik allen Bescheid gesagt hat, sollten sie wohl in den nächsten Augenblicken

auftauchen - falls sie dies überhaupt vorhaben.



Der Pelzhändler sieht sich ungeduldig um.


"Wo bleibt denn jetzt das versprochene Essen? Oder wenigstens die Getränke?"



Der junge Barde schien eine Zeitlang in Gedanken versunken zu sein, doch auf einmal strafft er sich wieder und blickt sich um.

'Oh, es sind ja einige angekommen.', denkt er sich, 'Da ist ja auch dieser Waldmann...'

Er wendet sich an Firutin:

"Nun wehrter Mann der Wälder, Ihr wolltet mir doch beim Essen, etwas über die Natur und die Wildnis erzählen..."



Smutje in Zeitnot


Als er feststellt, daß ihm offenbar niemand freiwillig zu Hilfe eilt, reist sich der neue Smutje von dem fesselnden Anblick des kochendes Eintopfes los und stapft in Richtung Messe. Dort angekommen, blickt er sich ein wenig zweifelnd um und fragt dann unsicher in die Runde:

"Könnte mir vielleicht jemand beim Tragen des Topfes helfen?"



In der Messe


Firutin wendet sich zum Barden und meint

"Deswegen bin ich hier!"

Dies sagt er mit dem selben irritierenden Grinsen welches der Barde immer zu tragen pflegt.

"Was genau wollen sie den Wissen. Ich kann ihnen von der Menschen offenen Seite der Wälder erzählen. Dort bin ich aufgewachsen. Im schönen Firunen!

Aber ich kann ihnen auch von der dunklen Seite des Waldes erzählen. Die die nur Leute von meinem Schlag lebend wieder Verlassen. Nicht das sie böse wäre. Nein sie ist nur sehr anders als die bekannte Waldwelt."

Er schaut den Barden fragend an.


Plötzlich kommt der Smutje rein und ruft seltsame Dinge von wegen Tragen helfen.

Er ignoriert dies zunächst.



Ohne auf das Grinsen des Mannes einzugehen, antwortet Elyagor leichthin:

"Oh, ein dunkle Seite? Das hört sich nach Gefahren und Heldentaten an. Erzählt doch."



Firutin und die „dunkle Seite des Waldes“


Firutin legt das Grinsen ab und räuspert sich kurz. Dann wird er wieder ernst und schaut gedankenverloren in die Gegend.


"Die dunkle Seite, Zunächst einmal, es ist viel dunkler dort als in normalen Wäldern. In besonders gefährlichen Teilen kann man sogar die eigene Hand vor Augen nicht mehr erkennen. Die Bäume sind höher und stämmiger. Sie flößen einem Angst ein. Die ganze Zeit ist ein merkwürdiges knarren und rascheln zu hören. Als wenn sie miteinander reden. Wenn man versucht weiterzugehen hat man das Gefühl als wollen die Bäume dich verfolgen. Manchmal kommen sie näher an dich heran und manchmal denkst du das sie dich zerquetschen wollen.

Mir ist einmal folgendes passiert:

Ich ging meines Weges. Ich gehe oft solche Wege durch den Wald ob dunkel oder hell. Ich kenne mich dort einfach besser au und gehe Diebesgesindel und Straßenräubern aus dem Weg. Nun als ich in diesem Teil des Waldes war, ging ich daher und hörte wieder dieses rascheln und knarren. Ich wußte das die Bäume über mich redeten. Ich konnte in manchem sogar ein altes Grauen erregendes Gesicht erkennen. Die Bäume kamen näher, und ich ging schneller. Ich versuchte so schnell wie möglich hier herauszukommen, denn mir haben meine Eltern erzählt, daß wenn Bäume miteinander reden und auf dich zu kommen das nichts gutes verheißen kann. Ich fing an zu rennen, doch plötzlich stand auf dem schmalen Pfad auf dem ich ging ein riesiger Baum. Und direkt neben ihm noch zwei, etwas kleinere Bäume. Es hatte keinen Sinn. Ich mußte mir einen anderen Weg suchen. Doch überall wo ich auch nur hinwollte, irgendwo standen immer Bäume herum, bis ich irgendwann vollkommen umzingelt war. Ich betete zu Firun und zu seiner Tochter. Und zu Phex, das er mir Glück bringen sollte. Und zu Boron, auf das meine Zeit jetzt noch nicht abgelaufen sei. Die Bäume kamen immer näher und es gab keine Möglichkeit zu entkommen.

Plötzlich packte mich etwas am Fuß. Voller Schreck starrte ich nach unten. Eine riesige Wurzel hatte mich gepackt und klammerte sich an mir fest. Ich zog schnell meinen Dolch und versuchte mich los zu schneiden, doch es half nichts. Es war genauso effektiv wie wenn sie versuchen einen Amboß mit einem Strohhalm zu zerschlagen. Schließlich gab ich es auf. Ich kam von der Wurzel nicht los, und die Bäume kamen immer näher. Ich steckte meinen Dolch weg und ergab mich den Zwölfen. Auf einmal riß mich die Wurzel nach unten bis unter die Erde. Dort zog sie mich ein ganzes Stück einen Gang lang den sie mit ihrer Größe wohl geschaffen haben mag. Dann war ich wieder über der Erde und die Wurzel hob mich auf eine Astgabelung eines großen Baumes. Er war nicht so groß wie die anderen die mich bedrohten. Aber seine drei Schritt mochte er schon messen. Ich wußte nicht mehr wie mir geschieht und fragte mich was als nächstes geschehen sollte. Der Baum fing an zu gehen. Ich war sehr überrascht und wäre beinahe heruntergefallen, doch der Baum hielt mir äste hin an denen ich mich festhalten konnte. Schließlich kamen wir an eine Höhle in der Erde. Sie war groß. Groß genug das der Baum hinein paßte.

Ich war sehr überrascht, aber nicht so sehr wie als ich im inneren der Höhle war. Es gab dort Stühle, Tische, Gläser, halt alles was sich in einer Wohnung so befindet. Der Baum setzte mich auf einer Bank neben einem Tisch ab. Plötzlich formte sich aus einem großen Stück Rinde ein Gesicht.

Es war nicht so alt und grausam wie die Gesichter die ich im Wald gesehen hatte. Nein, es war irgendwie, gutmütig. Und plötzlich fing er an zu reden:

'Mein Name ist Eichenborn, Ich bin ein Baummann. Du brauchst dich nicht vor mir zu fürchten, ich will dir nichts tun. Doch sag wer und WAS bist du?' Ich war sehr überrascht. Trotzdem vermochte ich noch zu stammeln:

'Mein Name, äh, ist Firutin, äh, Firutin Fuxfell. Und ich bin ein Jä äh Mensch.'

'Ein Mensch?!' Sagte Eichenborn mit seiner alten, kauzigen, aber gutmütigen Stimme.

'Ich habe noch nie von Menschen gehört. Bist du ein Elf? Elfen kenne ich. Elfen kommen oft vorbei, von den Steinen, Salamandersteine.' Ich war erstaunt. Warum machten Elfen so einen langen Weg von den Salamandersteinen bis hierher. Und warum wußte er nicht was Menschen waren? Meine Furcht wich nun da ich sah das dieser Kerl mich gerettet hatte und offenbar ein Freund war.

'Nun, ich bin kein Elf. Ich bin Elfen auch nur selten begegnet. Und ich bin verwundert. Warum nehmen Elfen einen soo großen Weg auf sich? Und warum wißt ihr nicht was Menschen sind? Sie haben schon fast ganz Avebturien besiedelt. Und, wiso haben sie mich vor den anderen Bäumen gerettet?'

'Viele Fragen, viele Fragen. Sie alle brauchen Antworten, und sie werden Antworten bekommen. Aber später. Das Menschlein muß sich ausruhen. Hast viel mitgemacht.'

Ich vermochte nicht ein Wort des Wiederspruchs zu geben. Nicht weil ich nicht wollte. Nein irgendetwas Zwang mich. Der Baummann brachte mich in eine weitere Höhle. Es war hell, und überall strahlte es weiß. In der mitte der Höhle stannt ein, menschengroßes, Bett. Es schien äußerst weich zu sein. Ich hörte das Geräusch von Vögeln die in der Sonne zwitschern.

Es lag eine magische Aura über diesem Raum. Das konnte ich fühlen. Auch wenn ich bis jetzt nur wenig mit Magie zu tun hatte, das konnte ich förmlich spüren.

'Geh schlafen, ruh dich aus' sagte Eichenborn 'Wir werden uns unterhalten wenn

du wieder wach bist.'

Ich ging schlafen, und ich schlief sofort ein. Ich hatte viele schöne Träume ehe ich wieder aufwachte und ausgeruht war. So ausgeruht war ich in meinem ganzen Leben noch nicht. Eichenborn war nicht im Raum. Ich stand auf und wusch mich kurz mit Wasser was neben dem Bett stand. Es war klar und blau. So blau wie es sonst kein Wasser ist.

Aber an diesem seltsamen Ort wunderte ich mich über gar nichts mehr. Ich ging dann wieder in die Höhle wo ich ganz am anfang angekommen war. Es duftete herrlich nach Essen. Eichenborn saß auf der Bank und wartete anscheinend auf mich.

'Ahhh, das Menschlein ist aufgestanden, nun hat ja auch drei Tage und drei Nächte durchgeschlafen. Mußt hungrig sein. Greif zu!'

Dies ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen. Dann unterhielt ich mich viel mit Eichenborn. Ich erzählte ihm über die Menschen und er erzählte mir über sich. Ich erfuhr dabei viele interessante Dinge.

Als ich gehen mußte gab er mir zum Abschied noch ein Amulett. Ich trage es

heute noch immer bei mir. Ich habe es in meiner Kabine. Ich kann es gleich

holen, wenn sie wollen.

Nun, diese dunkle Seite besteht natürlich nicht nur aus Bäumen. Nein auch aus Wesen und Pflanzen die noch nie jemand zuvor gesehen hat. Eichenborn war nur eines der Wesen. Ich habe noch viele andere kennengelernt und von jedem habe ich ein kleines Andenken.

Nicht alle Wesen waren und sind freundlich. Nein, ich habe viele Gefahren und Abenteuer in diesem unerforschten Teil Aventuriens gefunden. Das mit den Bäumen war nur eines von vielen. Wenn sie wollen erzähle ich ihnen noch mehr."

Firutin blickt mit glasigen Augen den Barden an. Er ist nun in einer anderen Welt. In seiner Welt. Und er erinnert sich mit freuden an alles was er erlebt hat.

Dann schüttelt er sich kurz und kommt in die 'normale' Welt zurück.



Zuerst interessiert und dann immer konzentrierter hört der Pelzhändler des Waldläufers Geschichte über die dunkle Seite des Waldes zu.



Gebannt lauscht auch Larian der Geschichte des Waldläufers und als die Geschichte endet steht ihm der Mund weit offen.


"ä, Firutin - ich darf euch doch so nennen - dürfte ich diese Geschichte wohl weitererzählen? Ich würde sie natürlich nicht ändern, nur ein bißchen ausschmücken und eurem Namen würde es ja auch nicht schaden. Ihr müßt wssen, daß das Geschichten erzählen und sie mit meiner Magie auszuschmücken einer meiner vielen Berufe ist."



Ein bißchen irritiert darüber das er jetzt plötzlich im Mittelpunkt steht - da er so etwas nicht gewöhnt ist - erwidert Firutin Larians Frage:


"Ich freue mich das diese Geschichte so großen Gefallen findet. Mir wird nicht häufig zugehört wenn ich Geschichten erzähle. Aber, natürlich Herr Larian. Sie dürfen sie gewiß weitererzählen. Ich halte nichts von Geschichten die nur von einem menschen erzählt werden dürfen. Geschichten sind dazu da erzählt zu werden. Aber sagt, was ist euer Beruf?"


Immer noch etwas verlegen blickt sich der Jäger im Raum um.



"Verzeiht, wenn ich mich einmische, das war wahrlich eine fesselnde Geschichte. Aber sagt, wie nennt man diese Wesen, von denen Ihre eines traft? Ich habe manch Monat in den Wäldern zugebracht und Geschichten von Waldschraten gehört, und wäre auch selbst schon beinahe einmal einem in die knorrigen Arme gelaufen, aber die sind anders, oder nicht?"



Firutin schaut Smirnoff an.


"Nun, Ich kann nur davon berichten was dieses Wesen mir erzählte. Es sagte es sei ein Baummann. Ich habe auch nicht weiter nachgefragt, da mir das als Antwort genügte. Dieses Wesen ist rein friedlich.

Doch, ähm wenn ihr die Wesen meint die mich beinahe getötet hätten, dann kann ich euch auch nicht weiterhelfen. Es hat, soviel ich weiß, noch nie ein Mensch mit diesen Wesen reden können oder hat nicht lange genug gelebt um dieses Wissen weiterzugeben. Sie reden immer nur in ihrer eigenen Sprache die kein Mensch verstehen kann. Menschen geben ihnen merkwürdige Namen. Doch für mich sind sie, nun ja, wie jeder Baum. Ich bin mir sicher, nun, ich glaube daran, daß jeder Baum ein eigenes Individuum ist. Für mich sind Bäume keine Leblosen Gegenstände. Es gibt nur Bäume und ähh Bäume. Die einen halten sich mehr zurück oder sind bereits tot. Die anderen sind entweder gut oder böse. Doch meistens sind die guten die zurückhaltenden und die bösen die, von denen ich gerade eben erzählte. Wenn ich etwas kaufe was aus Holz ist muß ich mich zuerst vergewissern, ob es von toten Bäumen kommt. Meistens mache ich mir so etwas aus Holz aber selber. Bei mir zuhause lernt man so etwas. Nun, ich kann Menschen nicht verstehen, die Bäume, die noch leben töten.

Bitte fühlen sie sich nicht angegriffen, ich kann auch nicht verstehen wie jemand mit Pelzen, die nun wirklich nur ein Luxusgegenstand sind, handelt. Meine Überzeugung ist es, nichts wehrloses zu töten, wenn es nicht unbedingt sein muß. Oh ich merke ich schweife vom Thema ab, entschuldigen sie bitte. Herr Kapitän, mich würde interessieren wie sie, als Seemann, über die Wälder denken.

Und, Herr Smirnoff, erzählen sie mir doch bitte über ihre Erlebnisse. Vielleicht kann ich ihnen noch etwas mehr weiterhelfen."


Nun, schaut der Waldläufer abwechselnd zum Kapitän, zu Smirnoff, zu Larian und zu dem Barden, der sich noch überhaupt nicht geäußert hat.



"Selbst begegnet bin ich noch keinem solchen Wesen, doch ich habe Geschichten von verschiedenen Jägern und Fallenstellern gehört, die auf wandelnde Bäume getroffen sind. Ein Mitglied der Fallenstellergruppe, von der ich regelmäßig Fuchspelze beziehe erzählte mir einmal, wie ein Lagerfeuer außer Kontrolle geraten war. Als sie versuchten, das Feuer zu löschen, wurden sie von einem Wesen angegriffen, das der Bornländer als Waldschrat bezeichnete. Er beschrieb es als wandelnden Baum mit starken ästen anstelle von Armen, mit denen es gewaltige Schläge austeilen konnte. Die Fallensteller waren nur mit Kurzbogen und Dolchen bewaffnet, die anscheinend nichts gegen das Baumwesen ausrichten konnten und ergriffen die Flucht, vergaßen aber dabei zum Glück ihre Beute nicht."



Während Firutin erzählte, wurden die Augen des Barden immer größer und seine Kinnlade nähert sich in bedenklicher Weise seinem Brustkorb. Schließlich sitzt er noch eine Weile da und scheint das Gehörte zu verarbeiten, vielleicht machte er ja schon etwas aus dieser Geschichte. Schließlich, als es auf einmal still wird, schreckt er wieder auf und sprudelt förmlich hervor:

"Das wäre eine wunderbare Grundlage für eine Ballade! Würdet Ihr mir gestatten eure Geschichte, und damit natürlich auch Euch, für die Nachwelt unsterblich zu machen?"

Er scheint ganz aufgeregt zu sein und will schon aufstehen um zu seinem Schreibzeug in der Kabine zu gehen, als sein knurrender Magen ihn daran erinnert, wo er eigentlich ist.

"Aber ich glaube, das hat noch ein halbes Stündchen Zeit, oder?", meint er während

er wieder sein bekanntes Lächeln aufsetzt und zwinkert.

"Schauen wir lieber, was der Schiffskoch für ein Meisterwerk vollbracht hat."



Die 'Graue'


Hrakasch'mer hat ihre Wut verloren. Zwischen Taurolle und Reling sitzend sieht sie hinaus auf die Bucht von Riva während sie sich putzt. Und sie putzt sich ordentlich. Immer wieder fährt sie sich mir den Vorderpfoten über das Gesicht, leckt sie ab und wiederholt den Vorgang.

Plötzlich hält sie inne, nimmt eine geduckte Haltung ein, schaut über das Meer ... aber ihre Erfahrung sagt ihr, daß der Vogel zu weit weg über dem Wasser ist.

Können Vögel lachen?

Als sie mit der Morgentoilette fertig ist, verspürt sie das leichte Ziehen im Magen, das zur Jagd aufruft...

Die Graue erhebt sich und sieht auf das Deck hinunter. Bei dem Getrampel der Zweibeiner flieht alles Eßbare sofort! Sie steigt, mit dem Kopf voran, die Reling hinab, auf eine Kiste und auf das Oberdeck. Langsam, ohne Eile, geht sie wachen Sinnes unter der Treppe zum Vordeck entlang zum Niedergang in das Unterdeck. Dort bleibt sie eine Weile lauernd stehen.



Alrik kehrt zurück


Alrik klappt die Kiste auf und greift nach einem kleinen Lederbeutel, der gut getarnt zu allerunterst in der Kiste liegt. Er löst den Knoten in der Schnur mit dem der Beutel verschlossen ist. Neben wenigen Kupfermünzen befinden sich dort zwei bunte Murmeln, einige schön geformte Muscheln und eine Haarspange, die man wohl eher im Besitz eines Mädchens oder einer jungen Frau vermutet hätte. Alrik greift vorsichtig nach der Spange und betrachtet sie gedankenverloren, fast schon mit bekümmerten Gesichtsausdruck. Er streicht mit der Hand über die glatte, glänzende Oberfläche der Spange, dann legt er sie zurück.

Nur widerwillig reißt sich Alrik von seinen Gedanken los. Es ist Essenszeit, jeden Moment könnten hier weitere Matrosen aufkreuzen und dumme Fragen mag der Junge jetzt wirklich nicht beantworten. Alrik greift in die Tasche seiner Hose und befördert seine frisch erworbene Barschaft ans Tageslicht. Mit einer gewissen Vorfreude seinem Ziel wieder ein Stückchen näher gekommen zu sein, legt er die sechs Münzen zu den anderen in den Beutel. Danach verschnürt er den Beutel wieder und legt ihn ganz nach unten, unter seine Sachen.


Alrik schließt die Kiste und steht auf. Ein Schiffsjunge hat im Prinzip nie so richtig freie Zeit. Alrik tu dies', Alrik mach jenes, ständig gibt es was zu tun. Seufzend tritt der Junge den Weg zur Kombüse an. Erstmal etwas Eintopf essen, soviel Zeit muß sein.


Dort angekommen, sieht er den Smutje gerade durch die Tür zur Messe verschwinden. Alrik bleibt vorerst auf dem Gang zwischen Küche und Messe stehen und wendet den Blick einmal kurz nach links und rechts. Der Eintopf brodelt immer noch auf dem Feuer vor sich hin. Dabei hatte er doch Bescheid gesagt. Er seufzt.


"Sören?" fragt er leise von hinten, um sich beim Smutje bemerkbar zu machen.



Ein wenig überrascht wendet der sich um und erblickt Alrik.

"Ja?" antwortet er.



"Hmmmm", macht Sören mit halb mitleidigem, halb schadenfrohem Lächeln, und fügt dann hinzu:

"Da sich sonst niemand gemeldet hat, hilf mir doch eben noch mal, das Essen hierher zu schaffen. Vorher kannst du eh nicht anfangen."



"Ist gut." Alrik zuckt mit den Schultern. "Gesagt hab' ich's aber. Ob die alle noch keinen Hunger haben?" überlegt er leise. Dann geht er schon mal vor, an der Herdstelle wartet er auf Sören.



Mit einem resignierten Schulterzucken und einem gemurmelten "Muß wohl so sein..." folgt der Smutje dem Schiffsjungen und stellt sich dann ein wenig unschlüssig Alrik gegenüber an den Topf.

"Wie packen wir das jetzt am besten an", überlegt er laut, während er sich mit dem rechten Fuß an der linken Wade kratzt und sich nebenher an der Wand abstützt, um ob er Bewegung des Schiffes nicht zu stürzen.



Alrik sieht den Smutje fragend, oder vielmehr zweifelnd an. Vorsichtig tippt er mit den Fingerspitzen an eine Seite des Henkels.

"Uuh. Das ist aber heiß." Rasch zieht er die Hand wieder zurück.



Arme Sari


Nachdem Sari in die Mannschaftskajüte gegangen war, hörte man lange Zeit nichts mehr von ihr - eine halbe Ewigkeit schien sie in Borons Armen zu verbringen.


Nun hört man leise Schritte auf der Stiege und ein leises Ächzen, und schließlich betritt sie das Deck. Ihr Kopf glüht wie die untergehende Abendsonne, und Schweiß bedeckt Stirn und Wangen. Sie hat Fieber.


Zitternd und mit unsicherem Schritt zieht sie die Nivesendecke enger um den Körper, und geht zur Reling, ohne andere auf Deck zu beachten. Dort bleibt sie stehen und schaut hinaus aufs Meer.



Sigrun und Fiana


Sigrun hat beim Setzen der Segel gefunden und hinterher mal hier und mal dort mit angefaßt. Vor kurzem hat sie den Schiffsjungen gehört, der den Passagieren mitgeteilt hat, daß das Essen bereitet ist. Sie sieht, daß auch Babo sich auf den Weg nach unten macht, wohl auch, um zu essen. Nirka scheint sehr beschäftigt zu sein, daher begibt sie sich zu Fiana.


"Na, das scheint ja richtig Spaß zu machen," begrüßt sie sie mit einem Grinsen. "Bisher haben ja immer so ziemlich alle mitgeholfen. Wie sieht es denn aus, gibt es schon eine Einteilung, wer von den Matrosen jetzt erst weiter arbeiten soll? Wenn das genug sind, würde ich mich gerne denen anschließen, die jetzt essen und dann später wieder übernehmen."



Fiana sieht die Matrosin an, die zu ihr getreten ist, dann nickt sie.


"Noch haben wir ruhige See. Die Hälfte soll jetzt gehen, die anderen danach. Was dich betrifft... da du fragst, kannst du das selbst entscheiden und den anderen mitteilen."


Ein wenig grinsend wendet Fiana sich wieder dem Steuer zu.



Zufrieden beginnt Sigrun in Richtung Großsegel zu gehen. Dort ruft sie einmal laut:

"Die Hälfte der Matrosen kann jetzt essen gehen!".

Anschließend geht sie schnell zur Luke. Es ist nicht nur der Hunger, der sie in den Mannschaftsraum treibt, sondern auch die Neugier auf die anderen Mannschaftsmitglieder. Bisher, bei der Arbeit, hat sie nicht viel mitbekommen, sie hatte zuviel damit zu tun, sich auf dem neuen Schiff zurechtzufinden.

'Vielleicht finde ich beim Essen etwas mehr über die Gewohnheiten auf diesem Schiff heraus', denkt sie hoffnungsvoll.



Mit schnellen Schritten begibt sich Sigrun zum Mannschaftsraum. Dort angekommen sieht sie sich enttäuscht um: von Essen ist weit und breit nichts zu sehen. Schließlich zuckt sie mit den Schultern und geht zu ihrem Lager, um dort das Eintreffen des Essens zu erwarten.



Igen bekommt Hunger


Nachdem Babo sich auch bereits entfernt erinnert sich Igen wieder daran, daß er eigentlich Essen fassen wollte. Er sieht nochmal zu Nirka auf:

" Alscho esch wäre nett wenn ihr mir jetzt entlich meine Beile wieder geben würdet, ich möchte gerne esschen gehen. Hinfinden werde ich dank eurer Erklärung."

Igen streckt seine Hand aus, um die Beile in empfang zu nehmen.



Nirka schüttelt den Kopf. Wie kann man nur so starrsinnig sein?

"Ich sagte doch, daß Ihr sie vom Kapitän zurückbekommen werdet. Ich bin gar nicht befugt, sie Euch auszuhändigen. Ihr findet ihn unten in der Messe."

Sie bemüht sich, diese Worte freundlich klingen zu lassen.



Igen meint nur kurz:

"Gut, dann gehen wir hinunter zum Kapitän. Dort kann ich dann gleich mit ihm auch über den Gebrauch der Rotze reden."

Ohne auf die Antwort zu warten, startet er in Richtung der Luke. Bei der Luke angekommen, wendet er sich kurz um ob ihm Nirka gefolgt ist. Andererseits ist es ihm eigentlich schön langsam egal. weglaufen kann sie ihm sowieso nicht, und der Hunger den er verspürt ist momentan vorherrschend. Trotzdem fühlt er sich ohne seine Beile doch fast wie nackt.



Die Bootsfrau sieht dem Zwerg kurz hinterher, doch sie hat nicht im geringsten die Absicht, ihm zu folgen. Statt dessen geht sie in Richtung des vorderem Abganges, um dem von Sigrun verkündeten Essen-Aufruf zu folgen.



In der Messe


Igen klettert durch die Luke nach unten, dort angekommen weht ihm schon der Duft des Mahls entgegen. Zielstrebig geht er in Richtung der Messe. Er blickt kurz in den Raum und entdeckt, daß der Raum schon ganz schön voll ist. Er tritt ein und sucht nach einem Platz der ihn möglichst in die Nähe vom Kapitän bringt.



Jergan begrüßt auch den eintretenden Zwerg mit einem freundlichen Nicken, und hört dann wieder den interessanten Gesprächen der anderen zu. Da es um landgebundene Themen geht, will und kann er nicht so recht mitreden. Seine Abenteuer haben sich woanders abgespielt...



Unterdessen in der Küche


Sören lächelt ein wenig mitleidig bis zweifelnd un meint dann amüsiert:

"Ich dachte, du machst das schon eine Weile! Nimm dir einfach irgend'n Lappen und dann laß uns den Kram rüber schaffen, bevor die Leute ungeduldig werden."

Sodann befolgt er seinen eigenen Rat und wickelt eines der Handtücher um seine Hand, ergreift einen der Henkel und sieht Alrik abwartend an.



"Ja, ja," entgegnet Alrik und greift gleichzeitig zu einem anderen einigermaßen sauberen Lappen. Sörens spöttische Bemerkung zu Alriks früheren Kychenaktiviäten läßt er mal so im Raume stehen. Nicht daß Alrik nicht gerne in der Kombüse hilft, immerhin kann man dort noch das eine oder andere abstauben. Man ist hier schließlich an der Quelle und die soll ja nicht versiegen. Also darf man den Smutje, im Hinblick auf die gerade erst begonnene Reise, nicht gleich verstimmen.


'Andere Köche, andere Sitten,' denkt Alrik noch als sein Blick den Schrank streift, worin sich noch so allerlei Schüsseln und sonstiges Zubehör befindet.


Dann greift er mit der durch den Lappen geschützen Hand an den Henkel und hebt den Kessel mit an. "Auf geht's."



