Die Charaktere auf der NORDSTERN - Torins Florett

Der Korb der vor ihm liegenden Waffe schimmert und glitzert im Licht der Oellampe. Die feinen Verzierungen am Griff winden sich hoch bis um die edlen Rubinsteine des Handschutzes. Die Scheide, in der das Florett ruht, ist aus rotem Samt. In dieses Samtgewebe sind wie zufaellig fuenf Smaragde einpasst.

Harad hebt es vorsichtig vom Tisch. Dann dreht er sich zu Torin um und gibt ihm ohne ein weiteres Wort das Florett.

Seine Haende zittern leicht, als er es entgegennimmt. Von solch einer Waffe hat er schon gehoert, doch selber hatte er niemanden gefunden, der solch eine Waffe zu fertigen im Stande gewesen waere. Der Samt der Waffenscheide fuegt sich weich den Konturen seine Hand an.

Er zieht das Florett aus ihr heraus. Der harte Rundstahl scheint im ersten Augenblick geschunden und verkratzt, doch als Torin die Klinge genauer betrachtet, merkt er, dass die Verzierungen des Griffes bis fast zur Spitze der Waffe reichen.

Er macht einige Stiche in die Luft und merkt, wie die Klinge sich fast wie von selber fuehrt.

Dann hoert er Harad sagen: "Das Besondere an diesem Florett sind die beiden schraeg nach oben gerichteten Parierstangen. Durch sie hast du noch etwas mehr Schutz gegen die Waffen deiner Gegner."

Torin blickt wieder auf den Korb der Waffe. Wie zwei Schlangen winden sich die beiden Parierstangen aus dem Material des Handschutzes dem Gegner entgegen.

"Diese Waffe kann ich nicht annehmen." keucht er. "Was ist, wenn..."

"Doch! Das kannst du. Ich will es so!" meint Harad mit fester Stimme. "Dieses Florett ist etwas besonderes, und ich denke, dass du es brauchen kannst. Solange du in Thorwal bist, moechte ich, dass du es bei dir traegst."

Torin ist noch immer aufgeregt. Seine Haende fuehlen sich kalt an, als er das Florett zurueck in die Scheide gleiten laesst. "Ich weiss nicht, wie ich dir dafuer jemals danken kann, Harad."


29.3.2000 Jan Richling
SEEFAHRT