Nachdem er den ersten Schritt mit dem Topf getan hat, stutzt Sören, bleibt stehen und fragt Alrik ein wenig verwirrt:

"Sag mal, ist das so eigentlich üblich? Es muß doch etwas weniger Kraftaufwendige Methoden geben, den Leuten ihr Essen zukommen zu lassen."



Der Schiffsjunge verharrt einen Moment und überlegt, während er den Smutje mustert. Die beiderseitig eher unbeholfene Vorgehensweise scheint ihn nicht wirklich zu irritieren, hier wurde schon auf vielerlei Arten serviert. Andererseits, so überlegt er weiter, wenn man jetzt den ganzen Kessel herüber bringt, dann wird's wohl noch etwas dauern bis Passagiere und Offiziere fertig sind und die Mannschaft ihren Anteil erhält, wenn denn überhaupt noch was übrig bleibt. Das leuchtet inzwischen auch Alrik ein.


"Wie ich vorhin kurz sag.." will er noch vorlaut anbringen, unterbricht sich dann aber. Er macht eine knappe Kopfbewegung in die Richtung der Herdstelle, um dem Smutje anzudeuten, den Kessel noch einmal abzusetzen.


Mit den Worten:

"Wir füllen doch besser um" legt er den Lappen weg und tritt zur Seite. Er geht zu einem Schrank und holt für den Anfang mal zwei Schüsseln hervor. Ausgerüstet mit jeweils einer größeren Schüssel in der Hand, so kommt er zu Sören zurück.

"Wo is'n die Schöpfkelle?"



Sören richtet sich wieder auf, nachdem er den Kessel auf den Boden gestellt hat und blickt sich dann suchend um.

"Ja, wo hab ich die hingelegt...?"

Er geht wieder zu der Kochstelle zurück, sieht sich noch einmal um und entdeckt sie dann schließlich.

"Ah, hier, ja..."

Sodann bringt er sie zum Topf hinüber und wartet, bis Alrik mit der Schüssel soweit ist.



Alrik stellt die eine Schüssel auf eine Kiste neben sich. Die andere ergreift er fest mit beiden Händen und hält sie Sören hin, auf daß er sie mit Eintopf füllt.

"Mach aber nicht ganz bis zum Rand voll, sonst schwappt das über."



Die Schüssel samt Inhalt ist doch ganz schön heiß geworden, Alriks verkniffenem Gesichtsausdruck ist das deutlich abzulesen. Rasch stellt er die Schüssel zur Seite, neben die andere, jetzt noch leere Schüssel. Er pustet einmal kurz auf seine Finger, dann vergewissert er sich nochmals, daß die gefüllte Schale auch gut steht und nicht umkippen kann. Gegebenenfalls stützt er sie noch mit den Lappen ab, oder klemmt sie irgendwie zwischen anderen Gegenständen ein.


Alrik nimmt sich die andere Schüssel.

"Hm... och ja, laß uns die besser gleich mitnehmen, dann wissen wir wenigstens, daß es reicht. Sonst müßtest du hier warten, falls gleich noch jemand 'nen Nachschlag haben will."

Abwartend hält der Junge Sören die zweite Schüssel entgegen.



Hungrige Bootsfrau


Die Bootsfrau sieht sich in der Mannschaftsunterkunft um, in der sich schon einige hungrige Matrosen versammelt haben.

"Wo bleibt denn das Essen?"

Ihr Tonfall ist dabei recht aggressiv, auch wenn sich diese Aussage gegen niemanden der Anwesenden richtet.



Sigrun sieht eher genervt als aggressiv aus, als sie auf Nirkas Frage mit den Schultern zuckt.

"Ich habe keine Ahnung, warum wir zum Essen gerufen werden, wenn noch gar nichts fertig ist. Läuft das hier an Bord immer so? Dann können wir ja in Zukunft erstmal in Ruhe weiter arbeiten, wenn von Essen die Rede ist."

Sie sieht Nirka ein wenig forschend an, läßt sich aber von deren Gesichtsausdruck nicht irritieren.

"Ich bin übrigens Sigrun."



Die Bootsfrau schüttelt den Kopf.

"Normal ist es nicht, aber der Koch ist neu."

'Und es wird schnell wieder werden, wie es war... spätestens, nachdem er zum ersten Mal die Messe so sauber gemacht hat, daß ICH keinen Schmutz mehr finde.'

Sie sieht die Matrosin wieder an.

"Ich weiß, wer du bist. Ich wäre eine schlechte Bootsfrau, wenn ich die Namen nicht wüßte. Und ich denke, du weißt auch, daß ich Nirka bin."

Die Viertelnivesin-Viertelthorwalerin mustert die andere Frau jetzt ein wenig aufmerksamer als zuvor.



Kranke Sari


Sari schaut sich mit fieberndem Blick auf dem Oberdeck um. Etwas Donf gegen das Fieber täte wohl helfen, auch wenn man das wieder bezahlen müßte ...



Unterdessen in Küche und Messe


"Hmhm." Sören nickt.

Dann füllt er auch diese Schüssel wie die zuvor.

"Denn mal los!" meint er mit einem Nicken in Richtung Tür, "Ich nehm den anderen Pott."

Und schon ist er unterwegs, um den Topf am Boden herum zu der ersten Schüssel zu gehen...



"Ich eile schon," erwidert Alrik leicht gehetzt, denn es wird ihm schon wieder warm an den Fingern. Mal abgesehen von den ungeduldig wartenden Hungerleidenden, ist das ein weiterer Grund sich zu sputen. Fröhlich grinsend marschiert der Junge die Offiziersmesse und stellt den verlockend duftenden und dampfenden Eintopf auf der Seite des Tisches ab, wo der Kapitän sitzt.


Ein Grummeln im Magen erinnert ihn daran, daß es allerhöchste Zeit ist, auch den eigenen Hunger zu stillen. Aber gleich ist es ja soweit...



Entschlossen ergreift Sören die Schüssel mit beiden Händen, hebt sie an, geht einen Schritt in Richtung Tür - und gibt ein unterdrücktes Stöhnen von sich, das dann allmählich in ein leidendes Gurgeln übergeht, während er hastig zum Tisch zurückkehrt und die Schüssel zurücksteht. Dort schüttelt er dann mit (vielleicht ein wenig übertrieben) schmerzverzerrtem Gesicht die Hände, tritt von einem Fuß auf den anderen und murmelt:

"Sapperlot, alle Götter, ich bin aber auch SO WAS VON BLöD. Wer hätte sich schon denken können, daß der vermaledeite Eintopf heiß ist; nicht, daß ich ihn selbst gekocht hätte..."

Nachdem er sich dann wieder beruhigt hat, tritt er erneut an die Schüssel heran und packt sie voll selbstlosen, todesverachtenden Mutes, diesmal allerdings ein wenig über dem Eintopfpegel. Sodann macht er sich auf, dem Schiffsjungen in die Messe zu folgen.

Dort angekommen, nickt er den am Tisch sitzenden zu, noch immer etwas mißmutig, und stellt seine Fracht dann an dem Tischende ab, daß dem des Kapitäns gegenüberliegt.

"Guten Appetit!" wünscht er dann ohne tatsächliche Begeisterung und noch immer etwas abwesend, da über seine Ungeschicklichkeit verärgert.



"Guten Appetit," wünscht Alrik ebenfalls. Dann lenkt er seine Schritte zurück in Richtung Kombüse.



"Travia vergelt's", bedankt sich Smirnoff, greift sich einen Teller und einem Löffel und verharrt etwas unschlüssig.

"Na, ich hoffe doch, die Schöpfkellen kommen noch."



Sören, der sich inzwischen wieder einigermaßen beruhigt hat, nimmt Smirnoffs Wink mit dem Zaunpfahl zunächst gar nicht wahr. Doch allmählich sickert die Bedeutung der Worte in seinen Geist, etwas verwirrt und verlegen lächelt er in die Runde.

"Ja, natürlich, Entschuldigung!"

Sodann macht er sich auf in die Küche, um dort hektisch zwei Schöpfkellen herauszusuchen...



Nach einer längeren Pause (in der er mutmaßlich nach den Kellen gesucht hat) taucht Sören wieder auf, lächelt verlegen und entschuldigend in die Runde und erklärt dann, während er die lang erwarteten Utensilien in die Schüsseln entläßt:

"Da sind sie nun endlich. Noch einmal guten Appetit!"



Jergan nickt dem neuen Koch dankbar zu - auch er ist mittlerweile schon recht hungrig.

"Diesem Wunsch kann man sich nur anschließen. Mögen alle Mahlzeiten auf dieser Reise so ruhig sein wie diese."

Das Wort 'ruhig' bezieht sich dabei freilich - auch wenn man das seiner Stimme und der Gestik nicht entnehmen kann - nicht auf den Geräuschpegel im Raum, sondern auf die See draußen.


Und dabei ist Jergan wohl so ziemlich der einzige im Raum, der spürt, daß die NORDSTERN geringfügig schneller geworden ist, und daß der Seegang um ein klein wenig - knapp über der Wahrnehmungsschwelle - zugenommen hat...



Igen sieht seine Zeit gekommen


Igen sieht sich kurz um, nickt den anderen Gästen zu und setzt sich an den Tisch, gleich neben, den Kapitän.

"Gut, daß ihr hier seid. Ich habe da einige Fragen an euch. Ich habe mit eurer Bootschfrau Nirka geschprochen und schie hat mir von der Rotze erzählt. Ich glaube esch wäre günschtig, wenn ihr mich, auf dieschem Gerät einschulen würdet. Im Falle einesch Angriffesch könnte ich euch gute Dienschte leischten. Wie ihr wischt schind die Zeiten, schon schehr unschischer geworden."



Jergan, der sich gerade das nötige Eß-Zubehör besorgen wollte, stutzt und sieht den Zwergen an. 'Was redet er da von unserer Rotze? Was hat Nirka ihm da erzählt?' Dann blickt er den Fahrgast ein wenig ungläubig an.


"Wir haben diese EINE Rotze. Nirka und die drei bis vier Matrosen, die ihr dabei helfen, das Ding zu bedienen, sind eine gut eingespielte Gruppe - für den unwahrscheinlichen Fall, daß wir dieses Ding wirklich benutzen müssen."


Er hält inne und mustert den Zwerg etwas genauer.


"Es ist zwar nicht unüblich, daß Fahrgäste bei der Verteidigung helfen... aber sagt, was für Erfahrungen habt Ihr im Umgang mit Schußwaffen, die auf Schiffen montiert sind? Es ist eine andere Sache als die Handhabung einer gleichartigen Waffe an Land. So ruhig wie jetzt ist die See nur selten..."



Firutin antwortet


Firutin freut sich das es jetzt endlich Essen gibt. Er hatte die letzten paar Augenblicke damit verweilt über die Worte des Pelzhändlers nachzudenken. Schließlich sagte er:

"Nun, das hört sich nach den Wesen an die ich traf, doch sind ihre Baumschraten nicht so gefährlich wie die die ich kenne. Wenn es die die ich sah waren, hätten ihre Fallensteller nicht fliehen können, geschweige denn Zeit gehabt, ihre Beute mitzunehmen."

Er wendete sich an den Barden:

"Nun, ich werde ihnen natürlich mir Rat und Tat zur Seite stehen. Doch alles zu seiner Zeit, jetzt wollen wir erstmal Essen."

An alle gerichtet:

"Guten Appetit!"

Er schnappt sich alles, was da war was für das Essen benötigt. Und beginnt.



"Nun, die Wälder sind groß und unerforscht, es mag da wohl so manches Wesen geben. Wie gesagt, das meiste kenne ich nur aus Erzählungen, und die sind meistens übertrieben."

"Jetzt wollen wir es uns schmecken lassen. Was ist denn da alles drin?" Prüfend rührt Smirnoff mit seinem Löffel in der Eintopfschüssel.



Der Pelzhändler greift zu einem der Schöpflöffel, scheint sich aber dann seiner Manieren zu erinnern und blickt abwartend zum Kapitän.




Kranke Sari


Mit einem schwummerigen Gefühl im Bauch hält sich Sari fester an der Reling fest.


Mit schweißfeuchter Stirn zieht sie die Nivesendecke enger um den Körper und begibt sich mit unsicheren Schritten gen Stiege, und gen Messe, von wo Stimmen zu hören sind.



Alrik, der Unglücksrabe


Während Sören kellentechnisch fündig geworden ist, sucht Alrik derweil wieder die Küche auf. Nachdenklich bleibt er stehen. 'Haben wir jetzt endlich.....?'


Ein Blick auf das Wasserfaß in der anderen hinteren Ecke, erinnert ihn an die noch fehlenden Getränke. Rasch greift er zu einem Tablett und zwei größeren Krügen. Dann geht zum Faß herüber und legt den Deckel zur Seite. 'Auch das noch. Fast leer,' grummelt Alrik und sieht sich schon für den Nachmittag Wassereimer vom Frachtraum in die Küche schleppen.


Er stellt sich auf die Zehenspitzen, beugt sich vor und müht sich ab die beiden Krüge tief in das kühle Naß einzutauchen. Der Junge stellt die Krüge auf das Tablett, packt noch ein paar Becher dazu, wobei er die benötigte Anzahl grob abschätzt. 'Hmmm, wieviele sind noch gleich in der Messe?'


Alrik hebt das Tablett an. "Uff." Das Gewicht hatte er doch geringfügig unterschätzt. Alriks gesamte Konzentration kreist um den Wassertransport. Nur wenige Meter und ein längst vergessenes Hindernis auf dem Küchenboden trennen ihn noch von der Messe.


Das Nächste, was man aus der Küche hört, ist ein entsetztes "AHH!", gefolgt von einem lauten Scheppern.



Sören schließt langsam die Augen, ballt die Hände zum Fäusten und atmet tief durch, als er die Geräusche aus der Küche vernimmt.

"Sapperlot, was zum..." murmelt er, nachdem er die Augen wieder geöffnet hat und macht sich auf in Richtung Küche, um den Schaden zu begutachten.

"Das das aber auch alles HEUTE passieren muß!"



Der Stolperstein in Form des großen Kochkessels ist auf die Seite gekippt. Gut zwei Drittel seines Inhalts haben sich auf dem Küchenboden verteilt. Beide Krüge haben den Sturz nicht überstanden. Die Scherben liegen in einer Pfütze aus Wasser und Eintopf, während die guten Zinnbecher langsam in der Küche hin und her kullern.


Mitten in dem ganzen Durcheinander liegt Alrik jammernd am Boden. In einem Anflug von Verzweiflung hat der Junge den heißen Kessel wieder aufgerichtet, doch das Unglück läßt sich nicht wieder gut machen. Statt dessen hat er sich dabei bloß tüchtig die Hände verbrannt. Doch der Schreck läßt ihn im Moment noch keine Schmerzen empfinden. Ein hilfloses Schluchzen entfährt dem Jungen und schon schiessen ihm die ersten Verzweiflungstränen in die Augen.



Als Sören die Küche betritt und den Schlamassel erblickt, bleibt er ruckartig stehen. Seine Augen weiten sich, er beginnt, schwer zu atmen, seine Hände ballen sich wieder zu Fäusten. Er öffnet seinen Mund langsam, läßt ihn dann wieder zuschnappen und wiederholt das noch dreimal. Dann schließt er die Augen und fragt langsam und jedes einzelne Wort betonend:

"Was zum Geier ist hier passiert?"



Wie ein Häufchen Elend hockt Alrik auf den Küchenboden und sieht Sören halb fassungslos, halb schuldbewußt an. Er kneift die Augen einmal fest zusammen, um die aufsteigenden Tränen zu unterdrücken. 'Jetzt bloß nicht losflennen wie'n Mädchen.'


"Ich... ich..." Alrik stockt und sucht nach Worten. "... bin mit dem Fuß gegen den Kessel gestoßen. Und... und da ist er umgefallen. Und.. und ich auch."



Sören, atmet noch einmal tief durch, öffnet seine Augen dann wieder und entgegnet dann mürrisch:

"DAS sehe ich, ich bin doch nicht blöd!"

Nach einigen Sekunden der Stille fügt er noch hinzu:

"Nun steh endlich auf und sieh zu, daß die Leute was zu trinken bekommen! Und dann sorgst du dafür, daß diese Sauerei hier verschwindet, damit ich noch einmal von vorne anfangen kann - das muß ich doch wohl, oder ist heute sowieso Fastentag für die Mannschaft?"

Während der Smutje spricht, sieht er Alrik nicht direkt an, sein Blick schweift über den Boden der Kombüse. Seine Stimme klingt nicht wirklich zornig, eher resigniert mit einer Spur Belustigung.



In der Messe


Während Jergan sich mit dem Nötigen für die Mahlzeit versorgt, wartet er darauf, daß der Zwerg sein Begehren näher erläutert.


Dann schreckt er hoch, als er einen Knall aus Richtung der Kombüse zu hören bekommt. Den ersten Impuls, aufzuspringen, unterdrückt er jäh - wenn etwas ernstes passiert ist, wird man ihm das schon melden.



Larians Kopf ruckt auf. 'Oh, ich muß wohl eingenickt sein. Hmm, Essen ist auch schon da. Ich hoffe ich hab nichts verpaßt. Es wäre schon schade, wenn ich eine weitere Geschichte verschlafen hätte.' Larian holt sich besteck und schöpft sich dann einen Teller voll Eintopf aus dem Kessel, dann nimmt er sich noch ein Glas Wasser und ißt.



Auf der Brücke


Die erste Offizierin läßt den Blick etwas sorgenvoll über den Himmel wandern. Was sie sieht, erinnert sie an das, was sie im Hafen erfuhr, und es gefällt ihr überhaupt nicht.


'Hauptsache, wir haben die flachen Bereiche des Golfs hinter uns, ehe es richtig losgeht...'


Sie korrigiert den Kurs ein klein wenig, um der Karavelle zu etwas mehr Fahrt zu verhelfen.



Not in der Kombüse


Bei Sörens erster Bemerkung zuckt Alrik zusammen. Mit einem betretenen Gesichtsausdruck läßt der Junge die Zurechtweisung über sich ergehen.


"Ja... ich... ich räume sofort auf. Es tut mir furchtbar leid. Ehrlich. Ich weiß auch nicht, wie das passieren...," versucht Alrik sich schüchtern zu entschuldigen. Sonst ist er nie um eine Ausrede verlegen, doch nun wird seine Stimme immer leiser, bis sie schließlich ganz verstummt.


Ein flehendlicher Blick trifft Sören, dann erhebt sich Alrik, unbeholfen und mit zitternden Knieen.

"Ein bißchen ist noch drin," stellt er kleinlaut fest. "Vielleicht könnte man noch schnell 'ne Suppe daraus machen."



"Daß es dir leid tut, hilft mir nicht im Geringsten weiter", entgegnet Sören barsch, "Und ich kann mich auch nicht daran erinnern, dich um Rat gefragt zu haben. Meines Wissens sagte ich gerade etwas in der Richtung von....." Sören spricht nun etwas lauter, da er beim letzten Mal wohl nicht verstanden worden war. "BRING DEN LEUTEN WAS ZU TRINKEN!"

Dann schüttelt er den Kopf und stelzt, sorgsam darauf bemüht, möglichst wenig Eintopf an die Schuhsohlen zu bekommen, zum Topf hin, um Alriks Behauptung einer Prüfung zu unterziehen.



Alrik zieht den Kopf ein, schluckt zwei-, dreimal und mustert seine Fusspitzen. Mit tiefrotem Kopf macht er sich daran, die Becher wieder aufzusammeln. Und so klebrig wie die geworden sind, kann man die jetzt unmöglich noch nehmen. Schweigend stellt er die Becher erst ineinander und dann an die Seite. Dann bückt er sich nach dem ebenfalls verdreckten Tablett auf dem Boden. Er reinigt das Tablett mit einem der dort liegenden Lappen und stellt es an die Seite. Zum Glück sind noch genügend saubere Becher vorhanden, auch Krüge sind noch da. Alrik schleicht mit hängenden Schultern zum Wasserfaß. Er taucht die Krüge tief in das Faß und bedient sich an den letzten Vorräten. Der zweite Krug wird nur noch halb voll. Aber was macht das jetzt noch?


Das Tablett ist genauso schwer wie eben, zudem zieht jetzt ein pulsierender Schmerz durch Alriks verbrannte Finger. Der Junge beißt sich auf die Lippen und unterdrückt mühsam ein Stöhnen. Schweigend schleicht sich Alrik aus Sörens Herrschaftsbereich.


In der Messe angekommen, stellt Alrik das Tablett auf den Tisch. Alriks roter Kopf, die wehleidige Miene und die mit Eintopf bekleckerte Hose zeugen von dem Vorfall in der Küche.


"Die Getränke. Bitte sehr," murmelt Alrik im Flüsterton, dabei ist er tunlichst darauf bedacht, niemanden anzuschauen.



Nachdem Sören sich davon überzeugt hat, daß seine Vermutung zutrifft -natürlich ist der Topf so gut wie leer- schüttelt er den Kopf und murmelt:

"Dieser dämliche kleine Tölpel, ich konnte Kinder noch nie leiden. Ob der das wohl öfter macht?"

Dann lehnt er sich an die Wand, verschränkt die Beine übereinander und die Arme vor der Brust und wartet finster ins Leere blickend auf die Rückkehr des Schiffsjungen, den er dann noch ein wenig zu schelten gedenkt, schon des Spaßes halber. 'Wie kann denn das angehen, der Trottel muß das doch mit Absicht gemachte haben, man kann doch nicht wirklich SO ungeschickt sein. Und diese Schweinerei hier überall auf dem Boden, wenn ich hier raus komme hinterlasse ich für den Rest des Tages Fettspuren!'



Einfühlsamer Firutin


Als Firutin gerade mit dem Essen beginnt hört er ein markerschütterndes Plärren hinter ihm. Er dreht sich um um zu sehen was passiert ist, doch er kann nichts erkennen. Er ißt weiter. Einige Augenblicke später kommt der kleine Schiffsjunge mit den Getränken herein. Anscheinend kämpft er mit den Tränen.


"Was ist los, mein Junge? Was ist passiert? Kann ich dir irgendwie helfen?


Bemitleidend schaut Firutin den Jungen an.



Jergan nickt dem Pelzhändler ermunternd zu und meint dann:

"Dann wollen wir dieses Essen mal nicht kalt werden lassen! Einen guten Appetit wünsche ich!"


Die Worte des Jägers lenken seine Aufmerksamkeit wieder auf den Knall und den Schiffsjungen. Er kann sich in etwa vorstellen, was da passiert ist, und erstaunlicherweise huscht ein Lächeln über sein Gesicht - und die Erinnerung an ein Ereignis, das schon länger zurückliegt, als der Junge alt ist.


Der Kapitän sieht den Schiffsjungen streng an, doch man kann sehen, daß diese Strenge nur gespielt ist. Eher im Gegenteil - der Blick kann fast als väterlich bezeichnet werden.


Er verkneift sich jedes Wort, fragt auch nichts.



Gerade wollte sich Alrik so unauffällig wie er sich zur Getränkeauslieferung angepirscht hat, wieder von dannen schleichen; schienen doch alle Passagiere im Gespräch vertieft, mit der Tellerverteilung oder schon mit dem Essen beschäftigt zu sein.


Eine trügerische Hoffnung, wie Arik nun feststellen muß, da er die Aufmerksamkeit des Jägers geweckt hat. Mitfühlende Worte kann Alrik gut gebrauchen, doch zur Festigung seines Nervenkostüms tragen sie

jetzt nicht gerade bei. Schon fangen seine Mundwinkel an zu zucken. Zögernd bringt er ein paar Worte hervor:


"Ach, nichts weiter, Herr." Seine traurigen Augen sprechen zwar eine andere Sprache, aber in Gegenwart des Kapitäns wird Alrik die Passagiere bestimmt nicht mit 'albernen Kindereien' belästigen.


Mit einem letzen, verzweifelten Anflug von Galgenhumor fügt Alrik leise hinzu:

"Und lobt ruhig den Koch, wenn's Euch mundet..." - '...der kann wirklich jeden Zuspruch gebrauchen.'



"Travias Segen über dieses Mahl", murmelt Smirnoff und schöpft sich dann einen Teller voll Eintopf.

Bevor Alrik verschwinden kann, ruft ihm der Norbarde noch hinterher:

"Wie, nur Wasser? Wie wär's mit einem Fläschchen Wein oder wenigstens einem Humpen Bier?"



'Dieser Junge sollte eigentlich wissen das man so einem wie mir nicht so leicht entkommt.' denkt sich der Waldläufer schmunzelnd.

"Nun, wenn nichts ist... dann ist auch nichts. Bestell dem Koch bitte einen schönen Gruß von mir, es schmeckt sehr gut!"

Dann zwinkert er dem Jungen noch einmal zu, lächelt und dreht sich dann wieder zu seiner Suppe um. Er antwortet dem Kapitän noch kurz:

"Äh, ja, danke, Guten Appetit."

Und beginnt dann wieder zu Essen.



Alrik sieht den Jäger dankbar an. Er scheint verstanden zu haben und erspart ihm eine weitere peinliche Befragung vor den Augen des Kapitäns. Immerhin etwas Glück im Unglück.


'Alkohol vor Sonnenuntergang, das gibt's hier nicht,' denkt sich Alrik, doch überläßt er es Jergan, auf die Order nach Bier und Wein einzugehen. Mit einem letzten zerknirschten Blick auf Jergan, 'Oh, nein. Der schaut auch schon so strafend aus,' zieht sich der Junge leise zurück.


Nachdem Alrik die Messe verlassen hat, schließt er die Tür hinter sich. Das dürfte genügen, um das Debakel vor den Gästen geheim zu halten. Während er noch auf dem Gang steht, richtet er sein Augenmerk auf die Sauerei in der Küche. Seine Gedanken kreisen wirr umher, der Kloß im Hals wird immer dicker, die Hände brennen wie Feuer und er fühlt sich hundeelend. Am liebsten würde er Traumauge mit sich nehmen und sich bis auf weiteres in einer stillen Nische auf dem Ladedeck verkriechen.


Alrik wendet sich von der Messe aus nach links und schlurft den Gang hinunter. Die Personen, die ihm aus einiger Entfernung entgegenkommen, nimmt er nicht wahr. Seine Gedanken kreisen nur um eines:

Schadensbegrenzung - und zwar für ihn.


Ein tiefer Seufzer kommt über seine Lippen, dann greift er nach dem Eimer und schmeißt verschiedene Putzlappen hinein. Außerdem bewaffnet er sich mit Schrubber und Wischmob. So ausgerüstet betritt Alrik schweigend die Küche.



"Schön, daß du schon wieder da bist", murrt Sören, als der Schiffsjunge zurückkommt, "Jetzt sieh zu, daß es hier wieder sauber wird, und dann heb dich weg! Den nächsten Eintopf mache ich wohl besser

alleine."




Hungrige Mannschaft


"Du hast recht, Fiana hat mir natürlich gesagt, wer du bist," antwortet Sigrun der Bootsfrau.

Dann überzieht ein Grinsen ihr Gesicht:

"Ein neuer Koch, na dann ist es ja kein Wunder, wenn es noch nicht so klappt. Hoffentlich hat er sich ein wenig eingewöhnt, bis der Seegang stärker wird..."

Plötzlich wird sie durch ein gedämpft zu hörendes Poltern und Scheppern aus dem hinteren Schiff unterbrochen. Das Grinsen weicht einem leichten Stirnrunzeln und sie macht sich bereit, sofort loszulaufen, wenn nach der Mannschaft gerufen werden sollte.

"Was war das denn?", meint sie nachdenklich und geht zum Eingang des Mannschaftsraums, um vielleicht etwas zu sehen.



Nirka zuckt mit den Schultern.
"Geh am besten mal gucken... oder... ich werde es selbst tun."

Sie macht aber noch keine Anstalten, das auch wirklich zu tun.



"Ich bin ja schon unterwegs", meint Sigrun und verläßt suchend den Mannschaftsraum. Während sie langsam das Schiff durchquert, sieht sie aufmerksam nach rechts und links, um den Ursprung des Lärms zu ermitteln. Zunächst findet sie nichts und es ist auch nichts mehr zu hören.



Während Sigrun sich noch in alle Richtungen umsieht, bemerkt sie Alrik, der völlig in Gedanken versunken zu sein scheint und einen Putzeimer in Richtung Küche trägt. Gleichzeitig machen sich eine unangenehme Ahnung und die Erleichterung darüber, daß der lautstarke Zwischenfall wohl 'nur' in der Küche anzusiedeln ist, in ihr breit. Die unangenehme Ahnung setzt sich durch und Sigrun nähert sich der Küche. Ein Blick um die Ecke bestätigt die Befürchtung: der Eintopf bedeckt einen guten Teil des Küchenbodens. Alrik scheint gerade mit dem Aufwischen beginnen zu wollen, die lässige Haltung des Kochs allerdings findet Sigrun dann schon etwas merkwürdig. Trotzdem reißt sie sich zusammen, denkt 'naja, am ersten Tag kann das leicht passieren' und grinst, als sie meint:

"Riechen tut es gut, aber Teller wären vielleicht nicht schlecht!"



Aufräumarbeiten


Alrik geht nicht weiter auf Sörens Bemerkung ein, jede Erwiderung würde noch bloß den Smutje zu weiteren Vorwürfen ermutigen. So fügt sich Alrik stumm in sein Schicksal und stellt erst einmal die Gerätschaften zur Seite. Er nimmt sich den Eimer und hockt sich auf den Boden, um die Scherben einzusammeln.


Eine Bewegung an der Küchentür läßt ihn von seiner Arbeit aufschrecken. Alrik kennt die Frau nicht, die am Türrahmen steht.

'Eine neue Matrosin,' vermutet er spontan. Ihrer Bemerkung nach, scheint sie bislang die Einzige zu sein, die die leidige Angelegenheit mit Humor nimmt.

Trotzdem fühlt sich Alrik ertappt. Ein verlegener Blick trifft die Matrosin. Für einen Moment lang sieht es so aus, als würde Alrik etwas erwidern wollen, doch er schluckt nur einmal tief und schweigt betreten.


Nebenbei wandern nach und nach mit leisem *Plong* die Scherben der Krüge in den Eimer.



Mit einer gewissen Genugtuung im Blick beobachtet Sören den Schiffsjungen weiter. Er denkt kurz darüber nach ihm zu helfen, damit es schneller geht, kommt dann aber zu dem Schluß, daß diese paar Minuten nicht so wichtig sind - und er ist ja schließlich nicht schuld. Nach kurzer Zeit hat er dann seine grenzsadistischen Triebe befriedigt und wendet seine Gedanken wieder seiner eigentliche Aufgabe zu und der Frage, wie er am günstigsten an eine weitere Mahlzeit für die Mannschaft gelangen könnte.



Sigrun zuckt mit den Schultern. Humor scheint an die beiden in der Küche befindlichen verschwendet zu sein.

"Naja, sieht ja aus, als würdet ihr es in den Griff kriegen", meint sie mit einem Blick auf den putzenden Alrik. "Mein Name ist übrigens Sigrun, ich bin als neue Matrosin hier an Bord. Eigentlich wollte ich nur sehen, woher der Krach kam, aber, du mußt schon entschuldigen ...", beginnt sie mit einem Blick in Sörens Richtung, "ich frage mich jetzt, ob von dem Essen noch etwas übriggeblieben ist. Es sind nämlich schon einige im Mannschaftsraum und warten ..."



Überrascht blickt Sören zu der Matrosin auf, die ihn so je aus seinen Überlegungen reist. Freundlich und ein wenig unsicher lächelt er sie an.

"Oh, Ähh... Seid Ihr schon länger hier?"

Dann geht er auf sie zu, sorgsam darauf bedacht, seine Schuhe so sauber zu halten wie es irgendwie geht und hält ihr seine Hand entgegen.

"Sören ist mein Name, ich bin der Smutje - wenn auch leider gerade etwas verhindert, wie Ihr seht. Ich fürchte, daß Eure Kameraden noch etwas warten müssen, mein junger Freund hier hat das Frühstück nämlich wirkungsvoll und rückstandsfrei unbrauchbar gemacht... Ich bin in frühestens einer halben Stunde mit der nächsten Portion fertig. Allerdings könntet Ihr mir ja vielleicht etwas helfen", fügt er mit einem hoffnungsvollen Lächeln hinzu.



Sigruns Gesichtsausdruck zeugt nicht gerade von Begeisterung: Kochen ist nicht ihre Stärke.

"Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist, ich kenne mich besser mit Segeln aus als mit Kochtöpfen", meint sie mit einem entschuldigenden Lächeln. "Jedenfalls muß ich jetzt sowieso erstmal den anderen sagen, daß es noch etwas dauert."

Daraufhin dreht sie sich um, um wieder zum Mannschaftsraum zurückzugehen.



Sören zuckt die Schultern und erwidert:

"Dann eben nicht..."

Sodann wendet er sich von der Tür ab und blickt noch einmal in sein verwüstetes Reich, schon wieder mit Überlegungen zum Eintopf befaßt.



Während Sigrun dem Koch von der hungernden Mannschaft berichtet, arbeitet Alrik schweigend weiter. Vom ersten Schreck hat er sich inzwischen erholt, doch was muß der Junge nun hören?


Gleich bei der erstbesten Gelegenheit schwärzt ihn diese Landratte bei den Matrosen, bzw. der Matrosin an. 'Unbrauchbar gemacht! Ha! Als ob ich mit Absicht gestolpert wäre! So hört sich das an! Und das mit dem 'jungen Freund' ... ein schlechter Scherz! Schöne Freundschaft, das!'


Der gröbste Dreck ist inzwischen in den Eimer gewandert. Eine letzte Scherbe schmeißt Alrik besonders schwungvoll in den Eimer. 'Gut, gut, ich hab's versaut. Trotzdem. Das ist gemein.'


Unauffällig beobachtet Alrik den Smutje aus den Augenwinkeln heraus, daß die Matrosin Sörens Wunsch nach Mithilfe nicht entspricht, verschafft Alrik immerhin ein winziges bißchen Genugtuung. Die

allerdings hält nicht lange an, denn schon macht sich die Matrosin auf den Weg, um der Mannschaft - und allen voran vermutlich Nirka - brühwarm von dem Unglück zu berichten.


Jetzt steht auch Alrik auf. Mit dem vollen Eimer in der Hand, verläßt er kurz nach Sirgun die Küche:

"Ich hole Wasser."



Alrik flucht innerlich, daß er nicht schneller reagiert hat. Denn nun sieht er Sigrun nur noch Richtung Mannschaftsraum verschwinden. Ein ziemlich flaues Gefühl macht sich in seiner Magengegend breit, als er sich anschickt, den Aufgang zum Oberdeck zu erklimmen. Er ist bemüht möglichst allen Leuten aus dem Weg zu gehen. Nur nicht auffallen, lautet die Devise. In einem günstigen Moment kippt er den Eimerinhalt über Bord. Dann befestigt er ein Seil am Eimer und läßt ihn langsam zu Wasser. Anschließend zieht er den jetzt vollen Eimer vorsichtig wieder hoch. Mit weichen Knieen stapft Alrik die Treppe wieder herunter. Zaghaft schaut er den Gang entlang, der zum Mannschaftsraum führt. 'Ob sie's schon weiß...'



Nirka wird unruhig


Die Bootsfrau geht langsam einen Schritt weiter. Wo bleibt Sigrun nur? Sie wollte doch lediglich gucken, wo das Essen bleibt? Oder ist tatsächlich etwas vorgefallen?


Sie setzt ihren Weg durch die Mannschaftsunterkunft fort...



Als Sigrun wieder im Mannschaftsraum ankommt, wird sie nicht nur von Nirka erwartungsvoll angesehen. Ihre Miene drückt allerdings schon aus, daß die Nachrichten, die sie bringt, nicht gerade positiv sind.

"Auf das Essen werden wir noch eine gute halbe Stunde warten müssen. Es hat in der Küche einen kleinen, hmm ..., Zwischenfall gegeben und jetzt muß der Koch von vorne anfangen."



Nirka glaubt, ihren Ohren nicht zu trauen. Kaum ist ein neuer Koch an Bord... und der wagt es, so einen Einstand zu geben? Sie stemmt die Hände in die Seite, und fragt mit mühsam beherrschter Stimme:


"Was hat dieser Trottel von einem Koch denn gemacht?"



"Also, so wie ich den Koch verstanden habe, hat wohl der Schiffsjunge den Großteil der Suppe auf den Küchenboden verschüttet. Wie das genau passiert ist, weiß ich allerdings auch nicht. Eben war der Junge jedenfalls dabei, den Boden aufzuwischen."



"ALRIK???"


Nirka dreht sich um und stürmt aus dem Mannschaftsraum - Sigrun und die anderen nicht weiter beachtend . Ihr Weg geht zielstrebig - und schnell - zur Kombüse, deren Tür sie aufreißt und dann in selbiger stehenbleibt.


"WAS ist hier passiert?"

Ihre Stimme klingt gefährlich leise.



Sigrun sieht Nirka nur noch von hinten. 'Der arme Alrik', denkt sie, denn sie sieht seinen hoffnungslosen Gesichtsausdruck noch vor sich. Dann zuckt sie mit den Schultern: es hätte keinen Sinn gehabt, Nirka nicht die Wahrheit zu sagen und verschüttetes Essen ist eine wirklich ärgerliche Sache. Noch sind die Laderäume ja gut gefüllt, aber man kann nie schätzen, wie lange die Fahrt dauern wird. Also begibt sich Sigrun zu ihrem Lager und beschließt, sich erstmal ein wenig Ruhe zu gönnen, Aufregung und Arbeit gibt es bestimmt noch früh genug.



Über das Essen auf See


Nachdem Arve in aller Stille seine Portion Eintopf vertilgt hat, steht er auf und begibt sich in Richtung der Gemeinschaftskabine. Eigentlich will er sich ein bißchen hinlegen und schlafen. Aber dann beschließt er, seinen ersten Tag auf dem Meer nicht zu verschlafen und geht aufs Oberdeck.

"Hmmm, seltsam ruhig hier, wenn alle beim Essen sind."

Nur das Plätschern der Wellen an den Planken unterbricht die fast vollkommene Stille.

"Bei Efferd, ich hab gar nicht gewußt, wie viel Wasser es doch gibt."

Arve steht an der Reling und betrachtet die Wellen die sich fast hypnotisch am Schiff brechen.

"Irgendwie war das Essen nicht gut. Ich fühl mich plötzlich so übel."

Kaum hat Arve seine Gedanken abgeschlossen, als der Eintopf auch schon aus ihm heraus bricht. Wieder und wieder ergießt sich ein Schwall aus Eintopf und Magensäure über die Reling.



Der Kapitän sieht in die Runde, während er ißt. Irgendwie sind die Gespräche verstummt - vielleicht, weil jeder das wirklich vorzügliche Essen genießen will?


Jergan nimmt sich vor, das dem Koch nachher zu sagen - schließlich ist er neu an Bord und braucht bestimmt zustimmende Aufmunterung.



"Oh Efferd, was hab ich dir getan, daß du es mir so schlecht gehen läßt? Das ist wohl Seekrankheit. Vielleicht kann mir der Magus helfen. Da muß es doch irgendwelche Kräuter geben. Mal schauen, wo er ist. Hoffentlich kostet es nicht zuviel."


Mit leicht taumelnden Schritten und einem blassen Gesicht begibt sich Arve unter Deck um den Magus zu suchen.



Smirnoff verärgert


Schweigend löffelt Smirnoff seinen Eintopf, nur manchmal murmelt er etwas ungehalten fast unverständliches:

"Ringsum Wasser, und dann auch noch Eintopf"

"Überall Wasser, sogar zum Trinken, was machen die nur mit meinem guten Geld"


Nirka, die „Richterin“


Sören blickt dem verschwindenden Schiffsjungen nach, ohne etwas auf dessen Ankündigung zu erwidern. Er will gerade beginnen, seine Zutaten zusammenzusuchen, als unvermittelt die Tür aufgerissen wird. Mit einem resignierten Lächeln wendet er sich der wutentbrannten Nirka zu und erwidert:

"Der Eintopf scheint meinem kleinen Helferchen nicht zugesagt zu haben. Er hat den Topf umgeworfen und den Inhalt gleichmäßig auf dem Fußboden verteilt..."



'Kleiner Helfer?'

Nirka denkt an die beiden Katzen an Bord, aber Traumauge würde das wohl nicht schaffen, und die große Graue kann er auch nicht gemeint haben, weil er so ausdrücklich von 'er' sprach. Obwohl... DAS muß er ja nicht wissen...

"Wer bitte?"

Ihre Stimme ist recht laut geworden, und zu dem ärger über die Verspätung kommt jetzt auch noch der ärger über eine Antwort in Rätseln. Das ihr zugewandte Lächeln nimmt sie nicht im geringsten zur Kenntnis.



Sören verdreht kurz die Augen, bevor ihm einfällt, daß ein etwas höflicheres Verhalten gegenüber Vorgesetzten wohl angebracht wäre.

"Dieser Schiffsjunge, ähh... Alrik", erklärt er, ohne das Lächeln so ganz unter Kontrolle bringen zu können.



Ein lautstarkes "Wer bitte?" erschallt aus der Küche. Nirka. Jede weitere Frage erübrigt sich für Alrik in diesem Moment. Der letzte Hoffnungsfunke auf Rettung erstirbt mit diesen Worten.


Wie mechanisch setzt er einen Fuß vor den anderen als er sich der Kombüse nähert. Es kostet Alrik Überwindung den Weg fortzusetzen, und seine Schritte werden nach und nach immer langsamer. Kurz vor der Küchentür bleibt er stehen... und lauscht:


"Dieser Schiffsjunge, ähh... Alrik", hört er des Smutjes Stimme.


Alrik hält die Luft an und verharrt ganz, ganz still. 'Verräter!'



Nirka wirft dem Koch einen ziemlich bösen Blick zu. Wie kann er es wagen, bei einer so wichtigen Angelegenheit zu lächeln?!?

"Alrik... soso..."

Sie sieht sich in der Kombüse um und betrachtet die Überreste des Unglücks, soweit noch sichtbar.

"Wo steckt denn der Bengel?"

Die Stimme der Frau klingt sehr streng, so, als wolle sie den Schiffsjungen gleich mit der nächstbesten Kelle verprügeln.



Nirkas Blick bringt Sören wieder zur Raison; es gelingt ihm, das Lächeln einzustellen, allerdings ohne daß sich seine Stimmung entsprechend verändern würde.

"Keine Ahnung, er wollte Wasser holen", antwortet er, in der Hoffnung, daß Alrik tatsächlich noch die eigentlich verdiente Tracht Prügel erhält...



Alrik nimmt all seinen verbliebenen Mut zusammen. Es hilft nichts, jeder Aufschub ist zwecklos. Er will es jetzt hinter sich bringen. Mit zwei schnellen Schritten tritt Alrik aus seinem Versteck hervor und stellt sich in den Türrahmen.

"Hier bin ich, Nirka."

Alrik bemüht sich seiner Stimme einen festen Klang zu geben. Den Kopf hat der Junge erhoben, seine Miene drückt tiefstes Unbehagen aus, doch sein Blick ruht auf Nirka. Wenn er schon ob seiner Ungeschicklichkeit bestraft wird, Feigheit will er sich nicht nachsagen lassen.



Als der Küchenjunge eintritt, blickt Sören neugierig auf, erwartungsvoll blickt er von ihm zu Nirka. 'Wolln doch mal sehn, was DA jetzt passiert...'



'Hat der Bengel etwa gelauscht?'

Dann sieht sie den Eimer und denkt an die Worte des Kochs.

Die Bootsfrau ist sich darüber im klaren, daß sie hier nicht noch mehr rumbrüllen darf - schließlich ist die Messe mit den Offizieren und den Passagieren ganz in der Nähe. Und die sollen auf keinen Fall etwas

mitbekommen.

Sie bleibt stehen, wo sie steht - so ziemlich mitten im Weg - und sieht dann Sören wieder an. In recht strengem Tonfall fragt sie:


"Haben die Passagiere und die Offiziere schon etwas zu essen bekommen, oder ist deren Essen auch verschüttet?"


Zwischendurch wirft sie Alrik einen Blick zu, der nichts Gutes verheißt. Und ganz im Hinterkopf denkt sie an etwas, das der Kapitän ihr am Morgen erzählt und gezeigt hat - als sie die Werft verließen...



"Die hatten noch Glück", entgegnet Sören noch immer nicht völlig ernsthaft, "Offenbar mißgönnt der Junge nur uns das Frühstück."



Nirka schüttelt den Kopf.

"Ich nehme mal an, daß er es nicht absichtlich getan hat..."

Sie beendet den Satz so, daß man den Eindruck hat, daß da noch etwas folgen sollte. Und der Tonfall läßt so ziemlich keinen Zweifel daran, daß Alrik, falls er es doch absichtlich getan hat, vom Schiff bis zur

Küste schwimmen darf. Auch ist der Satz nicht direkt an Sören gerichtet - aber auch nicht an Alrik - mehr oder weniger einfach in den Raum hinein.



"Ich weiß nicht, wie man so eine Sauerei versehentlich anrichten kann",

murmelt der Smutje, ebenfalls nicht an eine bestimmte Person gerichtet.



Nirka wendet sich langsam Alrik zu, und in ihrem Gesicht steht eine Frage geschrieben.



Alrik steht wie angewurzelt bei der Küchentür. Auf Nirkas bösen Blick hin, umfaßt er mit beiden Händen verkrampft den Henkel des Wassereimers. Gerade öffnet Alrik den Mund, um sich zu rechtfertigen, da wendet sich die Bootsfrau schon wieder an den Smutje. Ungläubig verfolgt der Junge den Fortgang des Gespräches, das sich über seinen Kopf hinweg entwickelt.

Alrik bleibt stumm.



Der Junge schluckt einmal hörbar. Mit leicht bebender, zitternder Stimme trägt er die wohlüberlegten Worte vor:

"Ich bin über den

Kessel gestolpert als ich den Leuten die Getränke gebracht habe ... ähh ... bringen wollte. Das Tablett war voll beladen und hat mir die Sicht versperrt."


Dann schweigt der Junge wieder. Offensichtlich will er dieser Beschreibung weder ein eigenes Urteil noch eine Entschuldigung hinzufügen. Seine Augen ruhen auf Nirka, den Koch würdigt er nicht eines Blickes.



Nirkas Blick verharrt noch auf Alrik, und sie nimmt zufrieden zur Kenntnis, daß er ihr nicht ausweicht. Danach sieht sie wieder zum Koch.

"Und warum stand der Kessel mitten im Weg?"

Ganz offensichtlich ist sie bemüht, möglichst viel zu erfahren, ehe sie ein Urteil verkündet oder diese Aufgabe weitergibt.



In einem leichten Anflug von Verärgerung ziehen sich Sörens Augenbrauen zusammen, dann erwidert er jedoch trotz allem ziemlich freundlich mit einem entschuldigenden Schulterzucken:

"Ich dachte zunächst, es wäre das beste, den ganzen Topf in die Messe zu schaffen, aber dann kam mir das doch ein bißchen seltsam vor... Wir setzten das Ding also wieder ab und um die Gäste nicht warten zu

lassen, ließ ich den Jungen dann gleich 'n paar Schüsseln 'rüberbringen, ohne den Topf sofort zurückzutragen."



Das Gewicht des Wassereimers wird dem Jungen auf die Dauer doch etwas zu schwer. Leise stellt er den Eimer zu Boden. Dann wartet er ergeben ab, was Nirka nun zu tun gedenkt.



Die Bootsfrau ist in einer verzwickten Situation. Einerseits hat Alrik tolpatschig das Essen verschüttet, andererseits stand selbiges, das natürlich unter der Verantwortung des Kochs steht, da, wo es nicht hingehört. Sie seufzt und fragt dann:

"Also seid ihr beide dran schuld?"

Sie scheint schon zu überlegen, was SIE in der Situation nun am besten tun soll.



Das Grinsen in Sörens Gesicht wird wieder breiter, fast muß er laut lachen. 'Das darf doch wohl alles...'

"Naja... Nach meiner Rechtsvorstellung ist der schuld, der den Topf umwirft, und nicht der, der ihn aufstellt!"

Er bringt es dabei nicht fertig, seiner Stimme den ernsten Ton zu geben, der dem Thema wohl angemessen wäre.



Unbewußt greift Alrik schon mal nach dem Schrubber. Etwas verwundert betrachtet er Nirka, die bislang noch erstaunlich besonnen und ruhig bleibt.

'Hat die gute Laune heute oder ist das die Ruhe vor dem Sturm?'



Nirkas schon fast gefaßtes Urteil kommt durch die Worte des Koches ein wenig ins Wanken - und mehr noch durch sein Verhalten. Aber andererseits hat er nicht ganz unrecht. Und es gibt noch einen Aspekt, eigentlich sogar zwei, die bedacht sein wollen. Also gut...

Nirka seufzt.

"Das Wasser ist schon mal ein guter Anfang. Macht ZUSAMMEN die Sauerei restlos weg, und dann..."

Sie sieht den Koch scharf an.

"... sieh zu, daß das Essen für die Mannschaft so SCHNELL WIE MöGLICH fertig wird."

Ihr Blick wandert zu Alrik, nachdem sie den Koch noch einmal angesehen hat. Ihr ist klar, daß letzterer zu gerne wüßte, was sie dem Schiffsjungen zudenkt, doch den Gefallen wird sie ihm nicht tun. Sie mag zwar hart sein, aber sie ist gerecht.

"Und du, Alrik, kommst sofort zu mir, wenn die Ordnung wieder hergestellt ist! SOFORT!!!"

Sie dreht sich halb um und ist offenbar gedanklich schon aus der Küche heraus, auch wenn ihr Körper sich noch in selbiger befindet.



Ob Nirkas Urteils hebt Sören beide Augenbrauen und blickt sie mit einer Mischung aus Belustigung und Überraschung an, während er tief einatmet. Mit einer gigantischen Willensanstrengung gelingt es ihm, eine brillant schlagfertige Antwort zu zurückzuhalten.

"Ist recht", entgegnet er an ihrer Statt und beginnt, sich nach einem Putzlappen umzusehen.

'Zumindest das mit dem Essen hätte sie weglassen können. Was glaubt sie denn, wieviel Zeit ich mir noch lassen wollte? Aber ich wußte ja schon immer, daß das Leben nicht gerecht ist...'

Seine Überlegungen amüsieren ihn dermaßen, daß er ein leises Kichern nicht unterdrücken kann.



"Aye," meint Alrik, dessen Gefühle irgendwo zwischen Verblüffung, Erleichterung und Besorgnis schwanken. Sodann kniet er sich auf den Küchenboden, taucht einen der Putzlappen tief in den Wassereimer und macht sich schweigend an die Arbeit.



Die Bootsfrau dreht sich nun völlig um und verschwindet in Richtung der Mannschaftsunterkunft, wo sie verkündet:

"Das Essen braucht noch ein wenig. Wer also noch etwas zu tun hat, der tue dies."

Sie selbst bleibt mitten im Raum stehen.



Ohne daß das amüsierte Lächeln von seinem Gesicht verschwindet (Er ist aus seiner Vergangenheit noch weitaus weniger würdevolle Tätigkeiten gewohnt als das Aufwischen verschütteter Nahrung) ergreift Sören einen der Lappen und beginnt ebenfalls mit der ihm zugedachten Reinigungsarbeit, wobei er jedoch nicht kniet sondern eher hockt, was zwar umständlich ist, dafür aber die Beinkleider schont. Da fällt ihm noch etwas ein: man muß es sich ja nicht gleich zu Beginn mit einem derart wichtigen Besatzungsmitglied verderben...

"Beleidigt?" fragt er daher den neben ihm knieenden Küchenjungen, dessen bisheriges Verhalten nach dem Unfall eher weniger auf überschäumende Sympathie schließen ließ.



Zügig wischt Alrik über den Küchenboden. Es ist ihm deutlich ansehen, daß er bemüht ist, diese leidige Arbeit so schnell wie möglich zu beenden. Von den fettigen Überresten des Eintopf ist bald nichts mehr zu sehen, und der Küchenboden wirkt oberflächlich betrachtet recht sauber. Man könnte durchaus gründlicher vorgehen, wie gesagt - man könnte...


Auf Sörens Frage hin, zuckt der Junge nur mit den Schultern. 'Der ist mir witzig, was will der jetzt hören? Ein 'Nein' vielleicht? Pah!'


Dann schaut er auf und sieht, daß der Smutje immer noch dieses unerschütterliche Lächeln an den Tag legt. Für Alriks Geschmack ist dieses Grinsen völlig unverständlich. Es sei denn, man möchte auf diese Weise seine Schadenfreude zum Ausdruck bringen.


"Belustigt?" fragt Alrik zurück, während er weiter den Boden bearbeitet.



Das Schulterzucken genügt Sören als Antwort vollauf, allerdings denkt er darüber nach, noch einmal nachzufragen, um seinen Genossen noch ein wenig zu ärgern. Der Gedanke daran läßt sein Lächeln noch breiter werden. Eben will der Smutje anheben zu sprechen, als Alrik seine Frage stellt.

"Allerdings", meint Sören freundlich.



"Schön für dich," erwidert Alrik knapp und ohne Freundlichkeit. Dann nimmt er zum wiederholten Mal den dreckigen Putzlappen zur Hand, schwenkt ihn ihm Eimer hin und her und wringt so lange aus, bis er nicht mehr tropft. Mit grimmiger Miene setzt er die Reinigungsarbeit fort.



Kurz denkt Sören darüber nach, ob er antworten soll. Mit einem dämonischen Grinsen entscheidet er sich schließlich dafür.

"Was habe ich dir eigentlich Schreckliches angetan?" erkundigt er sich, als könnte er sich wirklich nicht vorstellen, was Alriks Mißfallen erregt hat.



"Nichts," antwortet Alrik einsilbig, aber wenig überzeugend. Er beschleunigt nochmals das Tempo bei der Reinigungsaktion.

'Besser, ich lasse Nirka nicht so lange warten.' Alrik wischt und feudelt mit dem Lappen über den Fußboden. 'Und hier noch mal und dort noch mal und diese Krümel auch noch. Hm, ist das Zwieback? Egal, weg damit.'



"Auch gut..." Sören gibt es auf; der beruhigt sich schon wieder. Nachdem auch er noch die letzten sichtbaren Überreste beseitigt hat, stellt er fröhlich fest:

"So, das war wohl alles", um dann ernster und etwas vorwurfsvoll fortzufahren: "Ich fange dann jetzt den nächsten Topf an..."



"Hmhm," murmelt Alrik und räumt die Putzutensilien zusammen. Immer noch mit recht finsterer Miene schleicht sich der Junge wortlos aus der Küche. Die Sachen werden an der üblichen Stelle wieder verstaut, den Eimer entleert er wieder über Bord und stellt ihn dann ebenfalls zur Seite. Sein nächster Weg führt in den Mannschaftsraum. Recht unsicher steht er in der Türe, nach diesem Mißgeschick fühlt sich der Junge nicht recht wohl in seiner Haut angesichts der vielen hungrigen Matrosen. Seine Augen suchen nach Nirka.



Nirka tritt geradewegs auf den hereinkommenden Schiffsjungen zu, und sagt dann:

"Du weißt, daß die NORDSTERN in Riva einige Ausbesserungen erfahren hat. Unter anderem wurde auch an der Ruderaufhängung herum gebaut, und ich hatte nur kurz Gelegenheit, einen Blick auf das Heck zu werfen. Aber das, was ich gesehen habe, sah nicht gut aus - einige Kratzer im Holz, und auch der Schriftzug am Heck über dem Ruderaustritt ist ziemlich überholungsbedürftig. Besorg dir Seile, eine Planke und Farbe - und dann ans Werk! Laß dir von einem der Matrosen bei der Sicherung helfen."



Alriks erste Reaktion ist ein entsetzter Blick und ein spontanes "Oh, je!" Auf Anhieb fallen ihn schon drei Gründe ein, warum er diese Aufgabe unmöglich erledigen kann, und überhaupt hätte man das nicht schon im Hafen erledigen können? Doch Nirkas Ton duldet keinen Widerspruch, und wenn das die gesamte Strafe ist, die ihn erwartet, dann hätte es ihn wirklich schlimmer treffen können. Daher weicht das erste Entsetzen doch schnell einer gewissen Erleichterung.

"Gut, mach ich." Alrik nickt bestätigend.

'Ob das jetzt wohl die ganze Strafe war?'

"ähh... das wär's dann?"



Unterdessen in der Küche ....


Lächelnd blickt Sören dem Jungen nach, um sich dann wenig später wieder seinem Hauptziel zuzuwenden:

Aus dem großen Trinkwasserfaß schöpft er Wasser in den Topf hinein und beginnt dann, Kartoffeln zu schälen, Karotten zu schneiden und Fleisch zu portionieren...



Nach etwa einer Viertelstunde eiliger anstrengender Arbeit, die durch die vom Herdfeuer ausgehende Hitze noch zusätzlich erschwert wird, lehnt Sören sich seufzend an eine Wand und wischt sich mit dem Handrücken Schweiß und kondensierten Wasserdampf aus dem Gesicht.

"So, das wars fürs erste. Wenn das jetzt noch mal jemand..." murmelt er, doch er zieht es vor, den Satz nicht zu beenden und wendet sich nun statt dessen den Gewürzen zu, die einen Eintopf zu einem wirklich

schmackhaften Mahl machen.



Alriks „Strafe“


Nirka sieht den Jungen ein wenig verständnislos an.

"Was wäre es dann? Du hast ja noch nicht mal damit begonnen, wie kannst du dann sowas fragen?"

Sie schüttelt den Kopf leicht.

"Paß aber auf, daß du nicht ins Wasser fällst! Niemand würde es gut finden, wenn wir mit der NORDSTERN deshalb wenden müßten."


Sie sagt das so, daß Alrik den Eindruck gewinnen muß, daß eine dadurch entstehende Verzögerung ihre einzige Sorge wäre. Daß ihr die Mannschaft durchaus etwas bedeutet, und sie in diesem Fall nicht zögern würde, hinterher zu springen, das gehört zu den Sachen, die Nirka an Bord kaum jemanden anvertrauen würde. Sie ist die harte Bootsfrau, und damit hat es sich.



"Och, 'nen bißchen Wasser täte nicht schaden," grinst der Junge und schaut an sich herunter. Seine Hose ist inzwischen starr vor Schmutz und Eintopfresten, am Knie zerrissen und alles andere als geruchsneutral.

"Aber ich seh' schon zu," fügt er etwas ernster hinzu. Dann wendet er sich ab und spurtet aus dem Mannschaftsraum.

"Außerdem kann ich schwimmen. Richtig gut. Bis nach Riva und noch weiter," erschallt Alriks Stimme fröhlich aus der Ferne. Von ihm selbst ist längst nichts mehr zu sehen.



Alrik hat seine gute Laune wiedergefunden. Draußen am Heck ein wenig mit Farbe herum pinseln, das hört sich fürwahr nicht schlecht an. Das Meer ist ruhig und die Nordstern gleitet gemächlich über die sanften

Wellen hinweg.

‘Da kann doch nun wirklich nichts schief gehen. Also, ‘ran an’s Werk. Hm, zuerst die Farbe... wo ist denn wohl... mal unten nachschau’n.’

Sodann stapft der Junge die Treppe zum Ladedeck herunter. Es dauert eine Weile bis Alrik schließlich in einem der Laderäume zwei Behälter mit verschiedenen Farben und einen großen borstigen Pinsel findet. An dem Pinsel klebt zwar noch eingetrocknete alte Farbe, doch was besseres kann Alrik nicht auftreiben. ‘Der wird’s auch tun,’

befindet Alrik und steckt den Pinsel ein. Dann greift er sich die Farbbehälter und steigt, ein fröhliches Liedchen trällernd, die Treppe zum Unterdeck wieder hoch.


„Einer Seefahrt froh Gelingen,

da bedarf es allerlei;

Frohsinn und vor allen Dingen,

daß der Magen schwindelfrei.“


Schelmisch grinsend marschiert der Junge an dem Holberker vorbei


„Hola-hi, hola-ho, hola-hi-a-hi-a-hi-a, hola-ho.“



Mit frischem Tatendrang ausgestattet, steigt Alrik zum Oberdeck empor. Dabei summt er immer noch den Refrain des einfachen Liedes. Mit der nächsten Strophe auf den Lippen überquert Alrik das Oberdeck.


"Ist das Wetter immer heiter,

Praios' Schein, er wärmet gut,

oh, dann steigt wie auf 'ner Leiter

unser Frohsinn, unser Mut."


Ein vorerst letztes "Hola-hi", dann ist der Schiffsjunge auf dem Brückendeck angekommen. Mit einem freundlichen Nicken geht er an Fiana, die wohl immer noch am Ruder steht, vorbei. Schließlich setzt er die Farbe auf dem hinteren Teil des Decks ab.



Nachdem er die Farbe abgestellt hat, geht Alrik zum Oberdeck zurück, um sich die Seile zu besorgen. Zusammengelegte Taurollen sind kein Problem, davon gibt es reichlich. Prüfend blickt der Junge auf die Seile. Er nimmt sich zwei eher kleinere Rollen, die aber durchaus noch solide aussehen. Dann kehrt er zum Oberdeck zurück und schmeißt die Seile zu den Farbbehältern.


'So, jetzt fehlt mir noch eine Planke und ein Matrose. Wen frag' ich jetzt am besten? Und wo nehme ich die Planke her?' Alrik schaut sich grübelnd um.



Der Schiffsjunge sieht immer noch unentschlossen aus.

'Besser ich frag' doch lieber mal nach, bevor ich noch was Falsches anschleppe.'


"ähm, äh... Fiana. Wo finde ich denn wohl eine Planke?" Er hebt einen Arm und deutet mit der Hand eine Länge von gut 1 1/2 Schritt vom Boden her an. "Ungefähr sooo groß."




"Nimm doch einfach eine von denen dort vorne auf dem Vordeck. Und räum sie hinterher in den Laderaum, die müssen da wirklich nicht rumliegen."



"Ja. Ist gut." Und wieder überquert Alrik das Schiff. Würde man die Heuer anhand der zurückgelegten Bord-Meilen berechnen, so wäre er wohl eines der höchstentlohntesten Besatzungsmitglieder. Aber dem ist bedauerlicherweise nicht so. Obendrein hat er bei dem Gerenne wirklich keine Gelegenheit auch nur ein Gramm Fett anzusetzen. In Windeseile sind die angefutterten Energien wieder aufgebraucht.

'Angefuttert ist gut... wann denn? Hätte ich vorhin nur besser aufgepaßt...'


Am Vordeck angekommen, greift sich Alrik eines der Bretter und klemmt es sich unter den Arm, wobei er es mit er anderen Hand natürlichabstützt.

'Uff, reichlich schwer das olle Ding, aber dafür wird's mich wohl tragen. Wenn ich jetzt noch baden gehe, dann ist's wohl endgültig vorbei...'


Schon nach wenigen Metern wird die Planke immer schwerer in Alriks Arm. Ein erneutes Nachfassen bringt nicht viel, und so setzt er Junge das unhandliche Brett wieder ab. Kurz entschlossen greift er zu einer anderen Transportmöglichkeit. Mit beiden Händen greift er an ein Ende des Brettes und schleift es hinter sich her. Das andere Seite berührt dabei immer den Boden. Der Abstieg zum Oberdeck wird somit zu einem

geräuschvollen Unterfangen. Bei jeder Stufe schlägt das Brett einmal mit dem hinteren Ende auf dem Boden auf...



In der Messe


Der Kapitän beendet sein Essen, trinkt ein wenig Wasser, und schiebt dann seinen Stuhl zurück.

"Es tut mir leid, daß ich Euch schon verlassen muß, aber die erste Offizierin wird auch hungrig sein, und so möchte ich nun auf das Deck zurückkehren."


Wer ihn aufmerksam beobachtet, wird allerdings feststellen, daß das nicht der einzige Grund ist, der ihn nach oben treibt. Nein... da ist noch etwas anderes.



Smirnoff ist auch gerade fertiggeworden, legt den Löffel zur Seite und steht ebenfalls auf.

"Wenn Ihr nichts dagegen habt, würde ich Euch gerne begleiten. Nach dem Eintopf brauche ich ein wenig frische Luft und ein Pfeifchen."

An Firutin gewandt meint der Pelzhändler:

"Wir müssen nachher auf Deck unbedingt unsere Unterhaltung fortsetzen. Ich möchte mehr über die dunkle Seite des Waldes erfahren."



Der Kapitän nickt Smirnoff zu.

"Selbstverständlich habe ich nichts dagegen. Frische Luft haben wir auf See immer..."

Er geht in Richtung der Tür der Messe und hält selbige für den Pelzhändler auf.



Firutin schaut noch kurz hinter dem Händler her und ruft:

"Ist in Ordnung!"

Dann ißt er weiter. Bis sein Teller sich dem Ende nähert. Dann steht er auf und sagt in die Runde:

"Wir sehen uns später!"

Dann wendet er sich zum gehen.



"Aber nein, nach Euch, Herr Kapitän."


"Wie schätzt Ihr denn die Wetterlage ein? Nicht, daß wir zuviel frische Luft bekommen."



Jergan nickt und geht dann in Richtung Aufgang los. Unterwegs beantwortet er die gestellte Frage:


"Das ist gut möglich. Ich fühle, daß das Schiff sich mehr bewegt als noch vor wenigen Minuten. Das mag daher kommen, daß wir uns weiter von der Küste entfernen, doch ich denke, daß da mehr dran ist. Immerhin sollte es ein ordentlicher Wind werden, der die NORDSTERN gut voran bringt."

Der Kapitän bleibt auf dem Oberdeck stehen und läßt den Blick in die Runde schweifen.



"Das hört sich ja gut an. Einen Moment, ich komme gleich."


Am Aufgang bleibt der Norbarde stehen, stopft flink seine Pfeife, zieht die Zunderbüchse und bringt mit wenigen geübten Handgriffen den Tabak zum Glimmen. Paffend eilt er dem Kapitän nach und hält ihm dann den Tabaksbeutel entgegen.


"Auch ein Pfeifchen? Ein herrlich aromatisches Kraut und gar nicht stark. Ein Geschäftsfreund hat mir ein Fäßchen aus Brabak mitgebracht."



Der Kapitän sieht den Norbaden an, dann schüttelt er den Kopf.

"Danke, aber ich verzichte lieber. Ich habe das mal... ja, das war in Brabak, ausprobiert, aber es gefiel mir nicht so ganz."

Währenddessen geht er weiter in Richtung Brückendeck.



Im Mannschaftsraum


Seit Nirka den Mannschaftsraum wieder betreten hat, ist schon eine Weile vergangen. Sigrun hat es nicht für sinnvoll gehalten, für die kurze Zeit wieder an Deck zu gehen, sie hätte eine mögliche neue Tätigkeit ja sowieso relativ schnell wieder abbrechen müssen, wenn sie nicht ganz ohne Essen ausgehen möchte. Leider hat sich aber immer noch nichts getan und ihr Magen beginnt damit, sich mehr oder weniger lautstark bemerkbar zu machen. Wie lange es wohl dauert, bis der Koch eine Ersatzmahlzeit bereitet hat ...?



In der Küche


Ein weiteres Mal taucht der Smutje seine Kelle in den Topf, um seine Kreation einer letzten Prüfung zu unterwerfen.

"Ja, schon ganz annehmbar..." murmelt er und beschließt dann mit Rücksicht auf die knurrenden Mägen seiner Kameraden, auf den letzten Schliff zu verzichten. Da fällt ihm jedoch plötzlich etwas ein:

"So eine Scheiße, wie krieg ich den Kram denn nun zum Mannschaftsraum rüber? Oder krieg ich den gar nicht rüber und die holen sich ihre Pampe ab? Ach, verflixt, das mußte ja so kommen..." murmelt, während er darüber nachdenkt, ob er selbst einen Versuch starten oder doch lieber nachfragen soll, wie die Mannschaft an ihr Frühstück kommt. Nach einigen Sekunden des Kopfkratzens und lästerlichen Weitermurmelns kommt er zu dem Schluß, daß die Mannschaft wohl etwas weniger Komfort genießt als die Passagiere, und da in den Seemanssgeschichten, die die Gäste im "Zum Bären" ihm gelegentlich erzählt hatten, die Mannschaft immer in die Kombüse kommen mußte, um ihr Essen abzuholen, macht er

sich auf zum Mannschaftsraum, um sie zum Essenfassen zu rufen. Nach den ersten beiden Schritten aus der Kombüse heraus fällt ihm unvermittelt ein weiteres Problem ein, und er bleibt abrupt stehen.

"Verfluchter Mist", grummelt er, "WO IST der Mannschaftsraum

eigentlich?"

Er beginnt abermals sich am Kopf zu kratzen und sieht sich um, ob vielleicht jemand in der Nähe ist, der es ihm sagen könnte - in der Messe möchte er dann doch nicht noch einmal stören, nur um nach dem Weg zu fragen.



Alrik lärmt


Der Kapitän mustert die Lage um das Schiff herum, und ist ein wenig unschlüssig, ob er sich zuerst weiter dem Pelzhändler widmen soll, oder ob er erst Fiana am Steür ablösen soll. Doch seine Gedanken werden geräuschvoll unterbrochen.

Jäh dreht er sich um und sieht, wie der Schiffsjunge die Mannschaft nervt und das Deck ruiniert.

"Heda, Bengel! Was soll das? Willst du das Deck nachher scheuern? Und hast du eine Ahnung, was für einen Krach das unten macht?"



Alrik zuckt zusammen, denn schon wieder künden harsche Worte davon, daß man sich über ihn aufregt. In diesem Falle hat er sogar das

Mißfallen an höchster Stelle geweckt.

"Ich... äh... ich.... Nein, nein. Es kommt nicht wieder vor. Entschuldigung."

Alrik sieht sehr verlegen und schuldbewußt aus. Er umfaßt die Planke wieder in der Mitte und macht sich nunmehr daran, sie auf deckfreundlichere und geräuschärmere Weise zu transportieren. Beim Aufgang zum Brückendeck kommt es allerdings einmal vor, daß das Brett seinen Händen zu entgleiten scheint. Doch kann er das Fallen der Planke gerade noch rechtzeitig aufhalten - drei Halbfinger vorm Bodenkontakt. Erleichtert legt er die Planke - ganz vorsichtig - hinten auf das Brückendeck, direkt neben den anderen Utensilien.



Wetterfragen


Mit einem belustigten Lächeln blickt Smirnoff dem Schiffsjungen hinterher.

"Macht der Kleine immer solchen Kummer?"




Der Kapitän schüttelt den Kopf und sagt dann wesentlich leiser:

"Nein, eigentlich nicht. Er ist ein wenig tolpatschig, aber ich denke, er wird es noch weit bringen. Es ist ja keine Boshaftigkeit, sondern zu seinem eigenen Vorteil, daß ich ihn hart rannehme. Und solange ich nur schimpfe, aber ihn nicht bestrafe... Nirka ist da härter zu ihm."


Der Kapitän hat seine Stimme noch ein wenig gesenkt, um absolut sicher zu sein, daß Alrik ihn nicht hört.



"Er wird's schon noch lernen."

Prüfend betrachtet der Norbarde den Himmel.

"Was haltet Ihr vom Wetter? An Land kann ich es recht gut einschätzen, aber auf See versagen meine Talente."



"Hmmm.... ich weiß nicht."

Wieder sieht der Kapitän in die Runde.

"Ich glaube, uns erwartet eine ziemliche Überraschung. Wir werden zusehen, daß wir in tieferes Wasser und vor allem weiter weg vom Land kommen, bis es losgeht."

Er spezifiziert 'es' dabei nicht näher.



Wieder blickt Smirnoff gen Himmel.

"Rechnet Ihr mit Sturm?"



Jergan zuckt mit den Schultern.

"Das weiß wohl Efferd alleine... aber... ich denke schon, daß es noch etwas windiger wird."

Er geht weiter in Richtung des Steuers.



"Wollen wir das Beste hoffen!"

'Wer weiß, was der unter *etwas windiger* versteht', denkt sich Smirnoff.



"Aber sicher." Jergan nickt Smirnoff bedächtig zu. Seine Miene strahlt Ruhe, Besonnenheit und Erfahrung aus. Mit einem leichten Schmunzeln betrachtet er Fiana, die sich noch immer hingebungsvoll ihrer Aufgabe am Steuer widmet.



Babo und der „magische Eintopf“


Eine geraume Weile liegt Babo nun schon mit geschlossenen Augen in seiner Hängematte und lauscht halbherzig den Vorgängen im Mannschaftsraum. Dabei hört er immer wieder etwas von 'Eintopf verschüttet', 'Alrik' und 'kein Essen für die Mannschaft'. Dadurch wird ihm erst bewußt, daß auch er eigentlich sehr hungrig ist. Das letzte Mal hatte er am vorhergehenden Abend in der Hafenkneipe von Riva gegessen; und nicht gerade viel. Vom Hunger bewegt schwingt er sich aus der Hängematte und bewegt sich gemütlichen Schrittes Richtung Kombüse. Direkt vor der Kombüsentür steht dieser Magus Sören: 'Der schon wieder. Irgendwie ist der mir unheimlich... Und

der hat einen Topf... wahrscheinlich mit irgendwelchen Tränken... NA, KLAR, der hat den Smutje aus der Kombüse geworfen, um seine giftigen Tränke zu brauen, und deswegen gibt es jetzt kein Essen.'

OHNE einen Blick in den Topf oder auf Sören zu werfen, schlängelt sich Babo unter Einhaltung eines größtmöglichen Abstandes zu Sören und dem Topf in die Kombüse, denn seiner Meinung nach kocht hier immer noch der alte Smutje, und der war sehr gut mit ihm befreundet, was Babo einige Privilegien eingebracht hatte.



'Ah, na wer hätte gedacht, daß ich heute auch noch mal Glück haben könnte?' denkt Sören, als er den ankommenden Matrosen bemerkt. Dessen Verhalten befremdet ihn zunächst ein wenig, doch dann erinnert er sich an die Mißverständnisse vorhin auf Deck.

'Ach ja, das war ja der! Naja, jetzt begreift ers vielleicht...'

"ähm, sagt einmal, wo gehts hier zum Mannschaftsraum?" fragt er Babo dann schließlich.



Gleich hat er's geschafft, gleich ist er an diesem seltsamen Mensch vorbei...

Doch der spricht ihn plötzlich an. Babo zuckt zusammen, wendet sich dann aber zögernd dem Sprecher zu.

"Was wollt ihr da?"



'Das darf doch nicht wahr sein!'

Sören verschränkt die Arme und greift mit der rechten nach seiner Schläfe.

"Das Essen ist fertig, und ich dachte, die Leute da wüßten es vielleicht gerne!"



Babo entfährt es mit höchst mißtrauischem Gesichtsausdruck: "Ihr habt das Essen ge... Wo ist...? Was habt ihr mit dem Smutje gemacht?"

Babos Stimme und auch sein Gesicht werden bei der letzten Frage ein wenig aggressiv. Auch wenn er sich eigentlich nicht vorstellen kann, daß dieser dürre Kerl dem starken Smutje etwas angetan haben könnte, versteift sich Babos Körper trotzdem kampfbereit.



'Das DARF doch nicht wahr sein! Herrin Hesinde, was hat er dir nur angetan?'

"Ich BIN der Smutje!" entgegnet Sören mit entgeistertem Gesichtsausdruck, "Das kann doch nicht so schwer zu begreifen sein!"



Babo schaut entsetzt: "Ein Magus als SMUTJE?!?!"

Ein Blick in den Topf:

"Is' das magisch?"

Dann breiten sich ein probeweises leichtes Lächeln und ein kindlicher Forscherdrang auf seinem Gesicht und in seinen Augen aus.



Sören schüttelt mit einem ungläubigen Lächeln den Kopf, doch allmählich erstirbt die Bewegung, und der Smutje kratzt sich am Hinterkopf.

'Wenn er SO dämlich ist, ist er vielleicht noch dämlicher...'

"Ja," erklärt er dann ernsthaft mit enthusiastischem Nicken, "Davon werdet ihr wasserfest und eure Manneskraft steigt ins Unermeßliche!"



Babos Augen strahlen, und auch das restliche Gesicht sieht nicht traurig aus.

"Dann bringen wir den Eintopf am besten gleich zur Mannschaft", sagt er bevor er Sören einen gutmütigen festen Schlag auf den Rücken gibt und dann den Topf mit beiden Händen anpackt und in Richtung Mannschaftsraum schleppt. Doch dann stutz er. Mit einem vollkommen irritierten Gesichtsausdruck dreht sich Babo wieder zu Sören um:

"Und was wird dann mit den Frauen?!"



'Das klappt ja besser als gedacht', denkt Sören, als der Dummkopf ihn nicht nur in Ruhe läßt, sondern ihm auch noch das Tragen abnimmt. Auf Babos Frage antwortet er mit einem schmutzigen Grinsen:

"Wirst du schon merken!"



Babo steht mit sehr verwirrtem Gesicht da und hätte er eine Hand frei, würde er sich wahrscheinlich heftig am Kopf kratzen, denn er überlegt ernsthaft, ob ihn dieser Sören angelogen hat. Babo hätte natürlich von der Wirkung des Essens erzählt, wenn er es zur Mannschaft gebracht hätte und dann hätten sie alle über ihn gelacht, wird ihm plötzlich klar.

Babo stellt den Topf geräuschvoll ab. Und bewegt sich recht schnell auf Sören zu, noch dazu mit einem Gesicht, mit dem man nicht 'Guten Tag' sagen kommt. Wäre doch gelacht, wenn ihm dieses dürre Würstchen etwas entgegenzusetzen hätte. 'Niemand macht sich über Babo lustig!'



'Ach verflixt, da hat die Herrin sich wohl doch noch seiner erbarmt. An sich nicht schlecht, aber mußte das gerade jetzt sein?'

Der Smutje hebt abwehrend die Hände und fragt besorgt:

"Ist noch was...?"



Babo bleibt kurz vor Sören unschlüssig stehen und schaut ihn unter eng zusammengezogenen Augenbrauen ins Gesicht. Denn den Kerl einfach zu verprügeln traut sich Babo nicht, vor allem wenn der so weichlich aussieht. Und im Reden war er noch nie so gut, aber...

"Wenn du das nochmal machst, hau ich dich um." Und etwas selbstsicherer geworden: "Du bist gar kein Magier oder Medicus." Das sagt er so, als wäre es eine Feststellung, die nur ein großer Gelehrter machen könnte.



Sören kann sich einfach nicht mehr beherrschen; das Grinsen in seinem Gesicht wird immer breiter, bis er schließlich prustend zu lachen

beginnt.

"Ist schon recht", meint er dann, nachdem er sich wieder beruhigt hat, "Kommt nicht wieder vor."



Es ist Babo deutlich anzusehen, daß er die ganze Situation überhaupt nicht komisch findet und auch, daß er allmählich seine Hemmungen verliert.

"Warum bist du eigentlich SO?"



'Ein richtiger Klotz, dieser dämliche Matrose', denkt Sören und antwortet, nun etwas vorsichtiger:

"Ist schon gut, ich wollte dich nicht beleidigen! Laß uns einfach unsere Arbeit machen, ja?"



"Joah", sagt Babo in seltsam abwesendem Ton. Er geht wieder zum Topf und will ihn gerade wieder anpacken, da dreht er sich nochmal um und sagt mit erhobenem Zeigefinger:

"Aber mach das nicht nochmal, sonst hau ich dir eine rein."

Schließlich hievt er den Topf hoch und schleppt ihn nun endgültig in den Mannschaftsraum.



"Ich hab's verstanden!" entgegnet Sören mit kaum zu überhörendem gelangweiltem Unterton. Er zweifelt zwar nicht daran, daß dieser Ochse ihn ungespitzt in den Boden rammen könnte, aber er mag ihn trotzdem nicht so recht ernstnehmen.



Alriks Strafarbeit


Alrik versteht nichts von dem Gespräch auf dem Brückendeck. Seine Gedanken kreisen bereits wieder intensiv um die weitere Ausführung des Arbeitsauftrags 'Hecksanierung'. Er lehnt sich über die hintere Reling und wirft einen prüfenden Blick auf das Heck. So richtig erkennen kann man vom Brückendeck aus nur eine Stelle an der die Farbe abgeblättert oder abgesplittert ist. Aber von unten aus wird man bestimmt noch mehr beschädigte Stellen ausmachen können. 'Nirka hatte recht, ohne fremde Hilfe wird das nichts.'



Firutin auf dem Oberdeck


Da scheinbar niemand etwas von Firutin will macht er sich auf den Weg zum
Oberdeck.
Dort angekommen nimmt er ersteinmal einige Züge der frischen Seeluft und stellt

sich dann an die Reling und schaut auf den Ozean.



Im Mannschaftsraum


Nachdem klar war, daß die Mannschaft wohl noch auf ihr Essen warten mußte, hielt sich das Murren zunächst in Grenzen. Wenn man die Ohren genau spitzte, konnte man sogar Kommentare des Inhalts "eine etwas längere Pause kann nicht schaden, wer weiß, wann wir wieder eine bekommen" aufschnappen. Inzwischen allerdings hat sich das Bild ein wenig gewandelt. Die Gespräche sind fast völlig versickert und die meisten Gesichter haben einen leicht grimmigen Ausdruck angenommen und sind dem Eingang zugewandt. Auch Sigrun beginnt sich zu fragen, ob es wohl wirklich so lange dauert, eine Ersatzsuppe zu kochen und vor ihrem geistigen Auge beginnt sich das Bild eines grinsenden Kochs zu formen, der höhnisch lacht und sagt:

'Was wollt ihr eigentlich, ihr seid zum Arbeiten hier und nicht zum Essen.'



Eine ganze Weile haben die im Mannschaftsraum wartenden Matrosen jetzt schon mit unterdrückter Wut den Eingang zum Mannschaftsraum angestarrt. Die Gespräche sind längst verstummt und ein jeder hat in Gedanken seine eigene Version dessen ausformuliert, was man dem säumigen Koch an den Kopf zu werfen gedenkt, sobald er den Raum betritt.

Auch Sigrun hat sich ihre Worte schon zurechtgelegt, erscheint es doch, als würde diese Suppe besonders lange brauchen, bis sie gar ist. Im Geiste sieht sie den Koch mit allem möglichen beschäftigt, nur nicht mit kochen. Als man am Eingang schwere Schritte zu hören beginnt, setzt sie schon zu einem zugleich ziemlich lauten und ziemlich ironischen:

"Na, das ist aber eine ..." an, unterbricht sich aber mit einem verdutzten Gesichtsausdruck, als sie anstelle des Kochs Babo den Raum betreten sieht.



Babo poltert in den Mannschaftsraum und setzt den Topf geräusch- und schwungvoll auf dem Boden ab, so daß der Inhalt fast überschwappt. Mit einem Gesicht, das selbst die frischeste Milch binnen Sekunden gerinnen lassen würde, wirft er einen Blick in die Runde. Zu ein paar besonders mürrisch dreinblickenden Matrosen sagt er mit gereizter Stimme:

"Wenn ihr nichts zu tun habt, könnt ihr wenigstens Geschirr herholen!"

Und auch wenn Babos Position in der Hackordnung innerhalb der Matrosen eher weiter unten zu finden ist, so wird das jetzt durch Babos äußerst seltenes griesgrämiges Auftreten mehr als nur wett gemacht.

Die angesprochenen Matrosen erheben sich langsam und holen einfache Schüsseln und Löffel herbei und stellen dann das Geschirr vor Babo ab. Irgendwie scheint Babo jetzt zum Essensverteiler geworden zu sein, das gefällt ihm zwar nicht, aber er findet sich damit ab.

Er beugt sich hinab, nimmt eine Schüssel in die Hand und will gerade Eintopf in selbige löffeln, als ihm auffällt, dass er gar kein geeignetes Gerät dazu hat. Er erhebt sich wieder und sagt mit entnervtem Tonfall zu niemandem Bestimmten:

"Hol ma' einer 'ne Kelle vom Smutje. Aber ich geh' nich'. Der is' näm'ich 'n Sumpfranzenschreck besonderer Art."

Spricht's, stampft zu seiner Hängematte und wirft sich lässig hinein.



Angesichts des heil angekommenen, ausgesprochen gut riechenden und dampfenden Kochtopfes bessert sich Sigruns Laune schlagartig. Und wirklich ist sie der Meinung, daß nicht noch mehr Zeit vergeudet werden sollte, schließlich muß die andere Hälfte der Mannschaft noch länger warten. Sie entwickelt daher ein ziemliches Tempo und ist schon fast aus dem Raum, als sie über die Schulter ruft:

"Ich hole die Kelle und Löffel. Wir brauchen dann noch Becher und Wasser."



'Na endlich!'

Nirka holt aus ihrem kleinen Verschlag ihr privates Schüsselchen mit dem dazugehörigen Löffel, und geht dann in Richtung Topf, wobei sie ganz selbstverständlich an den anderen Wartenden vorbeigeht und sich sozusagen vor drängelt. Das einzige, was ihr noch fehlt, um wirklich glücklich zu sein... ist eine Kelle, um an das Essen heranzukommen.



Ablösung vor ....


Gerade noch waren Fianas Gedanken gänzlich bei der Nordstern und der wogenden See. Doch langsam schleicht sich ein ein seltsames gefühl ein. Hunger! der Magen macht sich langsam bemerkbar, aber der Kapitän ist ja schon da, sicher zu ablöse.


"Kapitän!" sagt sie und rückt etwas näher an ihn heran, das Ruder nur mit einer Hand festhaltend. Fast flüsternd sagt sie zu ihm "Ich glaube wir bekommen probleme, das Wetter sieht zwar noch harmlos aus, doch bin ich mir sicher da braut sich was zusammen"


Auf Jergans Reaktion wartend hält sie in der etwas seltsamen Position inne.



Lange betrachtet Jergan den Horizont. Noch sieht alles recht ruhig aus, nur einzelne graue Wolken ziehen weit entfernt in alveranischen Höhen vorüber. Lediglich eine unruhige Brise, die mal leichter, mal kräftiger aufkommt, könnte von weniger Erfahrenen als Vorzeichen

gedeutet werden.


"Allerdings. Das sehe ich auch so. Wir können nur hoffen, daß es in einiger Entfernung an uns vorbeizieht. Aber jetzt geh' besser erst einmal was essen - solange noch Zeit ist. Ich löse dich ab," aufmunternd nickt Jergan seiner ersten Offizierin zu.



Ottam bekommt Hunger



Ein unbehagliches gefühl macht sich im fast als hager zu bezeichnenden Körper des Magus breit, Hunger, seit geraumer Zeit hat er nichts gegessen. Er schließt das Buch in das er gerade vertieft war, sorgsam, sehr sorgsam schließt er die beiden Schlösser die am Metallbeschlag angebracht sind. Die beiden Schlüssel werden wieder sorgsam am Körper verstaut, das Buch weg gesteckt.


Ottam erhebt sich und verläßt seine Kabine, welche er ebenfalls sorgsam verschließt. Dann macht er sich langsam, fast schreitend auf den Weg zur Messe, wo er hofft etwas Eßbares zu bekommen.



Vom Hunger getrieben erreicht Ottam recht schnell die Messe, dort angekommen nickt er den anwesenden Personen zu und nimmt sogleich Platz.



Smirnoff, Firutin und Tabak aus Brabak


Der Norbarde nickt dem Kapitän noch kurz zu und begibt sich wieder aufs Oberdeck. Als er Firutin an Deck kommen sieht, schlendert er ebenfalls Richtung Reling.


Dort angekommen, fragt er:

"Na, auch ein Verdauungspfeifchen? Ein feines Kraut aus Brabak."



Firutin sieht Smirnoff an

"Danke, sehr gerne!"



"Bitte schön, bedient Euch."

Smirnoff hält Firutin den offenen Tabaksbeutel entgegen, dem ein würziges Aroma entströmt.

"Was haltet Ihr von dem Wetter? Der Kapitän meinte, daß es windiger werden soll."



Firutin saugt den Duft der Tabakblätter in sich ein. Er genießt es förmlich. Er bedient sich, und stopft eine Pfeife damit, zündet sie an undnimmt einen Zug.

"Danke, vielmals. Das Wetter?"

Er schaut in den Himmel. Tatsächlich steigt jetzt eine frische Brise auf, die Firutins Haar ein wenig wehen läßt.

"Es könnte schon sein, aber ich würde mir da nicht so viele Gedanken drüber machen. Das hier scheint eine sehr erfahrene Mannschaft zu sein, und sehr fähig."



"Ich bin sicher, die Mannschaft weiß, was sie zu tun hat. Es ist nur ... bei starkem Wind und Seegang habe ich manchmal ... Probleme."



"So, welche Art von Problemen haben sie denn?"

Firutin stellt diese Frage aufrichtig und mit großen Augen an Smirnoff.



"Nun, sagen wir, der Eintopf würde nicht lange bei mir bleiben."



Alrik's Strafarbeit


Sorgenvoll, anders kann man Fianas Gesichtsausdruck nicht beschreiben als der Kapitän von 'Hoffen' spricht, hatte sie die lage doch richtig eingeschätzt, dennoch, der Magen fordert sein tribut und so verdrängt sie die Gedanken erst ein mal und sagt "Jawohl Kapitän, ich bin dann in der Messe" beim hinab gehen wirf sie noch einen sorgenvollen blick auf Alriks bemühungen, fast mütterlich könnte man meinen. Sie Schwenkt ab und geht zu Alrik

"Sag mal Junge was treibst du da eigentlich? du willst doch nicht ausgerechnet jetzt das Schiff streichen oder ?"



Alrik nickt Fiana eifrig zu. "Doch, doch. Nirka hat's mir befohlen. Die Farbe am Heck ist abgeblättert und der Schriftzug ist auch ganz zerkratzt."

Der Junge deutet auf die hintere Reling.

"Ich soll da 'rüber, mich auf diese Planke hier setzen und aufpassen, daß ich nicht ins Wasser falle. Dazu fehlt mir aber noch jemand, der mich beim Klettern absichert." Er zuckt mit den Schultern.

"Ich wollte gerade jemanden fragen, aber die meisten sind jetzt am Essen, glaube ich."



"Also Nirka hat dir das befohlen. Nun ja, sie wird ihren Grund haben. Aber laß dir gesagt sein, es scheint das sich das Wetter verschlechtert. Wenn es anfängt zu regnen unterbrichst du die Malerarbeiten, erstens bringt das dann eh nichts und zweitens habe ich besseres zu tun als nach dir zu Angeln. Wenn Nirka fragt sag ihr der befehl kommt von mir"

Dann macht sie sich auf den Weg zur Messe.



Alrik schaut der ersten Offizierin hinterher, dann wendet er den Blick nach oben. 'Schlechtes Wetter? Hm, sieht doch gar nicht so übel aus.

Hab' schon Turbulenteres oben im Ausguck mitgemacht. Das bißchen Wind weht mich schon nicht um.'

"Auf geht's," ermuntert Alrik sich selbst und steigt hinab aufs Oberdeck. Einen mehr oder weniger unbeschäftigten Matrosen hat er sich schon ausgeguckt.

"Hey du! Kannste mir gerade mal helfen?"

Auf den wenig begeisterten Blick hin, fügt Alrik noch schnell ein "Bitte" hinzu.

Mit mürrischem Gesichtsausdruck und leisem Gegrummel folgt der Matrose Alrik aufs Brückendeck. Unterwegs erläutert der Junge bereits die anstehende Aufgabe.

Vor seiner zusammengesuchten Ausrüstung bleibt der Schiffsjunge stehen. Er greift sich ein Ende des Seils und deutet dann auf die Planke.

"...und das Seil muß jetzt irgendwie daran festgemacht werden... und natürlich auch an der Reling... und an den Farbeimern... und an mir...

kriegen wir das hin?"

"Sonst noch Wünsche?!" mault der Matrose.

"Nö. Mach erstmal," grinst Alrik verschmitzt und hält ihm das Seil entgegen. "Da!"



Mit der Hilfe des anderen Matrosen gelingt es Alrik auch recht zügig eine einigermaßen stabile, wenn auch recht wackelig aussehende, Konstruktion zu entwickeln, die an die außen am Achterdeck an zwei Seilen heruntergelassen wird. Die beiden Seile werden oben fachmännisch an der Reling verknotet.

"So. Und jetzt du," kommentiert der Matrose, als er dem Schiffsjungen, der inzwischen durch ein Seil gesichert wurde, über die Reling hilft.

Alrik nickt und schickt sich an, vorsichtig an der Bootswand herunter zu klettern. Kleine Wassertropfen, die von der aufschäumenden Gischt nach oben spritzen, treffen den Jungen, doch läßt er sich dadurch nicht weiter irritieren. Als er auf Höhe des Brettes ankommt, strampelt er ein wenig mit den Beinen herum, bis er schließlich Halt auf der baumelnden Planke findet. Vorsichtig - und immer mit einer Hand an dem Seil - setzt er sich hin.

"Alles klar," ruft er nach oben.

Daraufhin schlingt der Matrose das Seil zwei-, dreimal um die Reling und verknotet es. Zuletzt läßt er die Farbbehälter zu dem Jungen herunter.

"Dann man los..."



Ein letztes Mal rückt Alrik auf dem schwankenden Brett hin und her, dann hat er eine relativ günstige Sitzposition, die es ihm erlaubt das

Gleichgewicht zu halten, ohne sich an einem der Seile festzuhalten, gefunden.


Mit einem konzentrierten Gesichtsausdruck, die Augenbrauen zusammen gezogen, die Stirn in leichte Falten gelegt und versonnen auf der

Unterlippe kauend, holt er den Farbpinsel hervor und tunkt ihn vorsichtig in die Farbe ein. Dabei stellt er fest, daß ich die Farbe ein wenig gesetzt hat und oben ein dicklicher Film klebt. 'Erstmal ordentlich umrühren,' findet Alrik. Gedacht, getan. Und schon ist vom Pinsel nur noch die Hälfte zu sehen, denn der Rest verschwindet bei der Rührerei in den Tiefen des Farbbehälters.


Schließlich holt Alrik den tropfenden Pinsel wieder ans Tageslicht. Einen Teil der überschüssigen Farbe streift er notdürftig am Eimerrand ab. Dann beginnt er mit der ersten künstlerischen Leistung seines bisherigen Seefahrerlebens.


Mit ausladenden Schwüngen pinselt Alrik an der Außenbordwand herum. Das Werk macht rasche Fortschritte, geradezu begierig nimmt das Holz die neue Farbe auf. Die langen, klebrigen Farbfäden, die so lustig am Pinsel nach unten wandern, fallen da gar nicht weiter auf. Und so kommt es, daß Alriks Hände bald Ton in Ton mit der glänzenden Farbe auf der Bordwand einhergehen.



Jergan am Steuer


Jergans Hände umfassen wieder das Steuer seines Schiffes, und seine Blicke schweifen zu dem, über das er sich mit Fiana und auch Smirnoff unterhalten hat - den Anzeichen eines Sturmes am Horizont.

Vorerst jedoch wirft er einen Blick nach hinten und sieht zu, wie sich Alrik und der Matrose mit der Aufgabe beschäftigen, die laut Alriks

Antwort an Fiana von Nirka kommt.



In der Messe


Ottam Nickt den anwesenden in der Messe kurz zu, nimmt sich aber dann zügig etwas vom Essen, der Hunger ist zu groß als das er noch lange höflichkeitsfloskeln austeilen möchte. Kaum das er sich seine Schale vollgeladen hat nimmt er auch schon einen kräftigen Löffel und beginnt zu Essen.



Immer noch überlegt Fiana krampfhaft was der Junge wohl ausgefressen hat, da steht sie schon in der Messe, naja einige Wege geht ihr wohl von alleine denkt sie sich und blickt auf ihre Füße. Den Gedanken gleich wieder aus dem Kopf verbannend betritt sie die Messe und blickt auf die Anwesenden Personen

"Efferd zum Gruße" verkündet sie mit Überzeugung in der Stimme. Dann setzt sie sich auf einen der freien Plätze und nimmt sich eine Schale, einen Löffel sowie etwas vom Essen.

"Einen Traviagefälligen Appetit wünsche ich" sagts noch bevor der erste Bissen im Mund verschwindet.



Fiana genießt ihr Essen, ein Löffel nach dem Anderen verschwindet in ihrem Mund, der Hunger ist recht groß und so dauert es nicht lange bis sie sich nachschlag holt. Sie füllt ihre Schale und wieder wandert ein Löffel voll nach dem anderen in ihren Mund


Zwischenzeitlich nimmt sie sich noch einen Becher Wasser und leert diesen. Da es darauf hin noch besser Rutscht ist auch der Nachschlag bald gegessen und Fiana lehnt sich entspannt und gesättigt auf ihrem Stuhl zurück und läßt den Blick in die Runde schweifen.



Den Hunger währen seiner Studien gut verdrängt, hält ihn jetzt nichts mehr zurück. viel und schnell ißt der Magus, eins, zwei, drei Portionen, eine Menge die man wohl einem kräftige Matrosen von 2 Schritt und 100 Stein zutrauen könnte, aber dieser Hagere kerl, entweder hat er seit tagen nichts gegessen oder ein loch im Bauch. Noch vor Fiana ist er fertig und mustert diese im Anschluß sorgfältig doch nicht aufdringlich.



Kapitän in Sorge


Jergan Efferdstreu läßt zum wiederholten Male besorgte Blicke schweifen. Es ist für ihn mittlerweile sicher, daß sie ein härteres Wetter bekommen werden, offen ist nur noch, wieviel Zeit noch bleibt. Immerhin ist der Abstand zur Küste mittlerweile groß genug, um nicht Gefahr zu laufen, dorthin getrieben zu werden oder auflaufen zu müssen.


Und in der Tat - wo die NORDSTERN noch vor kurzem ganz ruhig im Wasser lag, schaukelt sie jetzt spürbar mehr, aber auch die Segel blähen sich unter dem kräftiger wehenden Wind mehr als zuvor bei dieser Fahrt - da sie nicht gerefft wurden, treibt das die kleine Karavelle auch schneller voran und damit noch weiter weg von der Gefahr der flachen Gewässer.



Arve, noch immer leidend ....


Arve ist nun schon eine Weile durch das Schiff gewandert auf der Suche nach Hilfe bei seinen Magenproblemen. Aber er hat es irgendwie geschafft, jedem auf diesem Schiff aus dem Weg zu gehen. Eigentlich hat sich der rebellierende Magen schon wieder beruhigt. Kein Wunder, er ist ja auch komplett leer. Wäre noch jemand da gewesen, hätte er jetzt ein lautes Magenknurren gehört. Aber da war niemand. "Verdammt, wo bin ich nun schon wieder? Und Hunger hab ich auch schon wieder ..." Beim Gedanken an Essen merkt Arve, wie sich sein Magen schon wieder zusammenzieht. Fast panikartig rennt er unter Deck umher. "Schnell nach oben, bevor es hier noch eine Sauerei gibt!"



Wie durch ein Wunder erreicht Arve ohne Leerung seines Magens das Oberdeck. Die frische Luft tut verdammt gut. Die Mischung aus Übelkeit und dem nahenden Sturm läßt Arve Böses erahnen. Arve saugt die frische Seeluft tief ein und Hesinde sei dank bessert sich Arves Zustand bei jedem Atemzug. War wohl doch keine Seekrankheit, sondern nur das Essen.

Tief einatmend läuft Arve auf dem Oberdeck umher und betrachtet die Segel, den Horizont, die Wellen ... einfach alles. Unglaublich, nirgends auf dem Antlitz Deres ist man so auf die Güte der Zwölf angewiesen wie hier. Erregt man Efferds Zorn, verschluckt einen das Wasser und spuckt einen nie wieder aus.

"Verdammt. Bin etwa ich Schuld an diesem nahenden Unwetter? Ich hab doch vorher das Wasser, Efferds Element, beschmutzt! Das muß ich gleich den Kapitän fragen."

An der Außenseite des Schiffes hängt der Schiffsjunge an einer seltsamen Vorrichtung aus Seilen und einer Planke und malt. "Hee, Junge. Wo ist der Kapitän? Es ist wichtig!"



Alrik ist vollkommen fasziniert von dieser malerischen Aufgabe, so daß er die Umgebung um sich herum nahezu vergißt. So bemerkt er erst nach einer ersten, höheren Welle und einem heftigen Ausrutscher seines Pinsels an der Bordwand, daß die ruhigen Zeiten bald vorbei sind. Ein Blick gen Alveran bestätigt seine Vermutung.

"Hui..." entfährt es dem Jungen, als er die sich schnell näher ziehenden dunkelgrauen Wolkentürme betrachtet.


Fast scheint es so, als könne man eine annähernd gerade Linie ziehen, die das heran brausende Unwetter von dem noch blau erstrahlenden, wenig bewölkten Himmel trennt. Auch im Wasser des Meeres spiegeln sich diese Farben wieder. Auf der einen Seite liegt die tiefblaue See, wo auf sich den steten Wellen die letzten funkelnden Praiosstrahlen brechen. Die andere Seite ist gehüllt in ein trübes gräuliches Zwielicht, wobei man kaum mehr zu sagen vermag, wo nun genau die Grenze zwischen Meer und Himmel verläuft. Ein kurzes Aufblitzen in weiter Ferne, dort wo man den Horizont vermuten könnte, läßt Böses erahnen.


Der Blick Alriks wandert zurück zur Bordwand. Der letzte Pinselstrich ist in der Tat sehr, sehr unglücklich verlaufen. Genauer gesagt: Mitten durch den Namenszug des stolzen Schiffes, NORDSTERN.

"Mist, verdammter!" 'Das kann's nicht sein, das kann's nicht sein... warum ich schon wieder...'

Aus diesen Gedanken wird Alrik gerissen, als Arve ihn von oben her anspricht.

"Der Kapitän? Ja, eben stand er noch am Steuer, Herr. Ist er dort denn nicht mehr?!" ruft Alrik zu Arve herauf.



"Danke, mein Kleiner. Ich würde dir gern was geben für deine Auskunft, aber das fällt bei diesen Wellen sowieso ins Wasser. Wenn du fertig bist, melde dich doch bei mir." Ohne auf eine Antwort zu warten, dreht Arve sich um und schreitet auf das Steuer zu.

"Eigentlich logisch, Kapitäne sind nun mal am Steuer. Das ich da nicht selber drauf gekommen bin"

Am Steuer angekommen richtet er sich direkt an den Kapitän.

"Ich habe eine wichtige Frage!"



Der Kapitän wendet sich dem Hinzugetretenen zu und sieht ihn an.

"Ja?"

Seine Gedanken sind allerdings eher bei dem Sturm, als bei dem Passagier, der ihn dort etwas fragen möchte.



Von Kellen und Löffeln


Schnellen Schrittes geht Sigrun zur Küche. Als sie dort ankommt, sieht sie sich nach einer Kelle und Löffeln um. Den Koch spricht sie nicht an, denn auf die dann zwangsläufig folgende Diskussion möchte sie zunächst einmal verzichten: sie möchte nicht noch mehr Zeit

verschwenden. Nach einem etwas genaueren Blick durch die Küche entdeckt sie auch eine Kelle. Leider hat diese nicht ganz die gewünschte Größe, sie wäre wohl normalerweise eher für Saucen geeignet. Mit einem gemurmelten

"Naja, wird halt reichen müssen, die richtige Kelle ist wahrscheinlich noch bei den Passagieren in der Messe" zu sich selbst und einem leicht genervten "eine vernünftige Suppenkelle gibt es hier wohl nicht?" an Sören gerichtet, nimmt sie die Soßenkelle und eine Handvoll Löffel. Schon halb wieder im Gehen begriffen, wartet sie nur zur Bestätigung auf Sörens Antwort.



Was macht die denn hier?' fragt Sören sich, als Sigrun unvermittelt seine Kombüse betritt. Doch bald wird ihm klar, daß er offenbar etwas Wichtiges vergessen hat. Das scheint sie jedoch offenbar nicht weiter zu stören, sie fragt nur nach einer besseren Kelle.

"Hmm... Tut mir leid, ich kenn mich hier auch noch nicht so aus. Vielleicht ist ja hier im Schrank..."

Mit diesen Worten bückt er sich, öffnet eine Klappe auf Bodenhöhe und beginnt, im Schrank herumzuwühlen.



Sigrun sieht sich die wenig Erfolg versprechende Suchaktion des Kochs nur kurz an, sie will die anderen nicht warten lassen.

"Ich nehme erstmal diese mit. Es wäre aber gut, wenn sich noch etwas anfinden könnte." Nach diesen Worten geht sie zurück in den Mannschaftsraum und auf den Topf zu. Dabei hält sie die Kelle ein wenig hoch und sagt für alle hörbar:

"Bis dieser Koch eine vernünftige Kelle gefunden hat, sind wir alle verhungert. Versuchen wir es hiermit! Wer will?"

Bei den letzten Worten nimmt sie einen Teller zur Hand und versucht, mit der kleinen Kelle etwas mehr als nur die oben schwimmende Flüssigkeit aus dem Eintopf zu schöpfen.



"Ist recht, ich geb mir Mühe."

Sören sucht noch eine Weile weiter, bis er schließlich mit einem triumphierenden Jauchzen eine große Kelle aus einer Schublade zieht.

"Ich wußte doch, daß da noch was ist", murmelt er, erhebt sich dann und macht sich auf den Weg zum Mannschaftsraum.

Dort angekommen, hält er die Kelle empor und fragt:

"Wird die noch gebraucht?"



Sigrun hat gerade den ersten gefüllten Teller aus der Hand gegeben, als das Schiff stark zur Seite schaukelt. Erschrocken zieht sie die Brauen zusammen und ihr fällt auf, daß sie schon eine ganze Weile das Gefühl hat, als würde das Schiff an Fahrt gewinnen.

"Jetzt müssen wir uns beeilen, wahrscheinlich werden sie gleich oben an Deck unsere Hilfe benötigen."

Schnell versucht sie, mit der kleinen Kelle einen weiteren Teller zu füllen, was sich als mühsam erweist, beginnt sich doch der Eintopf schon recht stark im Topf zu bewegen. Als sie den Teller zu etwas mehr als der Hälfte gefüllt hat, nimmt sie sich einen Löffel und beginnt schnell zu essen, wozu sie zum Einen der Hunger, zum Anderen aber auch die Unruhe angesichts des zunehmenden Windes, treibt.


Nachdem Sigrun die Kelle weitergereicht hat, beginnt unter den Matrosen allgemein ein relativ hektisches Anfüllen von Tellern, wobei die Worte "mit einer solchen Kelle werden wir nie fertig" einige Male zu vernehmen sind. Als Sören mit der größeren Kelle erscheint, sind daher immer noch ein paar Matrosen unversorgt und sie wird mit Erleichterung entgegengenommen.



Ein Sturm zieht auf ....


Gewaltige kräfte blähen die Segel auf, die NORDSTERN legt weiter kräftig an Fahrt zu, denn der Wind frischt kräftig auf und wird immer stärker. Efferds Reich erinnert an ein das faltige Gesicht eines alten Mannes, Wogen wohin man schaut.


Das Schiff beginnt stärker zu schwanken und selbst in ALRIKs Farbeimer regt sich etwas, die Farbe schwappt umher und der Eimer rutscht bedrohlich nahe an den Rand der Planke.


Auch die eben noch klar zu sehende Praiosscheibe verbirgt sich langsam hinter den aufziehenden dunklen Wolken.



Von der Praiosscheibe ist nichts mehr zu sehen, seltsames Zwielicht macht sich breit. Für einen kurzen moment herscht ruhe, eine seltsame ruhe, bedrückend, seltsame gefühle steigen auf, doch dann, nur sekunden später stirb jeder Gedanke an die ruhe, ein gewaltiger Donner, kraftvoll und laut, schallt durch die Luft. Krachend als habe Rondra die Pforten der Himmlischen Feste zerschlagen.

Kaum das daß Gehör wieder zurück gekehrt, zerfließt der eindruck langsam unter wahren Sturzbächen von Efferds Element, Feucht und Kalt ist es, unaufhaltsam bahnt sich das Feuchte Element seinen weg in Ritzen und Spalten.

Doch nicht das Nässe und Kälte schon genug an Wetter währen, nein auch der Wind legt stetig noch an Kraft hinzu. Noch scheint er nicht alle seine Stärken gezeigt zu haben.

Blitz und Donner schallt und Leuchtet, immer näher kommend, die dunkelheit, immer stärker werdend. Die Wolken, Dunkel und doch seltsam, in ferne scheint es als würde sich ein seltsames Rot, ja Purpur in die dunkelsten der Wolken mischen.

Immer wilder wuseln die Wogen um die NORDSTERN!



Traumauge erwacht


Die Bewegung im Schiff läßt Traumauge erwachen, langsam streck er erst die linke Vorderpfote, dann die rechte aus, genüßlich streckt er sich um dann das hinterteil hochzuheben und sich erneut zu strecken. Nachdem die Morgengymnastik vollbracht ist umspielt ein bekannter geruch seine Nase. Schnüffelnd die richtung ausmachend tapst er voran, doch dann erscheinen Fianas Beine in seinem Blickfeld und die Schritte beschleunigen sich...

Ein Sprung und Traumauge steht auf Fianas Schoß, kaum dort angekommen kuschelt er sich auch sogleich Schnurrend an Fiana.

Fiana kennt diese unmißverständliche aufforderung nur zu gut und beginnt sogleich Traumauge sanft das Bäuchlein zu kraulen, was dieser mit heftigem Schnurren unterstreicht. Er dreht sich auf den Rücken und streckt alle viere von sich, damit Fiana besser seinen Bauch streicheln kann.



Smirnoff und Firutin


Der Wind frischt auf, der Seegang wird immer stärker, und der Norbarde sieht ziemlich unglücklich aus.

"Noch geht es ja, ich bin war schon öfter mit einen Schiff unterwegs. Aber wenn es schlimmer wird, gehe ich lieber unter Deck und lege mich hin."

Smirnoff nimmt einen Zug aus der Pfeife.

"Oh je, die schmeckt schon nicht mehr."



Zuerst war's ja nur der Wind, aber jetzt zieht ein gewaltiges Unwetter auf.

"Ich glaube, wir sollten lieber unter Deck gehen. Wenn das Unwetter noch heftiger wird, stehen wir sowieso nur im Regen herum!" ruft er dem Waldläufer zu.

Der Norbarde rafft seinen Pelzmantel dichter um sich und begibt sich Richtung Abgang, immer darauf bedacht, den Segeln nicht zu nahe zu kommen.



"Oh, ich verstehe, dann geht besser wieder in eure Kabine. Ich werde jetzt auch wieder in meine gehen und ein wenig meditieren. Falls ihr euch fragt wo ich das schon wieder her habe, dann kann ich euch gerne die Geschichte dazu erzählen, aber dann erst nach diesem Sturm."


In zwischen hat es angefangen heftig zu regnen und Firutins schwarzes Hemd klebt hauteng an seinem Körper, doch es scheint ihm nicht viel auszumachen. Ruhig wartet er auf die Antwort des Händlers, wenn er denn noch fähig ist eine zu geben.



"Ich meine natürlich, im Weg herumstehen."

"Ist ... wohl ... ein Zeichen, daß es mir nicht so gut geht. Ich freue mich auf Eure Geschichte."

Unter Deck trennen sich dann die Wege der beiden.

"Wir sehen uns nach dem Sturm, ... hoffe ich."

Der Pelzhändler sieht schon merklich grün im Gesicht aus, begibt sich zu seiner Kabine, deren Tür schwer hinter ihm zufällt.



Alle Matrosen an Deck .... !


Jergan wendet sich von dem Passagier wieder ab, jetzt gibt es wichtigeres zu tun.

"Refft die Segel ein wenig!"

Laut brüllt er den Befehl, und diejenigen der Matrosen, die an Deck sind, beginnen mit der Ausführung - nur sind es dazu fast zu wenige, wie Jergan rasch erkennt.

"Alle Matrosen an Deck!"



Nirka ist immer unruhiger geworden, während sie auf das Essen gewartet hat. Das liegt nicht an ihrem Hunger, sondern an der rauher werdenden See, die hier im Bug des Schiffes gut zu spüren ist. Sie hört Jergans Kommando zwar nicht, aber das Gepolter auf dem Deck verrät ihr sehr gut, was da los ist. Sie wirft ihr Eßbesteck zurück in ihren Verschlag und rennt dann auch schon los.

"Alle Matrosen nach oben!"

Am Eingang des Mannschaftsraumes hält sie noch einmal inne und brüllt dem Koch zu:

"Lösch das Kochfeuer, sonst kann hier was abfackeln!"

Sie rennt weiter, ohne die Bestätigung eines der beiden Befehle abzuwarten.



Friedlich streichelt Fiana Traumauge, als plötzlich ein Gewaltiger Donnerschlag ertönt, vor schreck fast Panisch Springt Traumauge auf, überschlägt sich dabei fast, da er auf dem Rücken liegt. Er landet in Fianas leergegessener Auflaufschale und verspritzt dabei die reste, die noch auf dem Boden kleben über Fianas Kleidung.

Fiana erschreckt sich mehr über Traumauge, als über den Donner, sie Springt hoch und schnappt reflexartig Traumauge. Sie Nimmt ihn auf den Arm und eilt zu Ihrer Kabine, dort setzt sie Traumauge ab und wirft sich den gut gefütterten ölmantel über. Sie bekommt zwar nicht mit das irgend etwas gebrüllt wurde, doch weis sie rein erfahrungsgemäß das sie gleich gebraucht wird.

Traumauge läßt sie in ihrer Kabine, dieser hat sich eh sogleich unter ihre Decke verkrümelt und sieht nicht so aus als kähme er vor ende des Unwetters wieder raus.

Sie Rennt so schnell sie Kann zum Kapitän und verschließt noch im Rennen den Mantel "Bin zur Stelle" Wirft sie dem Kapitän noch im Laufen entgegen.



Der Donner und die darauf folgende Katze-Fiana Panik reißt ihn jäh aus seiner Traumwelt, Ottam entschließt sich ebenfalls hinauf zu gehen.

Er geht also gemächlich nach oben und geht in Richtung Fiana und Kapitän. Dummerweise hat er vergessen sich einen ölmantel über zu werfen, doch jetzt ist es eh schon zu spät. Kaum ein paar Sekunden draußen schon naß bis auf die Haut.


Er versucht möglichst normal zu Wirken und geht weiter, tatsächlich wirkt wer eher wie ein begossener Pudel.



Klatsch, und da hat ihn doch glatt eine hohe Welle noch nasser gemacht als das dem Tropfenmeer bisher gelungen ist. Triefend versucht er

Haltung zu bewahren und geht in Richtung des Brückendecks



Plötzlich geht alles ganz schnell: ein lauter Donnerschlag ist zu hören und Nirka läuft sofort los, um an Deck zu helfen. Auch Sigrun zögert nicht, sie taucht den Löffel noch einmal in den Eintopf und nimmt einen großen Happen, stellt Teller und Löffel ab und öffnet ihren Seesack. Zum Glück braucht sie nur einmal etwas stärker zu ziehen, schon hat sie ihre zwar kurze aber sehr wetterfeste dunkle Jacke

in der Hand. In einer Bewegung schmeißt sie sich die Jacke um die Schultern und läuft los, gleichzeitig mit mehreren anderen Matrosen.

Als sie an der Küche vorbeikommt, ruft sie dem Koch zu:

"Verschließ auch den Topf, sonst haben wir nachher den ganzen Mannschaftsraum verschmiert."



Babo wartet noch darauf, daß das Gedränge um den Kochtopf endlich abnimmt, als Rondra ihrer Wut freien Lauf läßt. Und ihr einstiger Geliebter antwortet darauf, indem er sein Reich erbeben läßt. Aber auch Nirka antwortet darauf und was er hört, erfüllt ihn nicht gerade mit Freude. Sich der Tatsache gewiß, daß ihm die Götter heut' nicht hold sind, wühlt er seine Teerjacke aus seiner Truhe und macht sich auf, seinen Kameraden beizustehen. Auf dem Weg nach oben zieht er die Teerjacke an und schließt sorgfältig die Verschlüsse derselben.



In der Kombüse


Sören ist zwar etwas überrascht ob der plötzlichen Eile Nirkas und des ungewöhnlichen Befehls, doch der Sinn der Sache leuchtet ihm ein und so macht er sich -keineswegs besonders eilig- auf den Weg in die Kombüse, um dort das Kochfeuer zu löschen.



Nachdem er das Feuer in der Kombüse gelöscht hat, bemerkt Sören mit Unbehagen, wie der Seegang allmählich stärker wird. Er sieht sich noch einmal nach Dingen um, die lose herumliegen, um diese dann recht hastig in Schubladen oder Schränken zu verstauen, und stolpert dann auf sein Zimmer zu, wo er sich dann auf den Boden legt und sich in Erwartung schlimmeren Unwetters nach Dingen umsieht, an denen er sich festhalten könnte.

'Glücklicherweise hatte ich immer einen robusten Magen...'



Alrik in Not


Ein gewaltiger Donnerschlag ertönt und läßt Alrik zusammenzucken. Leicht verärgert betrachtet er abermals den verschmierten Schriftzug am Heck des Schiffes. Aber jetzt gilt es, sich selbst aus der Gefahrenzone zu bringen, alles andere hat Zeit bis später. Hektisch wirft er den Pinsel in den Farbeimer und greift mit der freien Hand zum Seil.

"Los, zieh mich hoch, schnell," ruft Alrik dem Matrosen an der Reling zu.

"Schon dabei," brüllt dieser zurück und faßt das Seil, mit dem der Schiffsjunge gesichert ist, straffer.


Im nächsten Moment setzt der prasselnde Regen ein und gibt dem Holz eine gefährlich rutschige Oberfläche. Der Farbeimer gleitet langsam von der Planke und schwankt bedrohlich hin und her. Ein Teil der Farbe schwappt dabei über und landet im Meer.


Alrik versucht, sich auf der Planke aufzurichten. Vorsichtig hangelt er am Seil nach oben. Doch schon bei der nächsten höheren Welle wird er vom salzigen Meerwasser überflutet und verliert erst die Orientierung und dann den Halt auf der Planke. Verzweifelt klammert er sich mit beiden Händen am Seil fest. Prustend schnappt der Junge nach Luft.

"Mach schon! Beeil dich!! Aahh!!!"



Kam das FIana beim Kapitän ankommt und sich zur Stelle Meldet hört sie einen Schrei, Das hört sich wie Alrik an denkt sie sich. Der Bengel sollte doch rechtzeitig aufhören zu Pinseln. Doch schon eilt sie Weiter, dem Kapitän läßt sie keine möglichkeit auf ihre Worte zu reagieren 'Bei allen Regeln, das ist Wichtiger' Sie Rennt zu dem Matrosen der Alrik hält und packt sofort mit an den Jungen an Bord zu ziehen.

"HAU RUCK, ZU GLEICH..."



Nach einem letzten kräftigen Zug am Seil erscheint Alrik mit verschrecktem Gesicht auf der Außenseite der Reling. Halt suchend klammert er sich an das feste Holz, während er versucht auf dem Boden Fuß zu fassen.

"Es ging alles so schnell," stößt er leise hervor, "helft mir bitte rüber."



Dem Kapitän wird erst bei Fianas Reaktion wieder bewußt, daß nicht nur das Schiff in Gefahr ist - dank Nirkas sicher unüberlegter Aufgabenverteilung nun auch der Schiffsjunge. Ein kurzer Blick nach hinten überzeugt ihn jedoch davon, daß die Lage dort unter Kontrolle ist - zusätzliche Hände würden dort wohl nur stören - und auch das Steuer kann er im Moment unmöglich alleine lassen.


So bleibt Jergan an selbigem stehen und beobachtet die Matrosen, die eifrig damit beschäftigt sind, die Segelfläche der NORDSTERN zu

verkleinern.



Flux Packt Fiana Alrik am Arm un zieht ihn an Deck.

"So das währe geschafft, aber hab ich dir nicht gesagt das du Schluß machen sollst wenn es gefährlich wird! Du hättest tot sein können"

Den letzten Satz spricht sie geradezu mütterlich aus.



"Ja, ich weiß," sagt Alrik leise. "Ich bin auch noch nicht fertig. Eben war's schon ganz verschmiert vom Regen. Ich dachte, ich schaffe es noch, weil doch Nirka sagte... aber, ach, so ist es bestimmt noch schlimmer geworden als es vorher aussah."


Der Regen hat Alriks Kleidung inzwischen vollkommen durchdrungen. Naßkalte Wasserrinnsale bahnen sich ihren Weg über Alriks Haut nach unten. Die nächste Windbö trägt einen weiteren Schwall von Efferds Gaben herüber. Es ist unmöglich, dem Unbill dieses Wetters auszuweichen.


Nach einer kleinen Pause fügt Alrik hinzu: "Besser ich räume jetzt schnell das Zeug hier weg, bevor es uns um die Ohren fliegt."



Ein Sorgenvoller Gesichtsausdruck überschattet Fianas Gesicht, aber sie will jetzt nicht nachschauen was passiert ist, wenn der Sturm vorbei ist ist Zeit genug. Von Fianas Ölmantel fließt EFFERD's Element in Strömen herunter, was ihre Gedanken wieder zurück holt.

"JA das mach, und wenn du fertig bist meldest du dich sofort bei mir, so kannst du kaum hier oben bleiben, sonst bist du den rest der Reise Krank. Ich gebe dir dann etwas gegen die Nässe, hat ja keinen Sinn das du bei jedem schlechten Wetter unter Deck bist, sollst ja auch was Lernen"


'So kann ich ihn mit gutem Grund von Nirka fernhalten, was hat die sich nur gedacht ihn bei dem Wetter anstreichen zu lassen.' grübelt sie noch eine Weile und geht schließlich zum Kapitän und "Ihrem" Steuer.



Der Matrose zieht derweil schon den Behälter mit den spärlichen, noch verbliebenen Farbresten, sowie die schaukelnde Planke zurück an Bord. Dann schickt er sich an, den anderen Matrosen beim Reffen der Segel zu helfen. Immerhin gibt es fürwahr wichtigere Dinge zu erledigen, und da wird jede helfende Hand gebraucht.


So macht sich Alrik daran, das auf dem Brückendeck angesammelte Durcheinander von Gegenständen wieder an seine angestammten Plätze zu bringen. Planke, Farbbehälter und Pinsel bringt er herunter in den Laderaum, dann geht er zurück auf das Brückendeck und rollt die Seile ordentlich zusammen.


An Fiana gewandt: "Ich bin jetzt soweit."



"Ah gut, also dann komm mal schnell mit, bevor der Sturm richtig los legt""

Fiana geht mit samt Alrk unter Deck zu ihrer Kabine, Dort angekommen drückt sie ihm ein großes Tuch mit den Worten "Trockne dich mal etwas ab" in die Hand. Dann sucht sie in ihren SAchen und greift etwas größeres Dunkles heraus.


"Hier Junge, das eine alte Jacke von mir, sie ist sicher nicht mehr das neueste, doch ist sie Wasserdicht und viel wärmer als die nassen sachen die du an hast."

"Wenn du sie anhast können wir hoch gehen und ich zeige dir ein paar Sachen. Dann kannst du auch nichts anstellen" Bei den letzten Worten grinst sie ihn wohlwollend an.



Folgsam nimmt Alrik das Tuch entgegen. Erst reibt er sich damit das Gesicht und dann sein triefnasses schwarzes Strubbelhaar halbwegs trocken. Seine Kleidung ist leider schon total durchnäßt, da hat es wohl keinen Sinn diese mit dem Handtuch zu bearbeiten. Kurzentschlossen zieht Alrik seinen Pullover aus und läßt ihn neben sich zu Boden fallen. Dann trocknet er noch so gut es geht, seinen Oberkörper ab. Dabei beobachtet er mit wachsendem Erstaunen, wie Fiana eine richtig dicke Jacke aus dem Schrank kramt. Soviel Zuwendung wurde dem Jungen schon lange nicht mehr zuteil, und so verschlägt es ihm prompt die Sprache als Fiana ihm die Jacke reicht.


Alrik grinst breit.

"Ich? Ich und was anstellen? Niemals," entgegnet er mit gespielter Empörung. Als Alrik Fianas alte Jacke anzieht, verschwindet er nahezu in dem großen Kleidungsstück, das ihm fast bis zu den Knien reicht. Auch die Hände werden erst nach zweimaligem Umkrempeln der ärmel wieder sichtbar.


"Toll, danke! Paßt wie für mich maßgeschneidert," verkündet Alrik, der sich inzwischen bis zur Nasenspitze eingemummelt hat.



„Gut jetzt aber hurtig, lauf mir einfach hinterher, oben kannst du mir helfen.“

Da Läuft sie auch schon, und beginnt ballt richtig zu rennen, Richtung Steuer. Rennend kommt sie am Steuer an.

"Jetzt aber endgültig, ich übernehme. Entschuldigung für die Verspätung, aber es gab da noch eine Sache zu

erledigen"

Mit einem Blick, der sagt, daß es ihr wichtig war schaut sie Jergan direkt an und greift entschlossen das Steuerrad und korrigiert sogleich geringfügig den Kurs um eine herannahende große Woge ja nicht mit der Breitseite zu nehmen. Zu Alrik sagt sie:

"Wenn der Sturm schlimmer wird, und da bin leider von überzeugt, dann hilfst du mir indem du das Steuer festhälst, einfach genau wie ich es tue."



Arven leidet noch immer


"Ich habe vorher .... ähhhh .... meinen Magen ins Meer entleert. Ich glaube ich habe damit Efferd erzürnt! Sollte ich vielleicht etwas spenden um diesen Sturm doch noch abzuwenden?" Mit jedem Wort stellt Arve fest, was für einen Blödsinn er doch erzählt.


"War wohl doch nicht so wichtig, oder?" Schließlich steht Arve mit Schamesröte im Gesicht und einem schwachsinnigen Grinsen vor dem Kapitän und kommt sich wie ein Idiot vor.



Jergan und Nirka gegen den Sturm


Schon recht hoch türmen sich die Wellen, doch was der Landratte so gefährlich für das zerbrechlich scheinende Schiff vorkommen mag, ist für den Seemann nicht viel mehr als ein kleiner Anfang, eine Vorübung für einen richtig schweren Sturm.

Trotzdem ist Jergan sehr aufmerksam und gespannt, denn seine Erfahrung sagt ihm, daß dies noch längst nicht alles ist, was das Meer zu bieten hat. Wellen, höher als der Großmast, und Brecher, die ein Schiff zerfetzen können - beides haben seine Augen schon erblickt, und es gab in seiner Zeit auf See schon mehr als einen Moment, in dem ihn nicht mehr viel vom endgültigen Eintritt in Borons Reich getrennt hat.

Entschlossen greift der Kapitän in die Speichen des Steuers und korrigiert den Kurs ganz leicht. Die Richtung, in die sie fahren, ist nun recht

gleichgültig - Vorrang vor allem hat, daß das Schiff niemals quer zu den Wellen zu liegen kommt, denn das wäre auch schon bei diesem Seegang das Ende der kleinen Karavelle. Und darüber hinaus treibt die Wucht des Sturmes sie in eine gar nicht mal so falsche Richtung - auf jeden Fall aber fort von den Untiefen vor der Küste.

'Wo bleibt Fiana bloß? Ihr Platz ist hier. Um den Schiffsjungen können sich andere kümmern, und das bissel Wasser kann ihm auch nicht schaden!'

Er blickt wieder nach vorne, wo die Takelage mittlerweile auf ein vernünftiges Maß reduziert ist.

"Alle Matrosen bleiben in Bereitschaft!"

Er brüllt das Kommando, und Nirka, die auf dem Mitteldeck steht, wiederholt es so laut, daß man es ungeachtet des Tosens des Windes und des Donnerns der Wellen überall auf dem Deck hören kann.



Jergan tritt nicht vom Steuer zurück, als Fiana ihm dazwischen greift und anfängt, Alrik für diese Aufgabe einzuspannen. Er ist hier immer noch der Kapitän, und als solcher wird er alles mögliche tun, aber nicht bei Gefahr das Steuer verlassen - oder einen unerfahrenen Schiffsjungen zur Hilfe einspannen.

Er schiebt Fiana etwas zur Seite und sagt dann entschieden:

"Das überlaß mir mal. Wir BEIDE werden das Steuer führen, bis sich die Lage ändert, oder einer von uns andere Dinge tun soll - und dann wird jemand anders - vielleicht Babo - hier helfen. Und du..."

er wendet sich Alrik zu...

"... gehst nach vorne zu Nirka und sagst ihr, daß sie dafür sorgen soll, daß sich jeder sichert und daß der lose Müll nach unten geschafft wird."

Er fügt nicht hinzu, daß sie auch die Luken auf Dichtheit prüfen soll - das wird die Bootsfrau von alleine wissen.

Jergan dreht das Steuer energisch einige Grad - zum einen, um eine notwendige Korrektur vorzunehmen, und zum anderen, um Fiana zu zeigen, daß er derjenige ist, der das Kommando hat.



"Jawohl, Ich dachte nur ich sollte gleich nach dem Essen Übernehmen."

Ohne weiteres Kommentar greift sie mit an und Unterstützt den Kapitän bei seinen Steuerbewegungen. Die Augen sind strickt auf die Wogende Umgebung gerichtet.



Sigrun im Sturm


Sigrun ist mit einigen anderen Matrosen schnellen Schrittes in Richtung des Aufgangs zum Oberdeck gelaufen. Jeder ist nebenbei noch damit beschäftigt, seine mehr oder weniger regendichte Jacke so gut wie möglich zu verschließen, so daß ein ziemliches Gedränge und

Geschiebe entsteht. Schließlich wird aber das Oberdeck erreicht und die neu angekommenen Matrosen verteilen sich, um denjenigen zu helfen, die bereits mit den Segeln kämpfen. Sigrun sieht den Bedarf vor allem am Großmast, wo nur 3 Matrosen mit dem riesigen Segel kämpfen. Schnell läuft sie auf die andere Seite des Schiffes und beginnt, beim Einholen des Segels zu helfen.



Alrik im Sturm


So schnell er kann, folgt Alrik Fiana auf das Brückendeck. Bei dem kleinen Mißverstandnis zwischen dem Kapitän und seiner Offizierin, schaut Alrik nur abwechseln von einem zum anderen. Erst glaube er noch, daß er unvermittelt neuen großen Erfahrungen entgegen steuern würde und sah sich im Geiste schon als alleiniger Retter der Nordstern aus tiefster Seenot. Doch schon die nächsten Worte des Kapitäns lassen Alriks kühne Träume zerplatzen und aus Alrik dem großen Sturmbezwinger, wird wieder Alrik, der Schiffsjunge.

'Also gut. Mülleinsammeln... auch was Feines... fast so gut, wie Schiffsteuern. Fast.'

Mit einem ergebenen "Ja, Käpt'n," trollt sich Alrik vom Brückendeck.


Beim Großmast angekommen, schaut er sich suchend um, bis er Nirka erspäht.

"Hey, Nirka," schreit er herüber, um sich bei dem Sturmgetöse Gehör zu verschaffen. Langsam kämpft er sich über das Oberdeck zu ihr

vor.



Die Bootsfrau, die mit der Segelreduzierung arg beschäftigt war, dreht sich schlagartig um, als jemand ihren Namen ruft.

Sie erblickt Alrik, der auf sie zukommt - und atmet ein wenig erleichtert auf - er hat wohl gar nicht erst mit dem Streich-Auftrag angefangen, was sie ihm bei dem Wetter auch nicht übel nimmt.

"Was gibts?"

Sie brüllt zwar nicht direkt, aber trotzdem ist ihre Stimme lauter als die Alriks zuvor.



Dem starken Seegang trotzend, hat sich Alrik zu Nirka vorgearbeitet.

"Der Käpt'n sagt, du sollst dafür sorgen, daß sich alle sichern - und daß auch der letzte lose Krempel vom Deck verschwindet," berichtet der Junge, wie ihm aufgetragen wurde.



Die Bootsfrau nickt.

"Gut. Das Heck streichst du jetzt natürlich nicht, das hat Zeit."

Sie brüllt einige Kommandos nach vorne, die die Matrosen, die dort die Segelfläche des vorderen Havena-Segels reduziert haben, dazu animiert, sich den auf dem Vordeck rumliegenden Teilen zu widmen.

Dann dreht sie sich wieder zu Alrik um.

"Für dich habe ich etwas Verantwortungsvolles: Prüfe, ob die Luken alle dicht und verriegelt sind."


Sie beschließt bei sich aber, unauffällig ein Auge auf ihn zu haben, denn diese Arbeit ist für die NORDSTERN wirklich wichtig - andererseits muß Alrik den Umgang mit so etwas lernen.



Alrik nickt verstehend. Es erfüllt ihn ein wenig mit Stolz, daß er nicht wie bei früheren Gelegenheiten mit einigen wohlwollenden Worten an einen sicheren Ort unter Deck geschickt wird, sondern die Möglichkeit bekommt, seine Tatkraft und seine bislang gesammelten Erfahrungen unter Beweis zu stellen.

"Lukenprüfen. Alles klar," wiederholt Alrik.

"Ach, und das mit dem Heckanstrich. Angefangen hatte ich schon, aber das ist jetzt wohl für die Katz' bei dem Regen. Schätze, es ist inzwischen ziemlich verschmiert. Ich wollt's nur sagen."



Nirka hebt bei dieser Eröffnung verwundert die Brauen, sagt aber nur:

"Darüber reden wir nachher, jetzt ist der Sturm wichtiger!"



"Natürlich," meint Alrik noch kurz. Dann ist er schon auf dem Weg unter Deck. Jetzt ist gewiß keine Zeit zum trödeln oder schwatzen. Alrik beschließt, beim Bug des Schiffes zu beginnen und stapft sodann Richtung Mannschaftsräume.



Nachdem Alrik die Klappe, die den Aufgang zum Oberdeck abdeckt, hinter sich verschließt, wird es unter Deck recht dunkel. Vorsichtshalber rüttelt er noch einmal an der Klappe, um die Dichtheit zu überprüfen. Die Klappe bleibt zu. Zufrieden steigt Alrik die Treppe weiter herunter.


Es dauert eine Weile bis sich Alriks Augen an das trübe, dämmerige Zwielicht gewöhnt haben. Dieser eher spärliche Lichteinfall wird durch kleine vergitterte Lichtschächte an der Decke des Ganges vor dem Mannschaftsraum ermöglicht. Nun, das wird man sicher nicht abdecken müssen, zum einen ist der Schacht im mittleren Bereich des Oberdecks, zum anderen ist er doch relativ klein. Falls hier doch etwas Wasser eindringen sollte, so wäre das vermutlich zu vernachlässigen, die Menge wäre zu gering.


Mit prüfenden Blicken wandert Alrik weiter. Die Tür zur Kabine der Bootsfrau ist geschlossen, so wie sie sein sollte, für die Kabine des Smutjes gilt selbiges. Ein leises Geräusch dringt aus dem Bereich der Mannschaftsquartiere. Verwundert bleibt Alrik stehen. Eigentlich sollten doch alle auf Deck sein. Wieder vernimmt der Junge ein klapperndes Geräusch. 'Was zum...' überlegt er, da kommen ihm schon zwei Essensschalen entgegen gerollt, die den erfrischenden Seegang zum Anlaß nehmen, Eintopfreste qür durch das Mannschaftsquartier zu verteilen. 'Sauerei, das.' Scheppernd krachen die Schalen an die Wand des Quartiers. Nach einer kurzen Pause, das nächste Wellental warten sie noch ab, machen sie sich wieder auf den Rückweg. Allerdings erreichen sie die gegenüberliegende Wand nicht mehr, denn Alrik macht der unerwünschten Eintopfschleuderei ein Ende.


Daraufhin ist nur noch das Rauschen der Wellen zu hören, die mit voller Wucht gegen den Bug des Schiffes schlagen, und ein unregelmäßiges Knacken aus den Tiefen des hölzernen Schiffes. Alles in allem ist Alrik durch den Sturm nicht allzu beunruhigt. Es ist nicht der erste Sturm, den er an Bord dieses Schiffes erleben muß und sein Vertrauen in die Fähigkeiten des Kapitäns ist unerschütterlich. Was für tollkühne Geschichten die altgedienten Matrosen hier schon alles zu berichten wußten! Soll der Sturm doch kommen, dieser kleine Wind hier, pah, das ist doch noch GAR nichts! Zuversichtlich setzt Alrik seinen Weg fort.


Als Alrik bei der Ladeluke ankommt, wirft er erst einen Blick nach oben. Durch einen kleinen Spalt an der Decke dringt Licht zum Unterdeck vor. Von den Planken, die von oben zum Abdecken auf den Ladeschacht gelegt worden sind, scheint eine nicht richtig aufzuliegen. Alrik prägt sich die Stelle ein, das wird er nochmals nachsehen müssen, wenn er wieder auf Deck ist. Auch der Ladeschacht zum Ladedeck hin ist auf die gleiche Weise verschlossen. Soweit Alrik das in der Dunkelheit überschauen kann, sind die Planken hier ordnungsgemäß aufgelegt. Auch die Klappe am Niedergang zum Ladedeck ist verschlossen.


Auf dem Weg zurück zum Oberdeck, nimmt Alrik den anderen Aufgang. Der starke Seegang läßt ihn fast stolpern. Beim weiteren Aufstieg stützt er sich vorsichtshalber an der Seitenwand ab.

"Holla, so langsam wird's lustig."

Nachdem er das Oberdeck wieder erreicht hat, schließt er sorgsam die Klappe hinter sich.


Dann geht er direkten Weges zu der Abdeckung der Ladeluke, wo er die eine etwas schräg liegende Planke mit einem gezielten Fußtritt in die richtige Position bringt.

"So, wohl an denn. Das war's."

Alrik schaut sich um. 'Wo ist Nirka? Erst einmal Meldung machen...'



Als Alrik Nirka schließlich entdeckt, stellt er fest, daß sie ihn wohl schon seit einer ganzen Weile unter Beobachtung hat. Ihr Nicken quittiert er mit einem bestätigenden Handzeichen, um ihr anzudeuten, daß er die Arbeit soweit erledigt hat und die Luken seines Erachtens nach ordnungsgemäß verschlossen sind.


Nirkas Befehl an die Matrosen bei der Takelage nimmt er seinerseits als Aufforderung, sich dort mit nützlich zu machen. Geflissentlich hilft er mit, das Segeltuch zusammenzulegen und wegzupacken. Nachdem auch das geschehen ist, schaut er sich ein wenig hilflos auf Deck um. Wo kann er jetzt helfen?



Der Sturm läßt nicht nach ....


Die Wogen, mit denen die NORDSTERN kämpfen muß, werden höher und kräftiger. Doch - zumindest für die See-Erfahrenen erkennbar - droht momentan überhaupt keine Gefahr: Das Schiff gehorcht einwandfrei dem Steuer, und es macht gute Fahrt, so daß es mühelos in die optimale Position zu den Wellen gedreht werden kann.


Das einzige, was sich wirklich negativ auswirkt, ist die Bauform der Karavelle, die recht anfällig für die damit verbundene Schaukelei ist. Jergan, der das Steuer mit fester Hand führt, macht sich daraus überhaupt nichts, eher im Gegenteil: Er genießt es.


Weiter vorne, auf dem Oberdeck, gucken die ersten Brecher vorwitzig über die Bordkante und schütten große Mengen Wasser über die Reling, daß jedoch dank der Speigatts ziemlich schnell wieder abläuft. Freilich wird das Deck dabei schön mit Seewasser benässt... was einen Ausblick auf anstehende Reinigungsarbeiten nach dem Sturm gibt...



Smirnoff in der Koje ...


Smirnoff hat sich inzwischen seines Pelzmantels entledigt und auf seine Koje gelegt. Den Nachttopf stellt er griffbereit ans Kopfende und legt sich dann hin. Seine Hautfarbe nimmt einen bedenklich grünen Schimmer an...



Trotz des Schaukelns ist der Pelzhändler schließlich eingeschlafen, doch Ruhe ist ihm nicht gegönnt. Alpträume quälen ihn, von riesigen Baumwesen, die Felle stehlen und dann über die stürmische See schwimmend flüchten.

Unruhig wirft sich Smirnoff hin und her, schlägt manchmal mit den Beinen, mal mit den Armen um sich und stöhnt, daß es einem Angst und Bange werden könnte.



Larian erwacht


Larian ist über seinem Essen eingeschlafen, doch Bishdaries ist ihm keinesfalls wohlgesonnen. Der arme Jahrmarktszauberer träumt von der Pest in Al'Anfa, von nackten Raben über und über mit eiternden Blasen besetzt, vom Rabenfelsen der auf einmal die Flügel aufbereitet und davonfliegt und von seinen Eltern, die von schwarzen Flecken übersäat in ihren Betten liegen und sterben.


Doch da wird er plötzlich von einem Donnerschlag Rondras aus seinem Alptraum gerissen. Mit dem Angstschweiß auf der Stirn ruckt er hoch und kann sich einen jähen Schrei nur noch mühevoll unterdrücken, bis er sich seiner gegenwärtigen Lage gewahr wird. Er sieht sich erst einmal desorientiert im Raum um, der sich bis auf den Zwerg und den Barden, die beide auch eingenickt zu sein scheinen, gelehrt hat. Um ihn zu wecken wendet er sich zu seinem Zimmergenossen und stupst ihn an.



Der Sturm läßt nicht nach ....


Der Druck auf das Steuer wird heftiger, Fiana muß schon gut zupacken, um gegen den Sturm zu halten. Doch mit vereinten Kräften gelingt das unterfangen.



Mit vereinten Kräften ist es den Matrosen gelungen, das große Segel unter Kontrolle zu bringen, als ein neuerliches Schaukeln des Schiffes und der damit verbundene Meerwasserschwall Sigrun kurzfristig erstarren lassen. Das kann doch nicht wahr sein! In der Eile und ihrem Eifer, den anderen Matrosen auf diesem neuen Schiff zu zeigen, daß sie keineswegs zimperlich ist, hat sie die elementarsten Sicherheitsvorkehrungen ignoriert. Leise fluchend sieht sie sich um.



Bei ihren suchenden Blicken über das Deck der NORDSTERN stellt Sigrun fest, daß hier wohl normalerweise keine Sicherheitsleinen gespannt sind.

'Noch kann man sich ja auch problemlos an Deck bewegen', denkt sie, aber sie kann sich des Gefühls nicht erwehren, daß der momentane

Wind nur der Vorbote eines ausgereiften Sturms ist. Nun, wenn keiner der Offiziere irgendeine Maßnahme ergreifen will, Sigrun hat ganz bestimmt kein Bedürfnis nach einem Bad bei diesen Wellen.

"Ich suche uns mal ein paar Leinen", ruft sie ein paar anderen Matrosen zu, die in ihrer Nähe beschäftigt sind, und macht sich auf den Weg.



Nirka bekommt Sigruns Absicht mit und ruft ihr zu:

"Gute Idee... kümmere dich mal drum."

Dann läßt sie die Blicke weiter über das Deck schweifen. Die Lage an Bord ist unter Kontrolle, und Gefahren drohen wohl noch keine.

Ihre Blicke verfolgen dabei auch den für sie sichtbaren Weg des Schiffsjungen, und sie nickt beifällig.

"Bringt die Segel ins Trockene!"

Dieser Befehl gilt anderen Matrosen, die sich mit der Takelage befassen.



Gerade hat Sigrun zwei an der Seite liegende aufgerollte Seile entdeckt, die offensichtlich z.Zt. nirgends benötigt werden, da hält sie etwas verwundert inne. Sollte sie sich getäuscht haben? Noch vor einer Minute hätte sie schwören können, daß sich dies hier zu einem ausgewachsenen Sturm entwickeln würde, aber irgendwie scheint es jetzt gar nicht mehr schlimmer zu werden. Sie zuckt mit den Schultern.

Trotzdem, auch bei dieser Windstärke kann leicht einmal eine Welle gefährlich hoch über die Bordwand schlagen, also nimmt sie die beiden Seile und beginnt, eines davon zu befestigen.

Ein ungeduldiger Blick trifft die anderen Matrosen, die bereits mit dem Zusammenlegen des Segels fertig sind. Auf die Idee ihr zu helfen, kommt wohl niemand! Doch da streift ihr Blick den wartenden Alrik und ein leichtes Lächeln breitet sich aus.

"Hej, Junge, hilf mir doch mal eben. Sonst geht doch noch jemand über Bord, bis ich hier fertig bin!", ruft sie ihm zu.



Alrik bemerkt Sigruns Wink und schon geht er zu der hübschen, neuen Matrosin rüber. 'Die aus der Küche, von vorhin,' ruft er sich in

Erinnerung. Etwas peinlich ist ihm die Erinnerung an sein Mißgeschick dann doch.


"Aye, was kann ich tun?" Alrik spricht ein wenig schneller als üblich, während er unauffällig darum bemüht ist, seine aufsteigende Verlegenheit zu überspielen.



Sigrun versucht, das leichte Grinsen zu unterdrücken, das sich angesichts von Alriks Verlegenheit auszubreiten droht.

"Du kannst dir mal das zweite Seil hier nehmen und es so befestigen, daß die Leute dort drüben es als Sicherheitsleine benutzen können." Sie zeigt dabei auf eine Gruppe Matrosen, die im vorderen Teil des Schiffes beschäftigt sind. Als ihr kurz die Küchenszene wieder vor Augen tritt, fügt sie lieber noch an:

"Es muß richtig fest sein und nicht so, daß man drüber stolpert!"



"Das Seil straff spannen. Ja, gewiß," wiederholt Alrik mehr für sich selbst. Dabei wird ihm bewußt, daß Sigrun ihn bestimmt als tolpatschigen, kleinen Jungen einschätzen muß. Sonst hätte sie das bestimmt nicht gesagt, das mit dem Stolpern. Prinzipiell sind ihm die Meinungen der anderen Matrosen nicht wirklich wichtig, aber der Gedanke, daß Sigrun ihn als tüchtigen Matrosen kennenlernt, gefällt ihm immer mehr...


Alrik ergreift das zweite Seil, dabei schaut er sich genaustens an, wie Sigrun ihrerseits das andere Seil befestigt. Sein Hauptaugenmerk richtet er dabei auf die Verknotung des Seils. Dann sieht er einen günstigen Moment gekommen, wo er geschickt vorhandenes Wissen anbringen kann:


"Das ist Premer-Doppeltgeschlungener-Ankerstich, nicht wahr?"



Überrascht hält Sigrun einen Moment inne und wendet sich Alrik mit einem Grinsen erneut zu.

"Stimmt genau! Wenn du ihn genau so gut knoten kannst wie erkennen, brauche ich mir ja keine Gedanken zu machen."



'War das ein Lob? Oh, warum grinst sie dann nur so...' Alrik ist sich nicht ganz sicher und ist obendrein noch zu perplex um eine schlagfertige Antwort zu geben. "äh... jajaja."


Er nimmt das eine Seilende und umschlingt damit dann eine passende Stelle. Alriks Handbewegungen sind gewandt und flüssig, der Knoten ist tadellos geknüpft. Auch unter Nirkas gestrengen Blicken würde er sicher Gnade finden.

"Hier... guck! Erst so, dann so - und fertig."



Sigrun bemerkt zunächst Alriks Unsicherheit, dann aber vor allem auch seine erstaunlichen Fähigkeiten im Umgang mit dem Seil. 'Mit dem Jungen haben sie hier an Bord ja echt Glück gehabt', denkt sie und hat den Schiffsjungen auf ihrem Lehrschiff vor Augen, den schon ein einfacher Doppelknoten überfordert hätte.

"Du kannst das wirklich gut. Hast du das hier an Bord gelernt?" fragt sie verwundert. 'Entweder hat er eine erstaunlich gute Beobachtungsgabe oder jemand hier nimmt sich regelmäßig die Zeit, ihm so etwas zu zeigen.'

Während sie diese Überlegungen anstellt, beendet sie die Arbeit an "ihrem" Seil. Anschließend sieht sie Alrik fragend an.



Alrik strahlt Sigrun an. Offenkundig freut er sich aufrichtig über ihr direktes Lob, obschon es ihn auch wieder etwas in Verlegenheit bringt.

Aber die aufsteigende, gesunde rote Farbe auf seinen Wangen könnte durchaus auch von dem schneidenden, naßkalten Wind herrühren.


"Hey, danke. Aber ich fahre noch nicht so lange auf der Nordstern. Erst seit einem knappen halben Götterlauf. Jezabella hat mir früher ein

bisschen was gezeigt. Das ist..." Der Junge stockt kaum merklich. "...schon lange her," beendet er seinen Satz. Doch irgendwie scheint das abrupte Ende nicht so recht zum Anfang zu passen.


Nebenbei beginnt Alrik das Seil zu spannen und befestigt dann das andere Ende, ganz so, wie er es bei Sigrun gesehen hat.



Ottam stürzt


Gerade noch Sinnt Ottam über sich , die Welt und den Regen nach, da stützt er sich auf das geländer des Brückendecks und flux in diesem Moment erwischt eine große Welle das Schiff. Zwar gelingt es Jergan und Fiana gewohnt souverän und ohne große Probleme das Schiff so zu stellen das die Welle keinen Schaden anrichtet, doch ist das nachfolgende Wellental so tief, das der unaufmerksame Magus den Halt verliert und schmerzlich auf das Oberdeck stürzt.


"AAAAHHHHHHHH"



Ein wenig belustigt beobachtet die Bootsfrau das Mißgeschick des Zauberers. Sie wendet sich demonstrativ der Takelage zu, damit man ihr Grinsen nicht sieht, doch das gibt sich rasch, als ihr wieder einfällt, was Jergan über den Mann erzählt hat, und was für eine Bedeutung er hat. Also geht sie rasch zu ihm. Ihre Schritte sind ganz normal, als würde sie durch eine Gaststube laufen, und nicht auf dem schaukelnden und nassen Deck eines Schiffes im Sturm sein. Sie bückt sich und hält dem Magier ihre kräftige Hand hin:


"Kann ich Euch helfen?"




"AHHHH, oh Danke"

wacklig greift Ottam nach der dargebotenen Hand und zieht sich hoch, doch sackt er gleich wieder zusammen, da sein linkes Bein nicht so will wie er sich das gedacht hat. Offensichtlich hat er sich doch verletzt, auch das rote Rinnsal das über sein Bein am Fuß herab auf das Deck läuft zeugt davon.


"Verdammt" grummelt er vor sich hin, versucht dann aber sich erneut empor zu ziehen, was diesmal auch gelingt, da er lediglich das Rechte

Bein belastet.


"Helft mir bitte zu den Stufen dort drüben" er deutet bei diesen Worten auf die Stiegen zum Brückendeck "zu kommen. Dort kann ich mich setzten und nach der Wunde schauen"



Nirka hilft dem Magier ohne jede erkennbare Anstrengung - sie hätte vermutlich auch keine Probleme, ihn einfach zu tragen. Sie bewahrt ihn während des Weges zur Treppe vor weiteren Stürzen und hilft ihm dann beim Hinsetzen. Ein wenig besorgt schaut sie in die Umgebung des Schiffes - schließlich ist der Sturm nicht gerade eine günstige Umgebung für so etwas.


"Oder soll ich Euch lieber nach unten in eure Kabine bringen lassen?"



"Nein nein, ist schon gut, achtet nur bitte darauf das mich in den nächsten fünf Minuten niemand stört", sagt er zu Nirka.


Dann streift er den Stoff über der Wunde zur Seite und betrachtet diese mit mißfallen. Ein fieser Riß der immer noch Blutet ist zu sehen, das Knie ist kaum zu sehen, da es gänzlich mit Blutiger nasser schmiere überzogen ist. sehr angenehm wirkt das nicht, er muß sich zusätzlich an einer rauhen Stelle die Haut abgeschürft haben.


Dennoch konzentriert sich der Magus, legt die Hand aufs Herz und beginnt immer wieder die Worte "Balsam Salabunde..." zu murmeln, während er seine Formel immer wieder wiederholt versinkt er in geradezu in Meditation, was um ihn herum vorgeht bemerkt er nicht, er sieht nur noch sich, die Wunde und die Magischen Muster die sich bilden. Dann geht eine Wundersame veränderung vonstatten, die Wunde hört auf zu Bluten, dann kann man sehen wie sich der Riß schließt und schließlich neue Haut über die eben noch blutende Wunde wächst. Nach etwa fünf Minuten endet Ottam und betrachtet das Ergebnis genau.

"So gefällt mir das schon viel besser"


Mit Deutlich besser gelauntem Gesicht meint er zu Nirka :

"Danke für die Mühe ich bin wieder in Ordnung"



Die Bootsfrau nickt, und tut, was ihr der Schiffsmagier sagt. Sie sieht ein wenig verstohlen zu, während er zaubert.

"Kein Problem, es ist ja meine Aufgabe... Braucht Ihr noch etwas?"



"Nein Danke, ich bin jetzt wohl wieder in Ordnung."


Zur Bestätigung seiner Worte Steht er Auf und 'testet' das Bein ein wenig. Wie er erwartet hat kein Problem. Nirka anlächelnd geht er in Richtung Kabine...



Der Sturm läßt nach .....


Als Alrik Nirka schließlich entdeckt, stellt er fest, daß sie ihn wohl schon seit einer ganzen Weile unter Beobachtung hat. Ihr Nicken quittiert er mit einem bestätigenden Handzeichen, um ihr anzudeuten, daß er die Arbeit soweit erledigt hat und die Luken seines Erachtens nach ordnungsgemäß verschlossen sind.


Nirkas Befehl an die Matrosen bei der Takelage nimmt er seinerseits als Aufforderung, sich dort mit nützlich zu machen. Geflissentlich hilft er mit, das Segeltuch zusammenzulegen und wegzupacken. Nachdem auch das geschehen ist, schaut er sich ein wenig hilflos auf Deck um. Wo kann er jetzt helfen?



Auf Sturm folgt Sonnenschein ...


Immer weiter bahnt sich die Nordstern ihren Weg durch die ungestüme See. Der Wellengang ist beeindruckend und so manche Landratte, die bislang noch nie einem zünftigen Sturm ausgesetzt war, bekommt es wohl mit der Angst zu tun, denn ein Ende der wütenden Kräfte der Natur ist noch lange nicht in Sicht. Während anfänglich nur einzelne Brecher das Deck überfluteten, so ist inzwischen aus der Ausnahme die Regel geworden und fast alle Wellenkronen erreichen das Deck des Schiffes und geben den hölzernen Planken eine gefährlich rutschige Oberfläche.


Der ganze Himmel ist verhangen von tief liegenden, dunklen, grauen Wolken. Einzelne Blitze zucken in bizarren Formen über das Firmament. Nicht geradlinig suchen sie sich ihren Weg auf das Derer und, sondern mit mehreren kleinen Verzweigungen und Ausläufern. Und die abergläubischsten unter den Seefahrern munkeln leise, daß es Borons knochige Totenhand ist, die er nach den geringsten unter ihnen ausstreckt und es erst wieder friedlich werden wird, wenn er sich mit tödlichem Fingerzeig ein gefälliges Opfer erwählt hat.


Der gleißend helle Schein der Blitze verdrängt das trübe Dämmerlicht ein jedes Mal für einen kurzen Moment. Dann erscheint die Welt um so unwirklicher und geisterhafter und so manches blasse oder grünliche Antlitz, was vormals durch die Dämmerung gnädig getarnt war, wird in jenen Augenblicken um so besser hervorgehoben.


Als sich der Tag dem Ende entgegen neigt, ist noch immer keine Besserung des Wetters in Sicht. Die Erschöpfung in den Gesichtern der Matrosen zeichnet sich deutlich ab. Einige von ihnen sind inzwischen dauerhaft damit beschäftigt Bilgewasser abzuschöpfen. Da der Sturm aber nicht noch bedrohlichere Ausmaße angenommen hat und der Kapitän und seine Erste Offizierin die Lage im Griff haben, beschließen sie, einen Teil der Leute unter Deck zu schicken, um neue Kräfte zu sammeln.


Auch Sigrun, Babo und Alrik werden zurück in die Mannschaftsräume geschickt, wo sie für den ersten Teil der Nacht ausruhen können. An Schlaf ist allerdings nicht wirklich zu denken, zu unruhig liegt das Schiff auf den Wellen und die ständige Anspannung, die noch auf den Matrosen lastet, fällt erst langsam ab. Und tatsächlich ist es auch so, daß gerade erst der eine oder die andere einen leichten Schlaf gefunden hat, als auch schon Nirka zur Schichtablösung ruft. Die Bootsfrau selbst gönnt sich keine ruhige Minute, mit strähnig nassem Haar und derweil durchgeweicht bis auf die Haut, steht sie an Deck wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung und hat ein waches Auge auf die Matrosen.


Die Passagiere, die sich zu Beginn des Sturms ausnahmslos unter Deck in ihre Kabinen zurückzogen haben, harren dort der Dinge, die da kommen werden. Es ist fürwahr kein angenehmer Beginn dieser Seereise und ein mancher schwört im Laufe der Nacht, daß dieses ein für allemal die letzte Seereise ist, die er angetreten hat - so oder so.


Und während Satinav auf dem Schiff der Zeit die nächste weiße Seite aufschlägt, erlischt Efferds Zorn und Regen, Sturm und Gewittergrollen nehmen kontinuierlich ab. Die tiefschwarzen Wolkentürme weichen langsam helleren Schönwetterwolken und an einzelnen Stellen bricht die Wolkendecke auf und einzelne blaue Stellen am Horizont lassen auf einen ruhigeren Verlauf des neuen Tages hoffen.


Am Nachmittag des Tages hat sich der Sturm im Golf von Riva soweit gelegt, daß die Aufräumarbeiten an Bord der Nordstern beginnen

können.







Die Ruhe nach dem Sturm


Ein Matrose, der an der Reling steht und gerade eine kleine Ruhepause einlegt, beobachtet versonnen die Weite des Meeres. Es ist kein Land in Sicht, nur Wasser. Das Gefühl der Freiheit. Seine Augen bleiben an einen kleinen dunklen Punkt auf den Wellen haften. Angestrengt blickt er in diese Richtung, wobei er versucht genaueres zu erkennen.


Es ist ein Stück Holz, was langsam immer näher zur Nordstern heran treibt. Es ist nicht groß, höchstens drei Spann im Durchmesser. Als Spielball der Wellen wird es hin und her geschaukelt.


Jetzt, wo sich das Holz in unmittelbarer Nähe befindet, kann der Matrose auch große Lettern auf dem Holz erkennen, lesen kann er es jedoch nicht. Er hatte nie die Gelegenheit gehabt, Lesen oder Schreiben zu lernen, wozu auch. Trotzdem macht das Gefühl der Freiheit langsam einer Beklemmung platz. Vielleicht ist dieses Stück Holz der letzte Überrest eines ehemals stolzen Schiffes, das den Sturm nicht überstanden hat. Er murmelt ein leises Gebet, dankt Efferd für seine Gnade und schließt auch die Seelen der Verstorbenen, die in Efferds Reich ein nasses Grab gefunden hatten in sein Gebet mit ein.


Das Treibholz hingegen wird von den Meereswellen an die Außenwand der Nordstern gedrückt. Nur wer genau hinhört, kann ein leises 'Plöpp' vernehmen, als Holz auf Holz trifft. Dann zieht der Sog der nächsten kleinen Welle das Treibholz wieder zurück. Friedlich glitzert dort das Wasser, kleine Lichtstrahlen brechen sich auf seiner gekräuselten Oberfläche.


Nach Beendigung des stillen Gebets wendet sich der Matrose wieder der Reinigungsarbeit zu. Er bückt sich und will sich gerade auf den Boden hocken, als er es sich anders überlegt. Seine müden Knochen haben gestern beim Sturm schon genug gelitten. Soll doch jemand jüngeres über den Boden kriechen und die Planken schrubben. Er steht auf und blickt nach oben. Der Himmel ist immer noch sehr bewölkt, heute wird man wohl kaum mit dem Anblick von Praios' güldenem Schild rechnen können. Der müde Matrose gähnt, dann geht er. Vielleicht findet sich ja im Mannschaftsraum jemand, der die Schicht mit ihm tauschen mag.


Ruhig gleitet die Nordstern durch das Wasser. Das Holz treibt weiter in eine andere Richtung. Bald ist es von der Nordstern aus nicht mehr zu erkennen, eines Tages wird es gewiß eine nördliche Küste erreichen. Vielleicht wird sein Finder dann ergründen können, was die Buchstaben YDH bedeuten.



Das große Aufräumen


Der Kapitän, der sich während des ganzen Sturms mit Fiana am Steuer abgewechselt hat, läßt die Blicke über sein Schiff gleiten. Die Schäden durch den Sturm halten sich sehr in Grenzen - ein paar gerissene Taue, ein paar beschädigte Wanten, aber im großen und ganzen ist die NORDSTERN noch voll seetüchtig. Er ist froh, daß das Steuer vor dieser Fahrt repariert wurde - im alten Zustand hätten sie ein echtes Problem gehabt.


Vor ihm, auf dem Oberdeck, ist die Mannschaft unter Nirkas Führung mit dem Saubermachen beschäftigt, denn der Sturm hat nicht nur Salzwasser in großen Mengen über die Planken gespült, auch ein wenig Treibgut, Algen und dergleichen mehr haben ihren Weg auf das Deck gefunden. Andere Mannschaftsmitglieder kümmern sich um die kleinen Schäden, die ungeachtet ihrer Geringfügigkeit selbstverständlich repariert werden müssen.



Sigrun und Nirka


'Schon wieder,' denkt Sigrun ärgerlich, als ihre Augen beim Bodenschruppen ein weiteres Mal beinahe zufallen.

'Ich hätte die Nächte in der Stadt wirklich besser zum Ausschlafen nutzen sollen, dann würde mich jetzt eine einzige durchwachte Nacht nicht gleich so umhauen.'

Sie sieht sich um und bemerkt, daß auch die meisten anderen Matrosen müde und lustlos wirken. Eine kurze Weile scheint sie fast vor sich hin zu träumen, bis ein plötzlicher Ruck durch ihren Körper geht. Die Augen sind weit geöffnet und der Mund energisch zusammengekniffen, als sie einmal tief Luft holt und dann mit neuer Energie die Fläche vor sich bearbeitet. Von Müdigkeit ist jetzt nichts mehr zu spüren, ihre Arme bewegen sich kraftvoll und effektiv. Nur wer sie genau beobachtet, wird bemerken, daß es einzig und allein Wille und Konzentration sind, die Sigrun dieses ermöglichen. Ihre Umgebung nimmt sie kaum noch wahr, sie hört und sieht nichts außer der ständigen Vor- und Rückwärtsbewegung ihres Schrubbers.



Nirka wandert langsam über das sauber werdende Deck und bleibt schließlich vor Sigrun stehen.

"Meinst du nicht, daß diese Stelle schon so sauber ist, daß das ganze restliche Deck dagegen vor Dreck nur so steht?"

Die Bootsfrau grinst bei diesen Worten, und anscheinend meint sie sie nicht allzu ernst.

"Gönn dir doch auch mal eine Pause!"

Ein bei der oft recht verschlossenen Nirka merkwürdiger Unterton begleitet diese Worte.



Als Nirka sie anspricht, scheint Sigrun von weit her wieder zu sich zu kommen. Erstaunt sieht sie, daß Nirka recht hat, die Fläche, die Sigrun die ganze Zeit bearbeitet hat, glänzt und blitzt vor Sauberkeit. Zuerst legt sich ihre Stirn in Falten, dann aber sieht sie zu Nirka auf, zuckt einmal leicht mit den Schultern und blickt sie offen an. Dabei legt sich jetzt ein leichtes Grinsen über ihr Gesicht: "Du hast recht, da habe ich wohl etwas übertrieben. Ich denke, ich könnte eine Pause wirklich ganz gut gebrauchen. In letzter Zeit bin ich wohl zu faul gewesen, wenn mir eine einzige anstrengende Nacht so zu schaffen macht."

Sie steht auf und reckt sich ein wenig in alle Richtungen, um die verspannten Muskeln zu entlasten. Obwohl sie behauptet hat, sie sei faul gewesen, wird Nirka auffallen, daß sie sich mit der mühelosen Leichtigkeit bewegt, die von ausdauerndem Training spricht.

"Soweit ich es mitbekommen habe, hast du dich aber auch nicht gerade geschont..."



Nirka lehnt sich leicht gegen die Reling und sieht Sigrun weiterhin an. Irgendwie ist dieser Blick dabei anders, als die Blicke, die sie üblicherweise denen zuwirft, die unter ihr stehen - offener, und zugleich aber auch geheimnisvoller.


"Ja, da hast du recht. Wollen wir zusammen ein wenig Pause machen?"



Sigrun erwidert Nirkas offenen Blick erfreut und ein wenig überrascht, hatte sie doch bisher den Eindruck, daß Nirka sich gern ein wenig von den Matrosen distanziert.

"Das ist eine wirklich gute Idee", antwortet sie daher auf die Frage nach einer gemeinsamen Pause. "Ich bringe nur noch schnell dieses Zeug weg", fügt sie an und deutet dabei auf das Putzzeug. Gesagt, getan, der Eimer mit dem dreckigen Wasser wird genommen, ausgekippt und anschließend gemeinsam mit dem Schrubber am dafür vorgesehenen Platz sicher verstaut.



Nirka beobachtet von ihrem Platz an der Reling aus, wie Sigrun die Putz-Utensilien 'entsorgt'.

Nirka wirkt beinahe ein wenig unsicher - es fällt ihr sichtlich nicht leicht, einen guten Anfang zu finden.

"Gefällt dir diese Reise?"

Eine banale Frage, die eben jene Unsicherheit überdecken soll, die man von Nirka überhaupt nicht gewohnt ist.



"Reise ist gut!"

Sigrun ist inzwischen wieder bei Nirka angekommen und lehnt sich jetzt ebenfalls an die Reling. Sie genießt den Blick auf das jetzt wieder ruhige Meer.

"Kaum sind wir einen Tag unterwegs, hatten wir auch schon einen handfesten Sturm. Aber eigentlich bin ich sehr zufrieden, daß ich hier angeheuert habe. Die Nordstern ist ein schönes Schiff und gut gepflegt und der Kapitän hat uns wirklich gut durch den Sturm gebracht. Und du? Bist du schon lange hier auf der Nordstern?"



Die Bootsfrau beobachtet einige Augenblicke die Wellen, ehe sie antwortet.

"Ich bin jetzt seit zwölf Götterläufen auf See, davon acht auf der NORDSTERN. Mir gefällt das Schiff auch, ich glaube sogar, ich würde es nicht verlassen, wenn mir jemand woanders etwas anbieten würde. Man gewöhnt sich an vieles hier an Bord - an das Schiff, an die Leute..."

Wieder sieht sie den Wellen zu, und sagt dann in Richtung dieser:

"Das einzige, was mich ein klein wenig stört, ist, daß meist so verdammt wenig Frauen an Bord sind."




"Da hast du recht, Frauen auf See scheinen wirklich eine Seltenheit zu sein. Auf dem Schiff, auf dem ich gelernt habe, war ich sogar die

einzige Frau. Aber es hat nicht allzu lange gedauert, bis die Männer dort mich ernst genommen haben ..."

Bei diesem Satz klingt Sigruns Stimme ein wenig drohend, wirkt aber sofort wieder entspannt, als sie anfügt:

"Hier scheint es mir etwas einfacher zu sein, die Matrosen sind an dich und Fiana gewöhnt und außerdem muß ich ja jetzt nicht mehr so häufig fragen. Was Gesellschaft angeht, vermisse ich die anderen Frauen nicht so sehr. Die Gespräche über Kleider, Kinder und Männer haben mich immer schon gelangweilt."

Sie sieht Nirka ein wenig vorsichtig von der Seite an und macht eine kurze Pause. Dann sieht sie wieder auf das Wasser und sagt leise:

"Natürlich gibt es auch Frauen, die nicht nur über solche Dinge sprechen ..."



Nirka grinst beinahe instinktiv, als Sigrun das mit Kleidern, Kindern und Männern erwähnt. In ihr steigt ein Verdacht auf, der sich, sollte er wahr sein, so ziemlich mit ihren geheimsten Hoffnungen decken könnte. Sie dreht den Kopf langsam in Richtung der Matrosin und sieht gerade noch so, daß diese sich wieder dem Wasser zuwendet. Schade... sie hätte gerne den Gesichtsausdruck studiert. Der letzte Satz Sigruns läßt ihr Herz vor Freude einen kleinen Sprung machen. Ebenso leise wie die andere Frau zuvor fragt sie:

"... wie zwei von ihnen gerade auf dieser Reling sitzen?"

Nirka wendet den Blick diesmal nicht ab, sondern beobachtet Sigrun und deren Reaktionen.



Sigrun wendet ihr Gesicht wieder Nirka zu. Ein freudiges und vielleicht ein wenig verschwörerisches Lächeln liegt in ihren Augen, als sie antwortet:

"Ja, das denke ich schon."



Nirka erwidert Sigruns Lächeln.

"Das ist schön."

Sie verändert wie zufällig ihre Position auf der Reling - ein Beobachter würde kaum etwas bemerken, doch sie ist damit sehr dicht an Sigrun herangerückt.

'Die Reise kann ja doch noch richtig interessant werden...'



Alrik müde


Auch bei Alrik hat der Sturm seine Spuren hinterlassen. Insgesamt wirkt der Schiffsjunge etwas desorientiert. Mit hängenden Schultern und halb geschlossenen Augen tapst er mal hierhin, mal dorthin, und hilft an verschiedenen Stellen. Doch im Grunde ist er ganz froh, daß er gerade keinen Sonderauftrag zu erfüllen hat.


Schließlich setzt er sich auf eine Stufe beim Aufgang zum Vordeck. Die Ellenbogen stützt er auf die Knie und das Gesicht vergräbt er tief in den Händen. Dabei beobachtet er Sigrun, die eine bewundernswerte Tatkraft an den Tag legt. Schon allein beim Zuschauen wird Alrik wieder müde. Ein herzhaftes Gähnen begleitet diese Gedanken.



Traumauge in Bedrängnis


Es hat eine ganze weile gedauert bis sich der von Blitz und Donner verängstigte kleine Kater etwas beruhigt hat, doch Fianas Decke hat ihn sicher gegen alle unbilden des Lebend geschützt und nach einer weile haben die Schaukelnden Wogen das ihre beigetragen und Traumauge ist friedlich eingeschlafen. Doch das ist jetzt schon eine weile her und das Donnern hat auch aufgehört.


Unter der Decke beginnt sich etwas zu bewegen, ein kleiner Knubbel bewegt sich unter ihr und schließlich blickt ein kleines haariges Köpfchen darunter hervor. Traumauge hüpft von der Koje und bemerkt dabei nicht das seine Krallen sich irgendwie in der Decke verfangen haben. Es kommt wie es kommen muß, der kleine Kater schaft es auf seine ureigene tolpatschige art mit samt der Decke von der Koje zu fallen. Noch immer darin verfangen versucht er verzweifelt von dem eben noch so friedlichen ding weg zu kommen. Sein Weg führt ihn geradewegs auf den Gang vor der Kabine, doch zu allem übel verfängt sich das Ende der Decke, welche er immer noch hinter sich her zieht unter der Türe und bremst so sein fortkommen. Verzweifelt versucht Traumauge sich zu lösen doch verwickelt er sich nur immer mehr in der Decke. Irgendwann gibt er auf und besinnt sich auf das was er immer gemacht hat wenn er nicht weiter weis. Er setzt zu einem

Herz zerreissenden Miauen an .



Alrik und Traumauge


Mit halb geschlossenen Augen sieht Alrik, wie Nirka übers Deck wandert, wohl mit der Absicht, die Matrosen zu weiteren Arbeiten zu animieren. Da macht es sich wohl nicht so gut, wenn man in aller öffentlichkeit vor sich hin döst. Betont unauffällig steht Alrik auf und geht mit zügigen Schritten auf den Abgang zum Unterdeck zu - ganz so, als hätte er gerade was Wichtiges zu erledigen. Unter Deck paßt er seine Geschwindigkeit übergangslos wieder seinem allgemeinen Befinden an. Unschlüssig bleibt er stehen. 'Wohin nun..?'


Auf einmal vernimmt Alrik ein klägliches Miauen. Ganz sicher ist er sich aber nicht. Dann ist es auch schon wieder still. Alrik schaut erst links, dann rechts, er kann aber nichts entdecken.


"Huhu, Graue - wo bist du?! Mietz', Mietz', Mietz' ... Traumauge?"



Hey da hat doch jemand seinen Namen gerufen denkt sich Traumauge in seiner Not...


„Miau!“



"Mietz?!" Da war doch was. Das wehleidige Gemaunze kommt Alrik sehr bekannt vor. Entschlossen geht er den Gang zu den Kabinen herunter. Aus den Augenwinkeln heraus sieht er noch den Magus in der Kombüse verschwinden. Alrik hat bereits den Mund zu einem freundlichen Gruß geöffnet, doch da hat der Gelehrte Herr schon die Tür hinter sich geschlossen.


Vor der Tür zu Fianas Kabine entdeckt Alrik schließlich eine leichte Decke, die wie von Zauberhand geführt, den Gang entlang rutscht.

"Traumauge? Du Schlingel, du..." bedächtig greift Alrik nach der Decke und hebt sie vorsichtig ein wenig an. Man kann ja nie wissen, vielleicht ist's ja doch die Graue. Und in dem Fall sollte man allzeit gegen einen hinterhältigen Angriff gewappnet sein...



Traumauges klägliches Miauen verstummt, irgend etwas hebt den Himmel an. ängstlich drückt er sich flach auf den Boden und Zittert ein wenig. Große Katzenaugen blicken Alrik an, in Traumauges Blick schwelgt noch der Schock von gerade, doch auch der Wunsch getröstet zu werden.



"Bist du'n Kater oder 'ne Maus?" schmunzelt Alrik, während er auf das verängstigte Fellknäuel zu seinen Füßen herab blickt. "Na, nun komm' schon her. Brauchst doch keine Angst mehr haben."

Alrik klemmt sich die Decke unter den Arm und hebt dann das Katzenkind vom Boden auf.


Ein paar Mal streichelt Alrik über das weiche Fell des Katers, dabei murmelt er noch ein paar tröstende Worte. Dann bringt er die Decke

zurück in Fianas Kabine und schließt vorsorglich die Tür hinter sich. Ein bißchen verwundert es ihn schon, daß die Tür so einfach offen stand. Soviel akrobatische Fertigkeit traut er dem Kater in jedem Fall nicht zu, daß er in der Lage wäre die Tür zu öffnen.


"So, mein Kleiner. Jetzt wollen wir mal deine Mutter suchen, was?"



Traumauge bedankt sich für Alriks liebevolle Bemühungen mit herzlichem Schnurren und er beginnt sein kleines Köpchen an Alriks Arm zu reiben.



Da dem Katzenkind offensichtlich noch ein paar Streicheleinheiten fehlen, setzt Alrik seine Bemühungen fort, den kleinen Kater zu noch lauterem Schnurren zu bewegen. Unterdessen sucht Alrik das Unterdeck nach der vermißten grauen Katze ab.


"Hoffentlich ist sie beim Sturm nicht baden gegangen," murmelt Alrik leise. "Los Kleiner, schnurr' mal lauter, vielleicht hört sie dich ja dann, deine Rabenmutter..."



Traumauge schnurrt genüßlich vor sich hin, und genießt seine Streicheleinheiten. Er kuschelt sich friedlich in Alriks Arme.



Die „Graue“


Die durch den Sturm verängstigte Ratte war leicht zu erlegen gewesen und hatte den Hunger fürs erste gestillt. Und dann bot sich ein Nickerchen an. Im Ladedeck gibt es ja meist was Weiches weiß Hrakasch'mer aus Erfahrung. Und tatsächlich: Ein paar weiche Bündel lagern dort. Im ersten Moment riechen sie seltsam, dann aber offensichtlich mehr weich als lebendig. Also geht die Graue ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: Ein Nickerchen machen.


Dieses wird durch das herzzerreißende Gejaule ihres Jüngsten rüde gestört. Mutterinstinke lassen die Graue aufwachen und dem Gezeter folgen.


Als sie auf dem Unterdeck angekommen ist, ist das Gejaule wieder in zufriedenes Schnurren übergegangen.

'Wann wird dieses Kind nur endlich erwachsen?' schießt der Grauen ein nahezu allzu menschlicher Gedanke durch den Kopf. Sie springt, geschickt ein Bündel und ein Faß nutzend, auf einen Querbalken und äugt zur 'Schnurrquelle' herunter.



Von der Annährung der Grauen bekommt Alrik hingegen gar nichts mit. Gerade hatte er noch eine vollkommen andere Stelle inspiziert. Und so huscht die Graue geschmeidig, lautlos und vor allem unbemerkt an Alrik vorbei.

Bei seiner Suche bleibt der Junge zufällig fast genau unter dem Querbalken stehen, wo es sich die Graue bequem gemacht hat. Das kleine Katzenkind wird indessen weiter vergnügt geknuddelt.



Ein Bündel und ein Faß nutzend, auf einen Querbalken und äugt zur 'Schnurrquelle' herunter.

Traumauge bemerkt ein vertrautes Geräusch, kaum das ein Mensch es wahrnehmen könnte, doch die Feinen Katzenohren vermögen auch

das tippeln einer Samtpfote aufzuschnappen. Er windet sich in Alriks Armen und erlickt seine Mutter etwas erhöht auf einem Fellballen sitzen. Er Strampelt und versucht sich los zu machen um zu seiner Mutter zu gelangen.



"Was zappelst du denn? He, Autsch!" Leicht strafend, aber nicht wirklich böse, schaut Alrik auf den kleinen Kater, der gerade mit akrobatischem Geschick versucht, seine Freiheit zurück zu erlangen. Das erkennt auch Alrik, hockt sich auf den Boden und setzt das Tier vorsichtig vor seinen Füßen ab, auf daß es nun alleine auf Entdeckungsreise gehe.



Die Graue hat von ihrem Posten die Befreiungsversuche ihres Jüngsten beobachtet. Als Traumauge neben ihr gelandet ist , leckt sie ihm zur Begrüßung zärtlich über Stirn und Kopf.



Verblüfft bemerkt Alrik, daß die Graue gar nicht fern war. Wird wohl an der Übermüdung liegen, ist seine naheliegenste Vermutung. Für einen kurzen Moment beobachtet er die Katzenfamilienzusammenführung. 'Das ging ja leichter als vermutet.' Mit einem selbstzufriedenen Grinsen trottet der Schiffsjunge von dannen.



"Schnurr" entweicht Traumauge als seine Mutter ihn so zärtlich über die Stirn leckt. Gerne läßt er sich das gefallen und schmiegt sich ganz eng an sie, wobei auch er anfängt ihr sanft über den Kopf zu lecken.

Seine Augen verraten das seine Welt nun in Ordnung ist.



Fiana und Jergan


Fiana Mustert den Himmel und ist etwas hin und her gerissen, wird es sich halten, oder kommt der Kern des Sturmes noch einmal zurück. Sie wirkt nachdenklich.



Jergan bemerkt die Blicke der ersten Offizierin, dann schüttelt er langsam den Kopf.

"Dieses Unwetter sollten wir überstanden haben - und es hat uns schön voran gebracht. Ich werde mal nach dem Rechten sehen - übernimm du mal das Steuer!"

Er tritt sogleich einen Schritt von selbigem zurück.



"Ich glaube auch, aber man weis ja nie" erwidert Fiana auf die bemerkung des Kapitäns, als dieser dann zurück tritt antwortet sie Pflichtbewußt "Jawohl ich übernehme"



Langsam geht Jergan die Treppe hinunter, die auf die Planken des Oberdecks führt. Seine Augen erfassen dabei jede noch so bedeutungslose Kleinigkeit - eine kleine Stelle an einer Stufe, wo wohl mal etwas schweres dagegen gestoßen ist, die Matrosen, die das Deck reinigen, die Segel, die jetzt wieder fast alle gesetzt sind, und das endlose Meer hinter der schützenden Reling.


Seine Schritte führen ihn weiter nach vorne, bis er schließlich neben der Rotze auf dem Vordeck stehenbleibt und die Blicke in die Ferne vor dem Schiff schweifen läßt.



Jergan bleibt eine ganze Weile neben der Rotze stehen und sieht nach vorne, ehe er sich langsam umdreht und den Blick über das Deck wandern läßt. Fiana steht am Heck am Steuer, Nirka scheint sich gerade mit der neuen Matrosin zu unterhalten, und die anderen Matrosen sind mit den restlichen Verrichtungen zur Beseitigung der Spuren des Sturmes beschäftigt. Ein friedliches, arbeitsames Bild, genau so, wie er es gerne an Bord sieht.


Er ist zwar sehr müde von der durchwachten Nacht, doch im Moment gefallen ihm Wetter und seine Stimmung zu sehr, um sich in der Kapitänskajüte zur Ruhe zu legen.



Ottam und der Smutje


Nur kurz hat Ottam geschlafen, den schon bald meldet sich der Hunger bei ihm, und der Krach des Gewitters tat sein übriges dazu. Entschlossen der traurigen Erscheinung von gestern entgegen zu wirken bereitet er seinen Auftritt heute sorgsamer vor, als erstes bringt er seinen Bart in Ordnung, dann sucht er nach passender Kleidung, er entschließt sich seiner Lieblingsfarbe treu zu bleiben, zumindest im wesentlichen. Er kleidet sich in schwarze Stiefel aus festem Leder die bis knapp unter das Knie reichen. Eine leinene Unterhose und eine schwarze lederne Hose bekleiden den unteren Teil seines Körpers. Den Oberkörper bekleidet er mit einem weinroten Hemd aus Seide. Darüber kommt ein Waffengürtel der momentan allerdings nur einen recht langen, leicht gebogenen Dolch beheimatet. Zum Schluß legt er noch einen relativ dicken Umhang an, den man fast als Mantel bezeichnen kann, da er durchaus vorne geschlossen werden kann. Der Umhang ist ebenfalls schwarz, weist aber zahlreiche in weinroter Seide aufgestickte arcane und alchemistische Symbole auf. Es befindet sich auch eine Kapuze an dem Umhang, doch hat er diese nicht aufgezogen, ansonsten hätte er sich das nun folgende richten der Haare wohl auch sparen können. Dem Stoff ist durchaus anzumerken, das er wohl auch dazu geeignet ist Regen ab zu halten.


So rausgeputzt macht sich Ottam zunächst auf die suche nach dem Koch, denn irgendwie verspürt er Appetit auf eine kleine Zwischenmalzeit.



Ottam wird von seinem Magen geradezu in die Kombüse getrieben.

'Wenn der Smutje nicht dort ist findet sich sicher trotzdem noch etwas zu Essen'

So begibt er sich also auf den Weg dort hin und ist dann aber ganz froh darüber den Smutje vor zu finden. Dieser scheint zwar Beschäftigt, aber der Hunger...

"Ähm, Hallo?"



Der Smutje hält sich gerade in der Kombüse auf und wischt ein bißchen unmotiviert über die Schränke, ein altes albernisches Heldenlied vor sich hin summend, daß er mal von einem Barden in einer Schänke gehört hat.



Halbwegs erfreut, daß ihn jemand in seiner Langeweile stört, wendet Sören sich von seiner "Arbeit" ab und mustert den Gast neugierig.

"Hallo, was kann ich für Euch tun?"

'Sieht aus wie'n Magier. Ob der wirklich...?'



"Also ich wollte fragen ob es vielleicht noch etwas zu Essen gibt, da sich meine Magen so leer anfühlt. Ihr habt doch sicher noch etwas hier oder ?"



Sören blickt kurz ins Leere, betont langsam und nachdenklich ausatmend, und erwidert dann:

"Ja, sicher, ist noch was übrig. Das müßte aber inzwischen kalt sein...?"



Freudig schaut der Magus den Koch an

"Der Sturm hat sich ja gelegt, da könnte man ja das Kochfeuer wieder entzünden, zum aufwärmen"



Sören bläst noch einmal nachdenklich Luft zwischen den Lippen hindurch.

'Was der wieder für einen Aufwand macht... Ob sich das lohnt...? Ob ich das überhaupt darf...? Nur für den einen Passagier?'

Er zuckt die Schultern und antwortet:

"Gut, mach ich, dauert aber 'ne Weile, bis das heiß ist."

'Was soll's, wenn ich's nicht darf, wird mir das schon schon jemand sagen!'



"Vielen Dank für die Mühe, wie habt ihr eigentlich den Sturm verbracht? konntet ihr noch rechtzeitig alles sichern oder mußtet ihr die Schubladen zuhalten ?"



"Er kam ja nicht wirklich überraschend", erwidert der Smutje, während er nach Zunder und Feuersteinen sucht und darüber nachdenkt, ob er den Mann auf seine Zauberfähigkeiten ansprechen soll, "Ich hatte genug Zeit, um alles halbwegs zu sicher. Hinterher lag zwar trotzdem einiges am Boden oder gar in Scherben herum, aber der Schaden hält sich in Grenzen."



"Dann hattet ihr ja Glück, es hat ja ganz schön geschaukelt, ich meine das hätte deutlich schlimmer ausgehen können."

Unbewußt reibt er an der nicht mehr vorhandenen Wunde.



"Jaja, ich war auch überrascht", entgegnet Sören beiläufig - seine ganze Aufmerksamkeit gilt den Feuersteinen in seinen Händen und dem Zunder in der Feuermulde. Er kann sich zwar nicht vorstellen, wie irgend etwas hier versehentlich entzündet werden könnte, aber er hat klare Anweisungen, äußerste Vorsicht walten zu lassen - und irgend einen Grund wird das schon haben...



Da der Koch offensdichtlich all seine Energie darauf konzentriert die Kochflamme zu entzünden, entschließt sich Ottam einen Moment zu Warten bis er dies erledigt hat. Wenngleich er eigentlich zum Plaudern aufgelegt ist, eine Stimmung die man bei ihm nicht sehr oft findet.


So beobachtete er Sören bei seiner Zündelei.



Nachdem der Smutje routiniert, wenn auch vielleicht etwas übervorsichtig, die Flamme entzündet hat, richtet er sich wieder auf und wendet sich seinem Gast zu.

"So, jetzt heißt es warten..."



"Sagt, ihr seid neu auf dem Schiff, woher stammt ihr eigentlich her, ich habe euch auch am Haven zu Riva oder Thorwal nie gesehen?"

Fragt er interessiert



'Der scheint ja ebenfalls recht neugierig zu sein', denkt Sören mit einem verschmitzten Lächeln, 'Vielleicht ist er doch kein richtiger

Magier...'

"Doch doch, ich stamme aus Riva, allerdings hatte ich am Hafen nie allzuviel zu tun... Dies hier ist sogar meine erste Schiffsreise überhaupt, ich bin selbst überrascht, wie gut ich damit zurecht komme", fügt er, nicht ohne ein wenig Stolz, hinzu, während er unnötigerweise und halb unbewußt in dem Eintopf herumrührt.



"Dann habt ihr wirklich Glück, die meisten Neulinge liegen beim ersten Sturm mit grün bis gelblich blauem Gesicht in ihrer Koje bzw. geben ihren Mageninhalt zum besten."


Nach einer Kurzen Denkpause fragt er:

"Wie seid ihr den dann an den Posten gekommen? Ich meine nichts gegen euch, ihr macht das ja prima, aber es hätte ja sein können das ihr unter besagtem Neulingssyndrom leiden könntet und dann wäret ihr sicher nicht in der Lage die Mannschaft zu bekochen, was sich dann doch als sehr unangenehm erweisen könnte"

Dabei hat er durchaus ein schmunzelndes Lächeln auf dem Gesicht während er in seiner Phantasie die oben genannte Vorstellung zu spinnen beginnt.



Sören zuckt die Schultern.

"Tja, offenbar war der Kapitän sich sicher,

daß er sich auf mich verlassen kann... Ich war auch überrascht, daß es so schnell ging. Hatte wohl einfach Glück."



"Und wieso seid ihr erst so spät zur See gekommen ?"

Fragt Ottam neugierig wie er nun mal ist.



"So spät? Naja, ich... hatte die Idee eben erst jetzt, ich dachte, ich versuch's mal. Und es hat geklappt!"

Sören rührt beiläufig weiter im Eintopf.



"Und seid ihr gänzlich zufrieden, oder ist es anders wie ihr es euch vorgestellt habt?"



"Ich bin recht zufrieden", entgegnet Sören, "Allerdings will ich das noch nicht zu laut sagen, schließlich bin ich noch nicht so lange hier..."



"Das ist schön, ein altes Sprichwort sagt: Die Mannschaft ist immer nur so gut gelaunt wie der Smutje. Ich glaube da liegt viel Wahrheit drin" sagt Ottam wobei er leicht grinsen muß als er über den Wahrheitsgehalt spricht.


Nach seinen Worten blickt er zum Feuer 'ob es bald warm ist' begleitet werden diese Gedanke von einem leichten Knurren Ottams Magen.



"Hmm... Das ist aber wirklich nur eine Obergrenze", meint Sören, ebenfalls lächelnd, "Ich kenne Leute, die bei bester Laune etwas

zusammengekocht haben, was selbst von ihren besten Freunden als ungenießbar bezeichnet werden mußte..."

Ottams Blick scheint er nicht zu bemerken.



Ottam mus schmunzeln

"Also ich bin in meiner jugend einmal auf einer Schiffspassage gefahren, da hatte sich ein gesuchter Sträfling, der obendrein noch Schauspieler war als Schiffskoch eingeschlichen. Ich kann euch sagen, das gab ein Fiasko als der zum ersten mal gekocht hat. Der Kapitän mußte seine ganze Autorität einsetzen um zu erreichen das man den Mann im nächsten Hafen dem Büttel übergeben konnte, denn er wurde wohl noch als Zeuge gebraucht. Naja sonst hätte er wohl das Schiff von unten kennengelernt"

Immer noch schmunzelnd blickt er auf die Feuerstelle und beobachtet die Flammen.



Mit einem boshaften Lächeln entgegnet Sören:

"Wer weiß, vielleicht kommt so etwas öfter vor, als Ihr denkt...", um dann ein dämonisches Erzschurkengelächter von sich zu geben.



Firutin erwacht


Langsam erwacht Firutin aus seinem tiefen Schlaf. Der Sturm hat in richtig Fest schlafen lassen.

Er streckt sich noch einmal kräftig und gähnt einmal.

"WHOAAAAAAAAAHAAAAAA"


Dann steht er auf. Er kleidet sich wieder mit dem schwarzen Hemd an und einer schwarzen Hose. Er scheint die Farbe schwarz zu mögen. Er geht danach in Richtung Oberdeck, unterwegs begegnet ihm Alrik, der, mit einer Katze in der Hand, wohl nach einer anderen Katze sucht, die ganz in seiner Nähe ist. Firutin bleibt kurz stehen, kratzt sich am Kopf, und geht dann kopfschüttelnd weiter.

Oben angekommen stellt er sich an die Reling und schaut auf das Meer hinaus. Um ihn herum ist alles fleißig am arbeiten.


'Scheint eine gute Mannschaft zu sein'



Larian erwacht


Nach einer traumlosen Nacht schlägt Larian die Augen auf. Er sieht sich etwas in dem Zimmer um bis ihm klar wird, daß der Sturm vorbei und sie noch am Leben sind.

'Der Barde schläft wohl noch. Ich geh mal lieber frische Luft schnappen, bevor ich mich nach dem Frühstück umsehe.'

Larian kleidet sich an nimmt seinen Stab, und verläßt das Zimmer in Richtung Oberdeck.




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